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Die Polizei zeigt vor der Paderborner Synagoge Präsenz. - © Marc Schröder
Die Polizei zeigt vor der Paderborner Synagoge Präsenz. | © Marc Schröder

Paderborn So sicher fühlt sich die jüdische Gemeinde in Paderborn

Der Vorsitzende Alexander Kogan wird regelmäßig beleidigt und bedroht

Birger Berbüsse
10.10.2019 | Stand 10.10.2019, 15:29 Uhr

Paderborn. Am Tag nach dem Anschlag auf eine Synagoge mit zwei Toten in Halle (Saale) steht vor dem jüdischen Gotteshaus in Paderborn ein Streifenwagen der Polizei. Wie in anderen Städten in Nordrhein-Westfalen wurden die Sicherheitsvorkehrungen für jüdische Einrichtungen auch in Paderborn verstärkt. Unmittelbar nach der Tat in Halle waren die örtlichen Polizeikräfte angewiesen worden, die Schutzmaßnahmen hochzufahren. Im Detail will sich die Paderborner Polizei dazu nicht äußern, teilte auf Anfrage von nw.de jedoch mit: "Wir haben Maßnahmen ergriffen und die laufen auch noch." Das sagt die Gemeinde über die Schutzvorkehrungen Die jüdische Kultusgemeinde in Paderborn arbeitet schon lange mit der Polizei zusammen. Die lobt der Vorsitzende Alexander Kogan ausdrücklich: "Wir fühlen uns sehr sicher und beschützt." Die Schutzvorkehrungen der Polizei seien völlig in Ordnung, auch gebe es regelmäßige Gespräche. "Ich persönlich vertraue der Polizei in Paderborn und dass die ihre Arbeit richtig macht", sagt Kogan. Selbst könne die mit 56 Mitgliedern kleinste Gemeinde in OWL keine großen Mittel für Sicherheitsmaßnahmen aufbringen. Vor dem Eingang weist ein Schild darauf hin, dass der Bereich videoüberwacht ist. Die Kamera über der Eingangstür ist auch deutlich zu sehen, auch die Türklingel ist mit einer kleinen Videokamera ausgestattet. Synagoge soll kein "Fort Knox" werden Grundsätzlich zeigt sich die Gemeinde laut Kogan offen und will auch gar nicht, dass die Synagoge zu einem "Fort Knox" werde. Schlimme Vorfälle an der Synagoge wie etwa Hakenkreuz-Schmierereien oder Vandalismus habe es in Paderborn bislang nicht gegeben. Das habe sich ins Internet verlagert, wo er regelmäßig Bedrohungen oder Beleidigungen per E-Mail erhalte. Für 2018 weist die Statistik NRW-weit 1.799 antisemitische Straftaten aus, was einer Zunahme von 20 Prozent entspricht. Die jüdische Gemeinde hat Mitglieder aus den Kreisen Paderborn, Höxter und Soest. Weitere Synagogen in OWL gibt es noch in Herford, Bielefeld und Minden.

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