Alter Bahnhalt Ringelstein: Kommt neues Leben auf die einstige Strecke der Almetalbahn? - © Johannes Büttner
Alter Bahnhalt Ringelstein: Kommt neues Leben auf die einstige Strecke der Almetalbahn? | © Johannes Büttner

Kreis Paderborn Politischer Wille für die Almetalbahn ist vorhanden

Almetalbahn-Reaktivierung: NPH-Verbandsversammlung votiert einstimmig für eine Machbarkeitsstudie und die Untersuchung der gesamtwirtschaftlichen Rentabilität

Kreis Paderborn. Bis zur Reaktivierung der Almetalbahn zwischen Paderborn und Büren bis nach Brilon ist es noch ein langer Weg. Der politische Wille dafür ist jedoch da. Einstimmig bitten die Mitglieder der Verbandsversammlung des Nahverkehrsverbundes Paderborn-Höxter (nph), den Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) als zuständigen Aufgabenträger um eine Aktualisierung der Standardisierten Bewertung und im Vorfeld um die Erstellung einer entsprechenden Machbarkeitsstudie für die rund 60 Kilometer lange Eisenbahnstrecke. Die Reaktivierung der Almetalbahn ist nach wie vor im aktuellen Nahverkehrsplan des NWL enthalten. Jetzt sollen die Grundlagen dafür erarbeitet werden. Mit der Standardisierten Bewertung soll ein Kosten-Nutzen-Indikator (NKI) ermittelt werden, mit dessen Hilfe eine gesamtwirtschaftliche Rentabilität nachgewiesen werden kann. Volkswirtschaftlich sinnvoll Eine derartige Bewertung war bereits im Jahr 2010 vorgenommen worden. Die Streckenführung über die „Historische Trasse" war damals mit einem NKI von 1,2 und damit für volkswirtschaftlich sinnvoll bewertet worden (ab einem Wert von mehr als 1,0). Die Streckenführung sah vom Haltepunkt Ahden aus die Anbindung zum Flughafen mit einem Busshuttle vom Wewelsburger Bahnhof vor. Unterstellt wurden ein 30-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit und ein 60-Minuten-Takt in der übrigen Verkehrszeit. Die Reaktivierung scheiterte jedoch an einem jährlichen Betriebskostenzuschuss von 3,8 Millionen Euro, den Politik und Kommunen nicht mittragen wollten. Eine vom Kreis Paderborn im Sommer 2016 beantragte Potenzialanalyse stillgelegter Bahnstrecken durch den Deutschen Bahnkunden-Verband (DBV) und der DB Netz AG wird es wegen der bestehenden Eigentumsverhältnisse jedoch nicht geben. Gute Infrastruktur für die Region wichtig Landrat Manfred Müller begrüßte das Votum. „Es ist richtig, die Standardisierte Bewertung zu aktualisieren und im Sinne der Auslastung auch die Strecke bis Brilon zu überprüfen", so Müller. Bei mehrstelligen Millionenbeträgen benötige eine politische Entscheidung eine fundierte Grundlage. Die Prosperität einer Region hänge von einer guten Infrastruktur ab. Nach den Ausführungen von Müller sei der Erwerb der Trasse durch den Kreis Paderborn strategischer Natur gewesen, um eine spätere Realisierung zu sichern, auch für andere Verkehre. Die bündnisgrüne Kerstin Haarmann bedauerte, dass sich „die Deutsche Bahn einen schlanken Fuß macht". Sie verwies auf 25 Projekte bezüglich Reaktivierungsstrecken in Norddeutschland und einer ähnlichen Anzahl im Süden. Ähnlich wie in Hessen sollten beim Verfahren auch Umwelteffekte und die Verlagerung von Verkehren miteinbezogen werden. Dass die Almetalbahn Thema bei der Verbandsversammlung war, geht auf eine Anfrage der CDU-Fraktion zur aktuellen Situation zurück.

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