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Die Suche nach Investoren für die insolvente Wellemöbel-Gruppe aus Bad Lippspringe geht weiter. - © Wellemöbel
Die Suche nach Investoren für die insolvente Wellemöbel-Gruppe aus Bad Lippspringe geht weiter. | © Wellemöbel

Bad Lippspringe Suche nach Investoren für Wellemöbel geht weiter

Insolvenzverfahren ab 1. März: Die Gläubiger entscheiden, dass der Betrieb weitergehen soll. Fast 200 Mitarbeiter sind davon betroffen.

Kristoffer Fillies
26.02.2019 | Stand 26.02.2019, 19:07 Uhr

Bad Lippspringe. Die Welle-Unternehmensgruppe kämpft weiter ums Überleben. Die Gläubiger des Traditionsunternehmens lassen die Arbeiten auch nach dem 1. März weiterlaufen – für diesen Tag rechnet Rechtsanwalt Frank Kebekus mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens durch das Amtsgericht Paderborn. Befürchtet wurde schon eine Schließung zu diesem Termin. Fast 200 Mitarbeiter sind von der Suche nach Investoren betroffen. Die Gläubiger stimmten gestern während einer gemeinsamen Sitzung mit Insolvenzverwalter Kebekus zu, den Welle-Geschäftsbetrieb auch nach Insolvenzeröffnung am kommenden Donnerstag fortzuführen. „Dieser zusätzliche Zeitraum soll genutzt werden, um die bereits eingeleitete Investorensuche nochmals zu intensivieren", heißt es in einer Presseerklärung des Düsseldorfer Insolvenzverwalters Frank Kebekus, der unter anderem für die Abwicklung von Air Berlin bekannt ist. Für Wellemöbel bleibt es schwierig Der Gewerkschaftssprecher Carmelo Zanghi, IG Metall, hat bereits vor einigen Tagen wenig Hoffnung für den Wellemöbel-Standort geäußert. Nach der monatelangen Suche könne er sich schwer vorstellen, dass jetzt noch ein neuer Investor aus dem Hut gezaubert werden könne. Insolvenzverwalter Kebekus dankt in der aktuellen Pressemitteilung den Mitarbeitern des Unternehmens sowie den Hauptkunden, die eine Wiederaufnahme der Geschäftstätigkeit in der vergangenen Weihnachtszeit erst möglich gemacht hätten. Für weitere Nachfragen war er jedoch nicht mehr erreichbar. Welle-Geschäftsführerin Anna Sommermeyer-Rickert sagte auf NW-Anfrage: „Über das positive Ergebnis des Gläubigerausschusses freue ich mich sehr." Darüber hinaus verwies sie auf die Pressemitteilung des Insolvenzverwalters. Seit Dezember waren drei Gesellschaften der Unternehmensgruppe – Wellemöbel, MF Bad Lippspringe und das Logistikunternehmen Howelpa Logistik – im vorläufigen Insolvenzverfahren. Seitdem ist Rechtsanwalt Frank Kebekus aus Düsseldorf mit der Verwaltung der Insolvenz beauftragt und auf der Suche nach möglichen Geldgebern für das zahlungsunfähige Unternehmen. Zahlungsfähigkeit muss wieder erreicht werden Die Zukunft des Unternehmens bleibt somit ungewiss. Mitarbeiter befürchteten bereits, dass zum 1. März die Lichter von Wellemöbel ausgehen – und hatten nach einer Mitarbeiterversammlung am vergangenen Donnerstag das Werk in Bad Lippspringe spontan verlassen. Mit dem anstehenden Insolvenzverfahren wird versucht, das Unternehmen wieder zahlungsfähig zu machen und Gläubigeransprüche zu erfüllen. Dafür braucht es Geld. Möglich wäre das durch große Aufträge und durch Investoren. Schon in den Jahren 2002/03 und 2014/15 befand sich Wellemöbel in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, wurde beide Male umstrukturiert und konnte weitermachen. Im vergangenen Herbst wurde bekannt, dass erneut Lohnzahlungen für Mitarbeiter verschoben werden mussten. Das Welle-Unternehmen besteht seit 1896. 

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