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Für den hier rot umrandeten Bereich wird für den ersten Übungsblock im September ein Betretungsverbot ausgesprochen. Eine zweite Übung wird von dort auf andere Bereiche verlegt. - © Grafik: Britische Streitkräfte
Für den hier rot umrandeten Bereich wird für den ersten Übungsblock im September ein Betretungsverbot ausgesprochen. Eine zweite Übung wird von dort auf andere Bereiche verlegt. | © Grafik: Britische Streitkräfte

Truppenübungsplatz Briten streichen zweite Übung im Bereich der Thune-Wiesen bei Paderborn

Paderborns Bürgermeister teilt mit, dass die Militärs ihre Planungen aktualisiert haben. Die CDU-Fraktion schlägt einen Kompromiss für den Bereich vor.

Marc Schröder
16.09.2022 | Stand 16.09.2022, 14:43 Uhr

Paderborn-Schloß Neuhaus. Nachdem die Ankündigung zweier Übungsblöcke im Bereich der bei Spaziergängern beliebten Thune-Wiesen bei der Stadt Paderborn für Irritationen gesorgt hatte, verändern die britischen Streitkräfte nun ihre Planung, das teilt die Stadt Paderborn mit.

In einer Nachricht an den Bürgermeister habe der Kommandeur im Standort Sennelager, Colonel Tim Hill, Bürgermeister Michael Dreier informiert, dass die vom 21. Oktober bis 3. November geplante zweite Übung in einem anderen Bereich des Truppenübungsplatzes Senne stattfinden soll. Zudem erläuterten die Briten genau, welcher Bereich der "Southern Fields", so bezeichnen die Briten die Thune-Wiesen, gesperrt beziehungsweise teilweise zugänglich bleibe.

So werde der Zugang von der Bushaltestelle in östlicher Richtung über den gemeinsam genutzten Thuner Weg bis hin zum Hatzfelder Haus, dann in südlicher Richtung bis zum Senne-Wanderweg sowie in östlicher Richtung bis zur Athlone-Kaserne und bis zur Husarenstraße weiterhin gewährleistet. Der öffentliche Zugang zu den Mitbenutzungsstraßen und den entsprechenden Waldwegen bleibe ebenfalls bestehen.

„Es freut mich, dass die britischen Streitkräfte einen anderen Ort für die zweite Übung finden konnten“, wird Bürgermeister Michael Dreier zitiert, der sich zunächst irritiert über die beiden geplanten Übungseinheiten gezeigt hatte. Colonel Tim Hill bestätigte in seinem Schreiben, dass es nach wie vor seine Absicht sei, den Status Quo in allen Belangen zu unterstützen. Er freue sich, dass sein Team durch umsichtige militärische Planung eine geeignete militärische Übungsfläche für den zweiten Zeitraum gefunden habe.

Bei dem Gelände im Bereich der Thune-Wiesen handelt es sich formal um Flächen des Truppenübungsplatzes, die in den zurückliegenden Jahrzehnten allerdings nie für Übungen genutzt wurden. Formell gilt ein Betretungsverbot für den Bereich des Truppenübungsplatzes. In den Randbereichen, wie es die Thune-Wiesen sind, dulden die britischen Streitkräfte jedoch die Nutzung der dortigen Spazierwege und eines Reitpfades.

CDU will Grenzregelungen vorschlagen

Die Paderborner CDU kritisierte in einer Mitteilung vom Vortag, dass man im Verhältnis zwischen deutscher und britischer Seite "viel Sand im Getriebe" sehe. "Leider haben die Briten mit ihren jüngsten Entscheidungen im Bereich der Thune-Wiesen deutlich überzogen. Aus unserer Sicht völlig ohne Not", wird der Fraktionsvorsitzende Markus Mertens zitiert. Die Ratsfrau und Vorsitzende im Bezirksausschuss Schloß Neuhaus-Sande, Susanne Meiche, verweist auf die gestiegene Unruhe im direkten Umfeld des Bereichs. Dadurch, dass von einer jahrelang bewährten Praxis enger Kommunikation vonseiten der Briten Abstand genommen werde, sei nach ihrer Ansicht "großes Vertrauen in vielen Phasen leider Misstrauen gewichen".

In der Bevölkerung in Mastbruch würden die angeführten Sicherheitsbedenken als "bloße Schutzbehauptung" wahrgenommen. Meiche befürchtet, dass der Faden der Kommunikation kurz davor sei zu reißen. Dazu sieht Markus Mertens in reiner Information über feststehende Entscheidungen und geschaffener Fakten durch die Militärs keinen Austausch.

Betonquader sichern derzeit die Stelle der ehemaligen Thune-Brücke. Die CDU möchte klaren Regeln für den Bereich südlich des kleinen Flusses vorschlagen. - © Marc Schröder
Betonquader sichern derzeit die Stelle der ehemaligen Thune-Brücke. Die CDU möchte klaren Regeln für den Bereich südlich des kleinen Flusses vorschlagen. | © Marc Schröder

Im Nachtrag der Kritik des Bürgermeisters sei inzwischen zumindest ein Gesprächstermin mit den Briten vereinbart worden. Die CDU-Ratsfraktion setzt darauf, dass der Bereich südlich der Thune zugänglich bleibe und man zu einem "fairen Kompromiss unter Freunden" komme. Dabei sei man auf ein Entgegenkommen der Briten angewiesen, welches man als Vertrauensvorschuss sehen könne. Dafür müsste dies allerdings von den Besuchern am Sennerand durch Beachtung klarer Grenzen, die die CDU vorschlagen möchte, und der militärischen Übungsareale honoriert werden.

"Ein positives Signal", zeigte sich Markus Mertens auf NW-Nachfrage erfreut über die Entscheidung der Briten, er hofft darauf, dass man weiter miteinander ins Gespräch komme. Den Kompromissvorschlag wolle man darin weiter einbringen.

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