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Railion 294 590 führt einen Güterzug von Barenburg auf der Strecke des Sulinger Kreuzes nach Sulingen. - © Joern Spreen-Ledebur
Railion 294 590 führt einen Güterzug von Barenburg auf der Strecke des Sulinger Kreuzes nach Sulingen. | © Joern Spreen-Ledebur

Rahden Sulinger Kreuz: Nach Espelkamp spricht sich auch Rahden für Bahnstrecke aus

Rahdener Politiker sind für den Erhalt der Linie nach Bremen. FDP kritisiert Verhalten des bundeseigenen Konzerns.

Joern Spreen-Ledebur
13.07.2019 | Stand 12.07.2019, 22:14 Uhr

Rahden. Nach den Nachbarn in Espelkamp hat sich auch der Rat der Stadt Rahden für den Erhalt der Bahnstrecken des Sulinger Kreuzes ausgesprochen – und damit auch für den Erhalt der zurzeit stillgelegten Strecke von Rahden in Richtung Bremen. Eine entsprechende Resolution brachte die Politik einmütig auf den Weg. Wie berichtet will die Deutsche Bahn AG den Abschnitt von Sulingen nach Nienburg als Verkehrsweg für die Bahn entwidmen und die Trasse zwischen Ströhen und Barenburg verkaufen – beides würde eine Wiederbelebung der Bahnstrecken unmöglich machen, im letzteren Fall auch die Verbindung von Rahden nach Bremen endgültig kappen. Gegen dieses Vorhaben gibt es erheblichen Protest. Bürgermeister verweist auf Klimaschutz Es gehe bei diesem Thema auch ums Klima, hatte Rahdens Bürgermeister Bert Honsel ein wichtiges ökologisches Thema im Blick. Wäre die Strecke nach Barenburg weg, „dann wäre es das auch gewesen mit der Bahnstrecke nach Bremen". Eine Entwidmung der Strecke wäre aus Sicht von Friedrich Schepsmeier (SPD) ein „starkes Stück – im negativen Sinn und würde die Strecke töten". Unabhängig davon, wie man über eine mögliche Nutzung der Bahnstrecken denke, müsse man gegen eine Entwidmung stimmen. Schepsmeier möchte auch darüber sprechen, wie die Strecken wieder genutzt werden könnte. Er schlug vor, einen Vertreter des Verkehrsverbundes Ostwestfalen-Lippe einzuladen, um Ideen zum Personenverkehr zu besprechen. Auch über Güterverkehr müsse man reden. FDP kritisiert Verhalten des bundeseigenen Konzerns Hans-Eckhard Meyer (FDP) würdigte die gute Stellungnahme, die die Stadtverwaltung ausgearbeitet hatte. In Ostwestfalen-Lippe spreche man über die „Regionale" und die habe einen Schwerpunkt bei der Mobilität. „Dann verstehe ich nicht, warum so eine Verbindung gekappt werden soll, die zwei immer stärker zusammenwachsende Wirtschaftsräume verbindet." 80 Kilometer seien heute nichts mehr, hatte der FDP-Ratsherr Meyer die Oberzentren Bielefeld und Bremen im Blick. Anders als vom Kirchdorfer CDU-Bundestagsabgeordneten Axel Knoerig behauptet wird Exxon Mobil als Güterkunde auf dem Sulinger Kreuzes am Gütertransport per Bahn festhalten. Einen Grund für seine gegenteilige und unzutreffende Behauptung hatte Knoerig trotz wiederholter Nachfrage nicht genannt. Achim Post schaltet Konzernbevollmächtigte ein Das Vorgehen der Deutschen Bahn AG in Sachen Sulinger Kreuz hatte wie berichtet auch den SPD-Bundestagsabgeordneten Achim Post auf den Plan gerufen; er hat die Konzernbevollmächtigte für Niedersachsen eingeschaltet und engagiert sich für den Erhalt der Bahnstrecken. Kritik an der bundeseigenen Bahn AG wegen ihres Umgangs mit Strecken gibt es auch andernorts – bei der in Rheinland-Pfalz und im Saarland befindlichen Hochwaldbahn etwa. Auch hier engagiert sich wie beim Sulinger Kreuz ein Aktionsbündnis mit Unternehmen der Eisenbahninfrastruktur und des Eisenbahnverkehrs für die Wiederbelebung – und schaltete im März die Polizei ein: Laut einem Bericht der Saarbrücker Zeitung und des Fachmagazins Der Schienenbus hatte die Bahn AG mehrere Kilometer Gleise abgebaut, ohne dass es dafür eine Genehmigung durch das Eisenbahnbundesamt oder die Landeseisenbahnaufsicht Rheinland-Pfalz gab.

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