0
Um während der Heizperiode den Erdgasverbrauch noch weiter zu senken, erarbeitet die Stadt Paderborn derzeit ein Maßnahmenpaket. - © Lena Henning
Um während der Heizperiode den Erdgasverbrauch noch weiter zu senken, erarbeitet die Stadt Paderborn derzeit ein Maßnahmenpaket. | © Lena Henning

Einsparungen Paderborner Stadtverwaltung will Energieverbrauch weiter reduzieren

Mindestens 20 Prozent des Erdgasverbrauchs sollen eingespart werden. Welche Maßnahmen nun geplant sind.

05.09.2022 , 18:50 Uhr

Paderborn. Um eine Gasmangellage im Winter zu verhindern, wird die Stadt Paderborn ihren Energieverbrauch laut eigenen Angaben weiter reduzieren. Dafür sollen mindestens 20 Prozent des Erdgasverbrauchs in der Stadtverwaltung eingespart werden. Gleichzeitig soll der Stromverbrauch zumindest konstant gehalten, im Idealfall aber sogar gesenkt werden, heißt es weiter. Es wurde ein interner Krisenstab gegründet, der gerade eine Maßnahmen- und Prioritätenliste zur Energieeinsparung erarbeitet.

„In der Stadtverwaltung hat das Thema gerade eine sehr hohe Priorität. Wir arbeiten intensiv an kurz- und auch langfristigen Lösungen, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Nur wenn wir jetzt alle gemeinsam in unserer Stadt aktiv werden, können wir eine Mangellage verhindern“, so Bürgermeister Michael Dreier.

Zu den ersten Maßnahmen, die das Gebäudemanagement der Stadt Paderborn (GMP) getroffen hat, zählte die Abschaltung aller Blockheizkraftwerke. Zudem wurde der Heizbetrieb ab Mai eingeschränkt, bis im Juni sämtliche Heizungen abgeschaltet wurden. Diese sollen bis Mitte September außer Betrieb bleiben, ebenso wie die meisten Warmwasserbereiter und Wärmenetze, die zu Beginn der Sommerferien abgeschaltet wurden.

Heizungsanlagen vollständig abgestellt

Letzteres betreffe vor allem die städtischen Sporthallen sowie die daran angeschlossenen Vereinsheime, in denen die Warmwasserbereiter vielfach über die Zentralheizungen versorgt werden. In Abstimmung mit dem Paderborner Sportservice hatte das GMP entschieden, in allen Sporthallen und Sportheimen, wo dies ohne Probleme bei der Trinkwasserhygiene möglich ist, die Warmwasserbereitung vollständig abzuschalten.

Dadurch konnten die Heizungsanlagen vollständig abgestellt werden. Insbesondere in den größeren Wärmenetzen könne auf diese Weise erhebliche Erdgasverbräuche durch Anlagen- und Zirkulationsverluste vermieden werden. heißt es weiter. Der Sportbetrieb bleibt weiterhin möglich. Durch die bisher getroffenen Maßnahmen kann die Stadt Paderborn den Angaben zufolge bis Ende September circa 10 Prozent des Verbrauchs einsparen.

Seit dem 1. September setzt die Verwaltung weitere Maßnahmen um, zu denen die Bundesregierung mit der „Kurzfristenergieversorgungssicherungsmaßnahmenverordnung (EnSikuMaV)“ verpflichtet. Die städtischen Arbeitsräume dürfen ab sofort nur noch auf eine maximale Raumtemperatur von 19 Grad beheizt werden. Der Arbeitgeber hat zudem Sorge zu tragen, dass die Temperatur in den Arbeitsräumen nicht durch andere Heizgeräte wie etwa Heizlüfter erhöht wird. Auch Flure dürfen ab dem 1. September nicht mehr beheizt werden, dezentrale Warmwasserbereiter werden abgestellt. Ausgenommen von diesen Regelungen sind Schulen und Kindertagesstätten.

Reduzierung des Gasverbrauchs

Um während der Heizperiode den Erdgasverbrauch noch weiter zu senken, erarbeitet die Stadt derzeit ein Maßnahmenpaket. Als akute Maßnahmen zur Reduzierung des Gasverbrauchs zieht die Stadtverwaltung eine zeitlich und räumlich konzentriertere Nutzung der Flächen in Betracht, um insgesamt weniger Räume beheizen und auch beleuchten zu müssen. Dies ließe sich etwa durch die Zusammenlegung von Arbeitsräumen oder auch durch Homeoffice-Lösungen realisieren, heißt es in der Pressemitteilung.

Zu den mittel- und langfristigen Maßnahmen zählen unter anderem die Steigerung des Anteils von Wärmepumpen sowie die vermehrte Stromerzeugung durch Photovoltaikanlagen. Diese Maßnahmen dienen nicht nur dazu, eine Gasmangellage zu verhindern, sondern auch dem Klimaschutz. Im Rahmen der Klimaschutzstrategie der Stadt Paderborn seien zahlreiche dieser Maßnahmen bereits umgesetzt oder angestoßen worden.

Mehr zum Thema

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken