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Yanick Kemayou hält die Festrede bei der Absolventenfeier der wirtschaftswissenschaftlichenFakultät der Universität Paderborn 2018. - © Universität Paderborn
Yanick Kemayou hält die Festrede bei der Absolventenfeier der wirtschaftswissenschaftlichenFakultät der Universität Paderborn 2018. | © Universität Paderborn

Paderborn/Paris Stipendium als Motivationsschub

Die Förderung motiviert Yanick Kemayou während seines Studiums zu Höchstleistungen. Neben seiner Arbeit engagiert sich der 33-Jährige in Afrika

Nadine Uphoff
18.08.2019 | Stand 20.08.2019, 12:22 Uhr

Paderborn/Paris. Einen Termin mit Yanick Kemayou zu bekommen, ist gar nicht so einfach. Denn der 33-Jährige baut neben seiner Arbeit als Fachlektor für Wirtschaftswissenschaften für den Deutschen Akademischen Austauschdienst an der Universität Sorbonne Nouvelle in Paris und als Gastdozent und Berater an der katholischen Universität von Zentralafrika ein Bildungsprojekt in Afrika auf. Die Erfolgsgeschichte von Kemayou beginnt jedoch 2004 in Ostwestfalen-Lippe – an der Universität Paderborn. Als 18-Jähriger kommt Kemayou 2004 von Kamerun nach Deutschland. Zwischen 2004 und 2015 studiert er an der Universität Paderborn. Zunächst absolviert er Bachelor und Master im Fach International Business Studies. Darauf folgt die Doktorarbeit im Bereich der Wirtschaftswissenschaften, die Kemayou mit Auszeichnung abschließt. Während des Masterstudiums wird Kemayou über ein Stipendium der Stiftung Studienfonds OWL gefördert. „Das war finanziell schon hilfreich. Aber vor allem hat mir das Netzwerk geholfen", erklärt Kemayou rückblickend. Stipendium erzeugt positiven Druck Das Stipendium versteht der Student außerdem als Bestätigung dafür, „etwas tolles erreicht zu haben". Gleichzeitig habe das Stipendium auch Druck erzeugt, um weiter Höchstleistungen zu bringen. „Das war ermutigend." Diesen Druck hat Kemayou erfolgreich umgesetzt, denn der 33-Jährige ist bereits mehrfach für seine Leistungen ausgezeichnet worden. Dazu zählen unter anderem der Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender, der erste Preis beim Studierenden-Wettbewerb des Bundesinnenministeriums, der Förderpreis des Industrie- und Handelsclubs OWL und der Preis des Präsidiums der Universität Paderborn für ausgezeichnete Dissertationen. Geringe Distanz zwischen Stipendiaten und Förderern Auch Jahre nach seinem Abschluss an der Universität Paderborn profitiert Kemayou noch von seiner Förderung über den Studienfonds OWL. Der 33-Jährige schätzt insbesondere die geringe Distanz zwischen Stipendiaten und Entscheidern beim Förderprogramm. Die Kontakte von damals kommen ihm auch heute noch zugute. Denn in seiner Arbeit für den Deutschen Akademischen Austauschdienst kommt es auch darauf an, internationale Beziehungen zu pflegen und die universitäre Zusammenarbeit zu stärken. Bereits während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Paderborn hat sich Kemayou für den Austausch und Technologietransfer zwischen Europa und Afrika engagiert. Kemayou baut Lernstätten in Afrika Nebenbei engagiert sich der 33-Jährige in der Entwicklungshilfe. „Vor einem Jahr habe ich angefangen ein innovatives Netzwerk von Lernstätten in Afrika aufzubauen. Gerade sind wir in Mali gestartet", erklärt Kemayou. Das Projekt heißt „Kabakoo". Ziel ist der Bau sogenannter Häuser des Staunens, um die Bildungskrise in Ländern wie Mali zu lösen. „Die Häuser des Staunens sind lokal eingebettete und technologisch orientierte Bildungsakademien, die verantwortungsbewusste Innovatoren ausbilden sollen." Für die Zukunft kann sich Kemayou auch einen Umzug zurück nach Deutschland vorstellen. „Mein Lebensmittelpunkt ist Deutschland", erklärt der gebürtige Kameruner, der sechs Sprachen spricht. Zudem möchte er weiterhin im Bildungsbereich arbeiten, auch, wenn er mal nicht mehr an der Universität Sorbonne in Paris tätig sein wird.

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