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Paderborn Warum ein Plakat für ein Schoko-Festival in Paderborn für Wirbel sorgte

Voller Klischees: Werbung mit dunkelhäutiger Frau, entblößtem Brustansatz, Schlange und Apfel

Jochem Schulze
27.08.2018 | Stand 27.08.2018, 17:33 Uhr

Paderborn. In der vergangenen Woche hat die Diskussion über eine umstrittene Programmankündigung des Paderborner Theaters zum Stück "Andorra" von Max Frisch für Schlagzeilen gesorgt. Vor genau zehn Jahren aber verursachte ein anderes Ankündigungsplakat in der Stadt ebenfalls einigen Wirbel. Dabei ging es allerdings nicht um Politik, sondern um eine Anhäufung plumper Klischees.

Denn für das 1. Paderborner Schoko-Festival hatte die Stadt im Herbst 2008 ein Motiv ausgesucht, auf dem eine dunkelhäutige Frau mit verführerischem Blick, entblößtem Brustansatz sowie einer Schlange und einem Apfel zu sehen war. Das Bild war mit den Worten "Süße Sünde" und "Himmlische Verführung" drapiert.

"Sexismus und Rassismus"

Nach einem Artikel in der Neuen Westfälischen kochten die Gemüter hoch. Von "Sexismus und Rassismus" wie auch von "Blindheit und Unsensibilität" war die Rede. In der Bevölkerung regte sich massiver Protest. Innerhalb von 24 Stunden zog die Verwaltung das Plakat zurück. Beim neuen Motiv gingen die Verantwortlichen kein Risiko mehr ein. Das Model knabberte an der schokoverzierten Rathausfassade.

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Dennoch geriet das Festival nochmals kurz ins Rampenlicht. Der Duisburger Frank Oynhausen wollte einen "Goldjesus" aus 100 Gramm Vollmilch-Schokolade zum Verkauf anbieten. Als die Stadt und das Erzbistum Bedenken äußerten, blieb Oynhausen der Veranstaltung fern.

Dem Festival war in Paderborn kein dauerhafter Erfolg beschieden. Nach der zweiten Auflage im Jahr 2009 fiel der städtische Zuschuss in fünfstelliger Euro-Höhe den Sparmaßnahmen im Stadthaushalt zum Opfer. Die Veranstaltung zog ins österreichische Salzburg um.

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