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Die Verbraucherzentrale warnt vor einer arglistigen Betrugsmasche. - © picture alliance / dpa
Die Verbraucherzentrale warnt vor einer arglistigen Betrugsmasche. | © picture alliance / dpa

Wirtschaft Ja gesagt, abgezockt: So gehen Sie mit der Betrugsmasche am Telefon um

Verbraucherzentrale warnt / Bielefelder Rechtsanwältin gibt Tipps

Björn Vahle
16.02.2017 | Stand 23.02.2017, 17:24 Uhr

Bielefeld. Die Verbraucherzentrale warnt vor einer perfiden Abzockemasche am Telefon. Dabei nutzen Betrüger ein einfaches "Ja" von Verbrauchern, um daraus einen fingierten Vertragsabschluss zusammenzuschneiden. Wir erklären, wie Sie sich schützen können - und wie Sie mit eventuellen Forderungen umgehen.

So gehen die Betrüger vor

Von unbekannten Nummern rufen die Abzocker an und stellen "allgemeine Fragen", wie sich die Bielefelder Rechtsanwältin Nicoline Schuleit an einen Fall erinnert. "Hören Sie mich?" oder - wie die Verbraucherzentrale angibt - "Sind Sie Hausbesitzer?" gehören zu den beliebtesten Sätzen. Ein Hinweis auf einen Vertrag erfolgt nicht.

Wenn Nichtsahnende darauf mit "Ja" antworten, reicht das den Betrügern bereits, um aus dem mitgeschnittenen Gespräch einen Vertragsabschluss zu konstruieren. Dabei werden laut Anwältin Schuleit eingesprochene Fragen wie "Möchten Sie dieses Auto zum Preis von X kaufen?" um die Antwort ergänzt.

In der Folge erhalten Verbraucher Schreiben, in denen sie mit Verweis auf das angebliche Vertragsgespräch aufgefordert werden, Geld zu bezahlen.

So sieht die Rechtslage aus

Die gute Nachricht: "Sie haben damit keinen Vertrag geschlossen", sagt Nicoline Schuleit. Die Zahlungsaufforderungen können also - um auf Nummer sicher zu gehen - einem Anwalt übergeben werden. "Sie müssen im Grunde aber nichts tun, denn Sie müssen diese Beträge nicht bezahlen", sagt Schuleit.

Die Beweispflicht für den rechtmäßig abgeschlossenen Vertrag liegt in den meisten Fällen bei den Anrufern. "Das kommt jeweils auch auf die Art des Vertrags an und was vermeintlich gekauft wurde", erklärt Schuleit. Sie bezweifle aber stark, dass Gerichte Tonmitschnitte als einzigen oder gültigen Beweis für den Vertragsschluss akzeptieren.

Wer sich unsicher ist, kann auch die Polizei zurate ziehen. Insbesondere Opfer von Enkeltricks täten das auch und brächten die Fälle zur Anzeige, sagt die Bielefelder Polizeisprecherin Hella Christoph. Die Polizei sei aber auch bei Betrugsfällen mit der "Ja"-Masche Ansprechpartner für Betroffene.

Tipps für das Telefonat

Die Verbraucherzentrale rät bei Anrufen von unbekannten Nummern zu folgenden Verhaltensregeln:

  • Ruft Sie eine unbekannte Person an, melden Sie sich nicht mit "Ja", sondern sagen Sie Ihren Namen oder "Hallo".
  • Beantworten Sie Fragen im ganzen Satz. Zum Beispiel: "Können Sie mich hören?" mit "Ich höre Sie".
  • Sagen Sie dem Anrufer mit bestimmtem Ton, dass Sie kein Interesse haben. Im Zweifel legen Sie einfach auf.
  • Firmen dürfen Sie nicht mit unterdrückter Rufnummer kontaktieren. Merken Sie sich also die Telefonnummer. Haben Sie den Eindruck, dass das Gespräch unseriös war, können Sie die Nummer bei der Verbraucherzentrale und der Bundesnetzagentur melden. Sollte der Anrufer seine Nummer doch unterdrücken, fragen Sie gezielt nach, für welche Firma er anruft. Allerdings gibt es natürlich keine Garantie dafür, dass er Ihnen die Wahrheit sagt.

Links zum Thema
Die Verbraucherzentrale stellt Antwortschreiben für unrechtmäßige Forderungen bereit:
Abwehr einer unberechtigten Forderung (z.B. Abos)
Abwehr einer unberechtigten Forderung aus Gewinnspielen
Abwehr einer unberechtigten Forderung von Inkassounternehmen

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