Zum dritten Mal protestieren Paderborner Jugendliche in der Innenstadt. - © Birger Berbüsse
Zum dritten Mal protestieren Paderborner Jugendliche in der Innenstadt. | © Birger Berbüsse

Paderborn Fridays for Future: 1.100 Schüler demonstrieren in Paderborn fürs Klima

Zum dritten Mal wird in der Paderborner Innenstadt besserer Klimaschutz gefordert

Paderborn. Auch schlechtes Wetter hält die Paderborner Jugendlichen nicht davon ab, sich für besseren Klimaschutz einzusetzen. Ganz im Gegenteil sogar: Mehr als 1.100 Menschen zogen am Freitagnachmittag bei der dritten Fridays-for-Future-Demo trotz teils heftigen Regengüssen durch die Innenstadt. Mehr als doppelt so viele wie bei den beiden vorigen Demos, wo es auch schon 500 Teilnehmer waren. Die deutlich angestiegene Zahl könnte auch darauf zurückzuführen sein, dass die Schüler und Studierenden dieses Mal nicht alleine waren. Unterstützung erhielten sie auch von ihren Eltern, die sich unter dem Namen "Parents for Future" der Bewegung angeschlossen haben. Und auch Lehrer gingen bei dem Klima-Protest gemeinsam mit ihren Schülern auf die Straße. Als "Teachers for Future" schlossen sie sich dem Ansinnen der Mädchen und Jungen an, wie der Kreisverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bereits im Vorfeld angekündigt hatte. Unübersehbar und unüberhörbar An der Massenkundgebung in der Paderborner City führt am Nachmittag kein Weg vorbei. Und zwar buchstäblich: Eine halbe Stunde appellieren die Jugendlichen leidenschaftlich an die Erwachsenen, dass sich endlich etwas tun müsse. Ihr junges Alter merkt man den Rednern dabei kaum an. Nachdem sich der schier endlos lange Demonstrationszug dann um kurz nach 13.30 Uhr vom Marktplatz aus in Bewegung gesetzt hat, füllen die Teilnehmer die Fußgängerzone. Dabei sind sie nicht zu überhören: "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!" rufen sie immer wieder. Und: "Hopp, hopp, hopp - Dieselstopp." Dazu halten sie ihre kunterbunten selbstgestalteten Pappschilder in die Höhe, die so sinnbildlich für die Fridays-for-Future-Bewegung stehen. Auf ihnen prangen die Forderungen der jungen und alten Demonstranten - und auch viele augenzwinkernde Botschaften. Beispiele wären: "Advent, Advent, die Erde brennt", "Protestieren geht über studieren" und "Mami, was ist ein Schneemann?" Vom Westerntor ziehen die Klimaschützer über den Liboriberg bis zum Kasseler Tor - und bringen damit den Verkehr auf diesem Teil des Inneren Rings komplett zum Erliegen. Dass viele der wartenden Autofahrer den Motor nicht ausschalten, kommt bei den Demonstranten gar nicht gut an. "Motor aus!" brüllen sie immer wieder. Mit im Zug marschiert auch Sonja Biedermann, die zu "Parents for Future" gehört. Die zweifache Mutter und baldige Großmutter sagt: "Meine Kinder kennen doch kaum noch Schnee." Wenn es mit dem Klima so weiter ginge, hätten ihre Kinder und Enkel in der Zukunft nichts mehr zu lachen. "Deshalb ist es wichtig, dass wir am Ball bleiben - dann werden wir auch Erfolg haben." Dem stimmt Mandy Bittner-Schweter zu. Sie hat kürzlich ihr sechstes Kind zur Welt gebracht - und trägt es bei der Demonstration im Tragegurt. "Ich will, dass meine Kinder auf einem Planeten mit Wasser, Bäumen, Insekten und Tieren leben können", sagt sie. Das Engagement der Jugendlichen lobt sie, fordert aber auch: "Jetzt müssen die Erwachsenen übernehmen." Auch Grundschullehrerin Beatrix Pascherat findet den Einsatz der Schüler unterstützenswert. Deshalb ist sie auch zur dritten Fridays-for-Future-Kundgebung gekommen. "Wir haben doch nur diese eine Welt." Was sie von der Diskussion um das Schulschwänzen hält? "Ich stelle das Engagement höher als die Fehlstunden." Die nächste Friday-for-Future-Demo soll in drei Wochen stattfinden - allerdings morgens um 10 Uhr. "Dann schwänzen wir wirklich", ruft Mitorganisatorin Laetitia Wendt den Teilnehmern am Ende zu. Und erntet damit großen Jubel.

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