Soll die Innenstadt stärken: Bürgermeister Michael Dreier sieht die Stadtverwaltungsplanung als Meilenstein. - © Illustration: Behet-Bondzio-Lin/Stadt Paderborn
Soll die Innenstadt stärken: Bürgermeister Michael Dreier sieht die Stadtverwaltungsplanung als Meilenstein. | © Illustration: Behet-Bondzio-Lin/Stadt Paderborn

Paderborn Entscheidung über Paderborner Stadtverwaltung fällt später

Verwaltungs-Standort am Abdinghof: Am 15. November soll der Rat grünes Licht geben. Bürgermeister Dreier liefert gewünschte Zahlen nach. 2024 sollen Neubau und Sanierung fertig sein

Paderborn. Die Kosten von 69,5 Millionen Euro für die neue Stadtverwaltung am Abdinghof sind seit Kurzem bekannt. Sonst aber fehlten genaue Informationen zum Zeitplan oder zur Unterbringung von Ämtern und Institutionen. Daher war die Entscheidung über das Vorhaben vertagt worden. Die gewünschten Zahlen hat Bürgermeister Michael Dreier am Donnerstag im Rat nachgeliefert, die Entscheidung wird aber erst in der Sitzung am 15. November fallen. Mit dem Bekanntwerden der 69,5 Millionen für den Umbau und die Sanierung am Abdinghof machten unter den Ratsmitgliedern viele Zahlen die Runde. Damit einher ging das Aufwärmen des früher gehandelten Standorts Florianstraße und der lange favorisierten Alanbrooke-Kaserne. Abdinghof und Hoppenhof Bürgermeister Dreier unterstrich in einem vorherigen Pressegespräch die Bedeutung des Abdinghofs mit einem Bürgerservice als „absoluten Meilenstein im Herzen der Stadt", der zur „Stärkung der Innenstadt" führe. Zudem begegnete er der Kritik, dass sich die Stadt mit dem Standort-Doppel Abdinghof und Hoppenhof für die teuerste Lösung entschieden habe. Fakt ist: Zu den 69,5 Millionen Euro für den Abdinghof-Teil kommen für Ankauf, Umbau und Sanierung am Hoppenhof weitere 24 Millionen. Zur Spekulation von Franz-Josef Henze (SPD), dass am Hoppenhof auf Raumgründen ein fünfter Turm nötig werde, meinte Dreier: „Das ist zur Zeit nicht nötig." Auch dem Vorwurf, bei der Sanierung der Gebäude A und B sei bei kalkulierten 13 Millionen keine Preissteigerung berücksichtigt, begegnete Dreier: Damals seien 12,6 Millionen Euro angesetzt gewesen. In der Zwischenzeit wurden Teile – unter anderem das Dach – bereits saniert. Diese Arbeiten abgezogen, komme man auf 10 Millionen. Preissteigerungen hinzu gerechnet, läge man bei 13 Millionen. 86 Millionen für den Standort Alanbrooke Ein Neubau an der Florianstraße wurde 2011 mit 79,5 Millionen Euro kalkuliert. Zuzüglich einer jährlichen Kostensteigerung von zwei Prozent mache dies bei einem Baugebinn im nächsten Jahr etwa 92 Millionen Euro, so Dreier. Beim Standort Alanbrooke ging die Stadt zuletzt von 78,7 Millionen Euro aus, mit den Mehrkosten aufgrund der Preissteigerungen seien es heute 86 Millionen. Am Abdinghof wäre dann ein Kulturstandort entstanden. Allerdings wäre dieses Vorhaben mit 27 Millionen Euro gefördert worden. Beim Abdinghof einschließlich der umliegenden Plätze sind es 12,6 Millionen. Verändert hat sich in der Planung bei den städtischen Verwaltungsmitarbeitern, die am Abdinghof tätig sein werden: Sie wuchs von 750 auf 922 Köpfe – etwa 100 Stellen. Gegenüber der früheren Planung sei auch der Platzbedarf für den Bereich Ausbildung gestiegen, sagte Monika Bürger, Leiterin des Hauptamts. Das neue Bürgerservice-Zentrum hat auf acht Ebenen eine Bruttofläche von 11.000 Quadratmetern. Er umfasst unter anderem Tourist-Info, Familien-Service-Center, Kinder- und Computerbibliothek, Padersprinter sowie Einwohner- und Standesamt, Ordnungsamt, Rechtsamt, Amt für Liegenschaften und Wohnungswesen und Rechnungsprüfungsamt. Umbau startet 2019 Mit 17,8 bis 18,8 Millionen Euro wird der Haushalt von 2021 bis 2023 am stärksten belastet. Sparen kann die Stadt durch künftig wegfallende Mieten für die Kinderbibliothek oder B.O.S.S.-Wache (160.000 Euro). Durch die Vermietung von Flächen für ein Café und Einzelhandel (im Heisingschen Haus) nimmt die Stadt 40.000 Euro ein. Gespart werde auch durch die Verwendung von Paderwasser zum Heizen und Kühlen (100.000 Euro pro Jahr). Sören Lühr, Leiter des Gebäudemanagements Paderborn, gab einen zeitlichen Überblick: Außer dem Archiv werden aus dem Technischen Rathaus alle Kräfte zum Hoppenhof ziehen – dem künftigen Standort fürs Technische und Soziale. Der Umbau dort startet ab 2019. Ab August 2019 folgen die ersten Umzüge aus dem Technischen Rathaus. Die dort frei werdenden Räumlichkeiten werden ab Ende 2019 für Mitarbeiter vom Abdinghof genutzt. Zur gleichen Zeit ist in der City der Abriss der Gebäude C und Ca geplant. Nachdem Archäologen alles sechs Monate untersuchen, soll mit dem Neubau und der Sanierung (A und B) Ende 2020 begonnen werden. 2024 soll das neue Stadthaus am Abdinghof fertig sein. Übrigens hätten die Verwaltungsgeschäfte in der Kaserne nach der Ursprungsplanung in diesen Tagen laufen sollen.

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