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Fühlt sich schon heimisch: Eine Wasseramsel inmitten der Pader. - © Holger Kosbab
Fühlt sich schon heimisch: Eine Wasseramsel inmitten der Pader. | © Holger Kosbab

Paderborn Das mittlere Paderquellgebiet ist aus dem Dornröschenschlaf erwacht

Das 17.000 Quadratmeter große Gelände hat sich in den vergangenen anderthalb Jahren völlig gewandelt.

Birger Berbüsse
26.04.2019 | Stand 26.04.2019, 17:54 Uhr |

Paderborn. Von der Hinterhof-Atmosphäre zum Naherholungsraum mitten in der Stadt: Diese unwahrscheinliche Karriere hat das mittlere Paderquellgebiet hingelegt. Und das in lediglich anderthalb Jahren. In dieser Zeit hat die Stadt das Gebiet zwischen Maspernplatz und Mühlenstraße komplett neugestaltet. Das war mit Kosten von 5,1 Millionen Euro (etwas mehr als die Hälfte gefördert von Bund und Land) zwar nicht billig, hat sich den Verantwortlichen zufolge aber gelohnt: „Das ist ein großer Gewinn für Paderborn", sagte der stellvertretende Bürgermeister Dieter Honervogt bei der feierlichen Eröffnung des „neuen" mittleren Paderquellgebiets. Zuvor hatte er daran erinnert, dass das Gebiet mit der in eine Betonrinne eingezwängten Pader, dem Bauschutt auf der Insel und den beiden alten und mittlerweile abgerissenen Häusern „etwas vom Hinterhof" gehabt habe. Doch jetzt sei das 17.000 Quadratmeter große Areal aus dem Dornröschenschlaf erwacht. „Da geht einem das Herz auf." Seit dem Beginn der ersten Maßnahme Ende 2017 hat sich das mittlere Paderquellgebiet tatsächlich fast komplett gewandelt. Der Haxthausengarten wurde zu einem kleinen Park mit geschwungenen Wegen und Liegebänken. Rasenpyramiden und Mauerreste erinnern dort an die Eckpunkte des ehemaligen Gutshof. Durch den Abriss der ehemaligen Paderhallen-Verwaltung wurde eine Blickachse zum ehemaligen Gelände der Gärtnerei Kehl-Schwarze geschaffen. Hier lagen die Schwerpunkte in der ökologischen Aufwertung. Das Areal wurde um 75 Zentimenter abgesenkt, so dass amphibische Bereiche entstehen können. Das Wasser kann sich seinen Weg selber suchen. Noch ist die Insel matschig-braun. „Wir müssen der Natur Zeit geben", sagten Stefan Buschmeier und Axel Schröder vom städtischen Grünflächenamt bei einer Begehung des Geländes. Spätestens im Sommer sollen hier die Pflanzen sprießen. Betreten werden soll die Insel nicht, dafür wurden aber Stege gebaut, damit die Besucher sie aus der Nähe begutachten können. Und dabei vielleicht wie die Gäste der ersten Führung eine Wasseramsel entdecken, die sich in anderen naturärmeren Innenstädten eher nicht blicken lässt. Auch der Inselspitzenweg, die Brücke an der Paderwall-Unterführung, die Maspernpader und der Paderhallenvorplatz wurden einer Rundumerneuerung unterzogen und präsentieren sich heller, offener und vor allem natürlicher. "Projekt von nationaler Bedeutung" Großes Lob dafür gab es auch von den Gästen, die die Maßnahme im Zuge des Konzeptes „Flusslandschaft Pader" mitfinanziert hatten. Karl Jaser vom NRW-Ministerium für Heimat, Bau und Kommunales sprach von einem „Projekt von nationaler Bedeutung". Die Regierungsvizepräsidentin der Bezirksregierung Detmold, Anke Recklies, sah eine deutlich ökologische Verbesserung sowie eine Aufwertung für Touristen und Anwohner. Abgeschlossen sind die Arbeiten im Zuge der „Flusslandschaft Pader" aber noch nicht. Als nächstes steht die Umgestaltung der Michaelstraße an. Außerdem sollen die Paderwiesen zwischen Paderwall und Fürstenweg zu einem zusammenhängenden Paderauenpark werden. Beide Projekte sind noch in der Planungsphase.

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