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Weg mit dem Prellbock: Der SPD-Bundestagsabgeordnete Achim Post (l.) engagiert sich ebenso wie der Landtagsabgeordnete Ernst-Wilhelm Rahe für die Wiederbelebung der Bahn von Rahden in Richtung Bremen. Post wurde unweit des Rahdener Bahnhofs geboren. - © Joern Spreen-Ledebur
Weg mit dem Prellbock: Der SPD-Bundestagsabgeordnete Achim Post (l.) engagiert sich ebenso wie der Landtagsabgeordnete Ernst-Wilhelm Rahe für die Wiederbelebung der Bahn von Rahden in Richtung Bremen. Post wurde unweit des Rahdener Bahnhofs geboren. | © Joern Spreen-Ledebur

Lübbecker Land Rückenwind für Erhalt der Bahnlinie Rahden-Bremen

Achim Post und Ernst-Wilhelm Rahe freuen sich über die Aussagen pro Bahn durch den Verband deutscher Verkehrsunternehmen. Die beiden SPD-Politiker haben nun einiges vor.

Joern Spreen-Ledebur
17.08.2019 | Stand 16.08.2019, 19:39 Uhr

Rahden. Der Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VdV) fordert die Wiederbelebung von Bahnstrecken in ländlichen Regionen. In diese Liste nimmt der Verband, dem 600 öffentliche Verkehrsunternehmen angehören, wegen ihrer grundsätzlichen Bedeutung nun auch die Strecke von Rahden nach Bremen auf. Darauf hatte Martin Henke als VdV-Geschäftsführer Eisenbahn gegenüber der Neuen Westfälischen hingewiesen. Verband misst Linie erhebliche Bedeutung zu Der VdV plädiert dafür, sich bei den Bemühungen zum Erhalt des Sulinger Kreuzes, das die Deutsche Bahn AG in Teilen entwidmen und verkaufen will, auf die Strecke von Rahden gen Norden zu konzentrieren. Der Verband misst dieser Linie erhebliche Bedeutung zu – auch zur Entlastung des sehr stark belasteten Bahnknotens Hannover. Potenzial sieht der VdV für Güterverkehr und durchgehenden Personenverkehr zwischen Münster, Bielefeld, dem Lübbecker Land und Bremen. Daher fordert der Verband die Ertüchtigung der Strecke für bis zu 80 Stundenkilometer schnelle Züge und die Elektrifizierung. „Die VdV-Stellungnahme ist echter Rückenwind", freuen sich auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Achim Post und der SPD-Landtagsabgeordnete Ernst-Wilhelm Rahe über diese wichtige Stellungnahme pro Bahn. „Das zeigt, dass es sich lohnt, weiterzumachen", sagt Post – der unweit des Rahdener Bahnhofs in einem Eisenbahner–Haus das Licht der Welt erblickte. Aktionsbündnis Bünde-Bassum Post und Rahe gehören dem Aktionsbündnis Eisenbahnstrecke Bünde-Bassum (AEBB) an und stehen in regelmäßigem Austausch mit den AEBB-Aktiven um Detlev Block. Egal, ob ein Infrastruktur-Projekt neu oder schon lange in der Diskussion sei: „Da muss man langen Atem haben", macht Post im Gespräch mit der NW deutlich. „Da lasse ich mich nicht von einer Antwort aus einem Ministerium entmutigen", merkt Post mit Hinweis auf eine Stellungnahme des FDP-Bundespolitikers Frank Schäffler an. Der hatte in einer Mitteilung erklärt, das Bundesverkehrsministerium gebe der Bahn-Reaktivierung keine Chance. Achim Post und Ernst-Wilhelm Rahe sehen das ganz anders: „Die Klimadebatte führt dazu, über Verkehrs-Infrastruktur und Mobilität neu nachzudenken." Am Schluss sei Klimaschutz auch ganz praktisch und konkret. „Und die Bahn ist nun einmal sehr klimafreundlich." Daher passe das, was die DB nun bei Teilen des Sulinger Kreuzes plane, nicht in die Zeit. Rahe verweist auch auf Bildung: Mit der heimischen Strecke habe man eine direkte Verbindung in die Universitätsstädte Bielefeld und Bremen. Achim Post, der fast alle Fahrten nach Bielefeld mit der Bahn erledigt, erinnert an die Einigkeit bei Bürgermeistern, Bürgern und Abgeordneten pro Bahn. Wäre ein Grundstück verscherbelt, dann wäre die Strecke weg. Das müsse verhindert werden. Sollte ein Verkauf gar nicht zu verhindern sein, dann müsse überlegt werden, länderübergreifend tätig zu werden. Vielleicht finde man ein Eisenbahnunternehmen, das beim Bemühen zum Erhalt der Strecke unterstützt werden könne, so Rahe. Länderübergreifendes Handeln zum Erhalt der Bahn – das ist auch Gegenstand von Rahes Anfrage an die Landesregierung NRW. Post will mit der DB-Konzernbevollmächtigten über die VdV-Stellungnahme und auch mit dem neuen Bremer Bürgermeister sprechen. Beide Politiker wollen auch ein Treffen der Bundes- und Landespolitiker in Sulingen organisieren.

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