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Paderborn Weihnachtsmarkt-Aus: Zeitgeist-Inhaber wehrt sich mit Online-Petition

Die Stadt Paderborn hat der "Sag-Stopp-Hütte" in diesem Jahr keine Zulassung gegeben

Birger Berbüsse
19.07.2019 | Stand 19.07.2019, 14:15 Uhr

Paderborn. 23 Jahre lang war die Paderborner Kneipe Zeitgeist mit ihrer "Sag-Stopp-Hütte" auf dem Paderborner Weihnachtsmarkt vertreten. Doch in diesem Jahr werden die Stammgäste und Weihnachtsmarktbesucher die kleine Bude in der Westernstraße vergeblich suchen. Denn Inhaber Ralf Heming hat von der Stadt Paderborn keine Zulassung bekommen. Auch zu Libori darf er seinen Getränkestand nicht aufbauen. Dagegen wehrt er sich jetzt mit einer Online-Petition. In dem Begleittext, den er auch auf seinen Facebook-Seiten veröffentlicht hat, schreibt er, dass er von der Nicht-Zulassung erst auf Nachfrage vom neuen Marktleiter Matthias Amediek erfahren habe. "Die erste Begründung lautete: Es hat sich jemand mit einem schöneren Stand beworben. Die zweite lautete: Wie oft mussten wir (die Stadt Paderborn) ihnen sagen, dass die Öffnungszeiten des Weihnachtsmarktes nur bis 22 Uhr gelten?", heißt es dort. "Was läuft hier wirklich?" Heming gibt zu, dass er "zwei Mal kurz überzogen" habe. Es sei aber schwer, 30 Leute aus dem Stand zu werfen. Außerdem habe in allen anderen Buden auf Dom- und Rathausplatz auch gegen 22.45 Uhr noch "der Bär getobt". Doch nur sein Stand müsse jetzt geschlossen bleiben. Er stelle sich deshalb die Frage: "Was läuft hier wirklich?" Denn erst sei ihm "auf Betreiben der Apotheke von nebenan" die Außenbestuhlung im Sommer genommen worden. Dann Libori und jetzt der Weihnachtsmarkt: "Man raubt mir die Existenz", wird Heming deutlich. "Fakt ist: Ich kann vom Zeitgeist alleine nicht mehr existieren." Vor allem das Raucherschutzgesetz habe den kleinen Kneipen den Rest gegeben. Außerdem sei die "Sag-Stopp-Hütte" eine Tradition auf dem Weihnachtsmarkt. Das sehen offenbar viele Paderborner ähnlich. Die Online-Petition, die sich an das Paderborner Ordnungsamt richtet, wurde in sechs Tagen rund 950 Mal unterschrieben, das Sammelziel liegt bei 2.000 Unterstützern. Unter den mehr als 500 Kommentaren auf der Petition-Seite und seinen Facebook-Auftritten schreiben die Nutzer Sätze wie "Ohne Ralf kein Weihnachtsmarkt", "Beste Bude überhaupt, quasi Kulturgut" und "Tradition des Standes muss erhalten bleiben". Die Stadt Paderborn bestätigt auf Anfrage von nw.de die verweigerte Zulassung, hält sich zu den Gründen aus datenschutzrechtlichen Gründen jedoch weitgehend bedeckt." Das sagt die Stadt Paderborn Zu Libori habe sich der Betreiber zu spät beworben. Die Teilnahme am Weihnachtsmarkt sei ihm aus einer Reihe von sachlichen Gründen durch den zuständigen Fachausschuss des Rates verwehrt worden. Was die Außenbestuhlung vor dem Zeitgeist angeht, heißt es: "Seitens der Stadt Paderborn wurde dem Betreiber unmissverständlich mitgeteilt, dass für die Außenfläche weiterhin eine Genehmigungsmöglichkeit besteht." Ein entsprechender Antrag auf Erteilung der Sondernutzungserlaubnis sei jedoch vom Betreiber nicht gestellt worden. Die Frage, ob die "Sag-Stopp-Hütte" tatsächlich häufiger negativ aufgefallen sei, könne wegen des Datenschutzes nicht beantwortet werden. Die Stadt lässt auf Nachfrage von nw.de aber die Möglichkeit einer Rückkehr auf die beiden Volksfeste offen. "Generell hat jeder die Möglichkeit, sich mit einem Stand bei einem Paderborner Volksfest zu bewerben." Dafür gebe es ein auf der Basis der Marktsatzung durchgeführtes Bewerbungsverfahren. Zeitgeist-Inhaber Ralf Heming war für eine weitere Stellungnahme nicht zu erreichen.

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