Erzbistum Paderborn

„Ich bin der Neue“: Paderborner Weihbischof wird neuer Bischof von Osnabrück

Erneut wird ein Weihbischof aus Paderborn das benachbarte Bistum Osnabrück leiten. Und an der Pader wird wieder jemand für die Führungsriege gesucht.

Der Paderborner Weihbischof Dominicus Meier (l.), zukünftiger Bischof im Bistum Osnabrück, wird nach seiner Vorstellung im Dom von zahlreichen Menschen beglückwünscht. | © Hauke-Christian Dittrich / dpa

Birger Berbüsse
28.05.2024 | 28.05.2024, 19:26

Paderborn/Osnabrück. Gleichzeitiges Glockengeläut in Rom und Osnabrück hat am Dienstag pünktlich um 12 Uhr das Ende der Sedisvakanz im Bistum Osnabrück verkündet: Das Domkapitel des St.-Petrus-Doms hat einen neuen Bischof gewählt - er kommt wie schon sein Amtsvorgänger ebenfalls aus Paderborn. Weihbischof Dominicus Meier (64) folgt in Osnabrück auf den emeritierten Bischofs Franz-Josef Bode. Und in Paderborn beginnt erneut die Suche nach einem neuen Mann für die Führungsriege.

Mit den Worten „Ich bin der Neue“ stellte sich der künftige Bischof dem Publikum im Osnabrücker Dom vor. Dominicus Meier betonte, er komme mit viel Offenheit und Neugier auf die Menschen und seine neue Tätigkeit. Er kündigte an, er wolle künftig möglichst viele Menschen an Entscheidungen beteiligen.

Auch dem Thema sexualisierte Gewalt in der Kirche werde er sich widmen, versprach der künftige Bischof. Sein Vorgänger Bode war nach Vorwürfen von Pflichtverletzungen bei der Missbrauchsaufarbeitung vor einem Jahr zurück getreten.

Erzbischof von Paderborn spricht über Verbindung zu Osnabrück

Der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz kommentiert die von Papst Franziskus bestätigte Ernennung in einem Video-Gruß: „Es scheint eine gute Nachbarschaft unsrer beiden Bistümer zu sein.“ 1995 war der damalige Weihbischof Bode von Paderborn nach Osnabrück gewechselt, fast 30 Jahre später folgt ihm nun Dominicus Meier, der wiederum Paderborn nach genau 9 Jahren wieder verlässt.

„Papst Franziskus hat meinem Mitbruder Dominicus die Leitung unserer Nachbardiözese anvertraut“, sagt der Erzbischof Bentz. Er sprach einen doppelten Glückwunsch aus: „unserem Weihbischof Dominicus und den Menschen, die im Bistum Osnabrück leben“. Er sei überzeugt, dass Dominicus Meier mit seiner Erfahrung und Expertise ein denkbar guter und verlässlicher Wegbegleiter sein werde.

Bei der Amtseinführung von Erzbischof udo Markus Bentz im März 2024 tauscht Weihbischof Dominicus Meier OSB mit ihm den Friedensgruß. - © Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Bei der Amtseinführung von Erzbischof udo Markus Bentz im März 2024 tauscht Weihbischof Dominicus Meier OSB mit ihm den Friedensgruß. | © Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

Im Erzbistum Paderborn hinterlasse Weihbischof Dominicus „große Fußabdrücke“: als langjähriger Benediktinerabt in Meschede, als Offizial und als Weihbischof, so Bentz. Dominicus Meier und er seien 2015 am selben Tag zu Weihbischöfen in Paderborn beziehungsweise Mainz ernannt worden, betonte Bentz. „Dadurch hatten wir auch in der Bischofskonferenz unsere Plätze oft nebeneinander. Das verbindet. Und diese Verbindung wird auch künftig bleiben.“

Paderborner Erzbischof bedauert Verlust des Weihbischofs

Erzbischof Udo Markus Bentz dankte seinem Mitbruder für dessen langjährigen Einsatz im Erzbistum Paderborn, äußerte aber auch ein gewisses Bedauern. Bentz, der selber erst vor etwas mehr als zwei Monaten ins Amt eingeführt wurde, müsse nun noch im Ankommen einen wichtigen Berater ziehen lassen, so Udo Markus Bentz: „Gerne hätte ich mit ihm noch länger zusammengearbeitet. Aber auch ich will mich in Gottvertrauen üben: Wir sind im Erzbistum Paderborn genauso auf dem Weg wie im Bistum Osnabrück.“

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, gratuliert dem neuen Bischof. „Deine Ernennung zum Bischof von Osnabrück empfinde ich als ausgezeichnete Entscheidung aller Verantwortlichen

Amtseinführung des Bischofs in Osnabrück im Juli

Dominicus Meier soll nach den Sommerferien im St. Petrus-Dom in Osnabrück in sein Amt als neuer Bischof eingeführt werden. Am zweiten Libori-Sonntag, 4. August, haben die Menschen im Erzbistum Paderborn die Gelegenheit, ihrem Weihbischof bei seiner Verabschiedung „Danke und auf Wiedersehen“ zu sagen.

Dominicus Meier: Vom Ordensmann zum Bischof

Der künftige Osnabrücker Bischof wurde am 10. Juli 1959 in Finnentrop-Heggen als Michael Meier geboren. In Grevenbrück aufgewachsen machte er 1982 sein Abitur am Klemens-Hofbauer-Kolleg in Bad Driburg. Im selben Jahr trat er in die Benediktiner-Abtei Königsmünster in Meschede ein, wo er den Ordensnamen Dominicus annahm.

2001 erfolgte seine Benediktion als Abt der Benediktiner-Abtei Königsmünster in Meschede. Offizial des Erzbistums Paderborn war er von 2013 bis 2022.

Papst Franziskus ernannte Dominicus Meier 2015 zum Weihbischof in Paderborn und somit zum Nachfolger von Manfred Grothe. Als Leitwort wählte er „Per Christum congregamur – Durch Christus werden wir zusammengeführt“.

Lesen Sie auch: Von Paderborn in die Welt: Das Erzbistum als katholische Kaderschmiede

Derzeit ist Meier stellvertretender Vorsitzender der Migrationskommission (XIV) der Deutschen Bischofskonferenz und zudem Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für die Gläubigen der mit Rom verbundenen Ostkirchen.

2021 wurde er außerdem von Papst Franziskus für eine Amtszeit von fünf Jahren zum Richter am Obersten Gericht der Apostolischen Signatur ernannt. Meier ist einer von vielen Geistlichen, die von Paderborn aus an die Spitze anderer Bistümer oder gar nach Rom berufen wurden.