Paderborn Wie der Monte Scherbelino in Paderborn wirklich entstanden ist

Die Trümmer-Legende

Jochem Schulze

Paderborn. Im November vergangenen Jahres hat sich diese Kolumne mit der Geschichte des Monte Scherbelino beschäftigt. Der markante Hügel am oberen Querweg sei nach 1945 aus dem Trümmerschutt der durch Bomben zerstörten Stadt errichtet worden, hieß es. Diese Überlieferung, die auch in offiziellen Broschüren verbreitet wird, ist jedoch falsch. Denn NW-Leser Volker Loges hat sich im vergangenen halben Jahr nochmals intensiv mit dem Thema beschäftigt und ist unter anderem im Stadtarchiv fündig geworden. Der "Monte", wie ihn die Paderborner liebevoll nennen, ist erst von 1957 bis 1962 auf dem Gelände eines ehemaligen Steinbruchs entstanden. Diese Grube ist zunächst mit Hausmüll komplett verfüllt worden. Später wurde sogar eine Hochdeponie errichtet, die erst 1962 geschlossen wurde. In den darauffolgenden Jahren wurde der Paderborner Hausmüll an der Bundesstraße 68 auf Höhe der damals noch kurvenreichen Durchfahrt im Haxtergrund entsorgt. In unmittelbarer Nähe des Querwegs war aber bis 1955 ein weiterer Steinbruch tatsächlich komplett mit Trümmerschutt verfüllt worden. Möglicherweise ist hier der Grund für die falsche Überlieferung der Monte-Geschichte zu suchen. Haben Sie auch eine Frage, liebe Leserinnen und Leser? Dann schreiben Sie uns unter www.nw.de oder an die Gertrud-Gröninger Straße 12 in 33102 Paderborn. Wir versuchen, Ihre Fragen zu beantworten und veröffentlichen Antworten immer montags an dieser Stelle.

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