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Paderborn Wiki: Wie das Ende des Prager Frühlings die Paderborner bewegte

Westerntor-"Sit-In" gegen den Einmarsch

Jochem Schulze

Paderborn. In dieser Woche wird in vielerlei Hinsicht an den 21. August 1968 erinnert werden. Der Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei zählt zu den wichtigsten Ereignissen des Kalten Kriegs. Die naheliegende Frage, wie die Geschehnisse in Paderborn aufgenommen wurden, soll an dieser Stelle beantwortet werden. Das gewaltsame Ende des Prager Frühlings mit seinen Demokratisierungsbewegungen war das Stadtgespräch. "In den Büros, in den Fabriken und auf den Straßen gab es nur ein Thema", berichtet die Neue Westfälische am Donnerstag, 22. August 1968. Noch am Tag des Einmarschs hatten die Paderborner SPD und die Jusos ein Spendenkonto "Freiheit für die CSSR" eingerichtet. Am Donnerstag veranstaltet die Junge Union einen Schweigemarsch. Vom Rathaus geht es zum Westerntor. Auf dem Rondell des damaligen Kreisverkehrs kommt es tatsächlich zu einem halbstündigen "Sit-In". Auf den mitgeführten Plakaten wird "Russen raus aus der CSSR" gefordert. Am Freitag folgen einem Demonstrationsaufruf der Schülermitverwaltung (SMV) des Gymnasiums Theodorianum mehr als 500 junge Menschen. In der Innenstadt bricht der Verkehr zusammen. Am Samstag sammeln die Jusos im Schildern Unterschriften. Mehr als 1.400 Paderbornerinnen und Paderborner zeichnen auf dem Weg vom oder zum Wochenmarkt ein Papier gegen die "üble Unterdrückung" der Tschechoslowakei. Der Paderborner SPD-Bundestagabgeordnete Ulrich Lohmar übergibt die Unterschriften in der Woche darauf in Remagen-Rolandseck dem UdSSR-Botschafter Semjon Zarapkin. Haben Sie auch eine Frage, liebe Leserinnen und Leser? Dann schreiben Sie uns unter paderborn@nw.de oder an die Gertrud-Gröninger Straße 12 in 33102 Paderborn. Wir versuchen, Ihre Fragen zu beantworten und veröffentlichen Antworten immer montags an dieser Stelle.

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