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Arbeit nicht nur für die Großen

Nordumgehung: Aufträge für knapp 30 Millionen Euro sollen mittelstandsfreundlich vergeben werden

VON JÖRG STUKE
18.11.2008 | Stand 04.02.2015, 12:33 Uhr

Bad Oeynhausen. Die großen Brocken werden auch die Großen schlucken: Für den Bau der Werrebrücken oder den Autobahntunnel in Dehme kommen wohl nur die Riesen der Branche in Frage. Kleinere Gewerke der Nordumgehung aber sollen so ausgeschrieben werden, dass auch der Mittelstand etwas davon hat. Insgesamt sollen so 20 Prozent der Bausumme - Aufträge im Wert von knapp 30 Millionen Euro - an kleinere Unternehmen aus der Region vergeben werden.

Die ersten Aufträge sind schon in der Nachbarschaft gelandet: Die Regenrückhaltebecken westlich und östlich der Eidinghausener Straße sowie die beiden Brücken über den Karbach werden derzeit von Unternehmen aus Minden und Hille gebaut.

"Die Vergabeordnung sieht vor, dass einzelne Auftragslose, die über einer Million Euro liegen, europaweit ausgeschrieben werden müssen", erläutert Tobias Fischer, Projektleiter der Nordumgehung bei der Planungsbehörde Straßen NRW. Mindestens 80 Prozent der Bauleistungen müssen bei Großprojekten so vergeben werden, 20 Prozent können in kleinere Gewerke aufgeteilt werden, die dann jeweils unter einer Million Euro liegen müssen. Auch weil das Verfahren für diese kleineren Aufträge deutlich einfacher ist als die europaweite Ausschreibung, liege es auch im Interesse von Straßen NRW, das zulässige Kontingent von 20 Prozent der Gesamtbausumme mit dieser begrenzten Ausschreibung auszuschöpfen.

Was Fischer und das Team von Straßen NRW aktuell auf dem Tisch haben, sind allerdings erst einmal die großen Brocken: So werden derzeit die beiden großen Brücken, die die Nordumgehung über die Werre führen werden, zur Ausschreibung vorbereitet. Beide Brücken - die Gohfelder mit 300 Metern Länge, die Rehmer mit 150 Metern - sollen bis Mitte 2009 zusammen im Paket vergeben werden, das zusammen rund 30 Millionen Euro schwer sein wird. "Da für diese Brücken die Anforderungen an Statik und Ausführung sehr hoch sind, müssen die Unternehmen, die sich hierfür bewerben, auch über entsprechende Kapazitäten verfügen", so Fischer.

Ob die derzeit stark fallenden Stahlpreise am Ende den Brückenbau auch spürbar billiger machen als bislang kalkuliert, wagt Fischer nicht zu sagen. "Ohnehin wird es im Vertrag eine Klausel geben, die die Rohstoffpreise bei einer länger dauernden Bauphase flexibel hält", erläutert Fischer. Mindestens zwei Jahre Bauzeit sind für die Werrebrücken vorgesehen - eine Frist, in der die Stahlpreise womöglich noch erheblich schwanken können.

Kleinere Unternehmen kommen dann wieder ins Spiel, wenn kleine Brücken - wie sie derzeit über den Karbach gebaut werden - ausgeschrieben werden. Und zum Ende der Bauphase, wenn es um die Beschilderung, die Fahrbahnmarkierungen und den Lärmschutz an der Nordumgehung geht.

"30 Millionen Euro, die in den nächsten Jahren in die Bauwirtschaft der Region fließen, können wir natürlich gut gebrauchen", sagt Karl-Ernst Hunting von der IHK Minden. "Vom Bau der Nordumgehung gehen eindeutig positive Impulse für unsere Wirtschaft aus", ist Hunting überzeugt.

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