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Railion 294 590 führte einen Güterzug von der Exxon-Niederlassung Barenburg auf der Strecke des Sulinger Kreuzes nach Sulingen. - © Joern Spreen-Ledebur
Railion 294 590 führte einen Güterzug von der Exxon-Niederlassung Barenburg auf der Strecke des Sulinger Kreuzes nach Sulingen. | © Joern Spreen-Ledebur

Rahden So steht Espelkamp zum Erhalt der Bahnstrecke – Entscheidung in Rahden gefallen

Espelkamper haben schon Stellung bezogen. Rahdener Politiker entscheiden noch über den Erhalt der Bahnstrecke des Sulinger Kreuzes.

Joern Spreen-Ledebur
10.07.2019 | Stand 12.07.2019, 15:53 Uhr

Rahden. Der Rat in der Nachbarstadt hat es schon getan, nun folgte der Rat der Stadt Rahden. In Espelkamp hat sich am Mittwoch die Politik für den Erhalt der Bahnstrecken des Sulinger Kreuzes ausgesprochen. Nun forderte auch der Rahdener Rat einmütig den Erhalt der Strecke. Die nach wie vor als Verkehrsweg für den Bahnverkehr gewidmeten Strecken sollen als Option für eine Wiederbelebung auch der Bahnlinie von Rahden in Richtung Bremen erhalten bleiben. Ebenso wie die Rahdener verweisen die Espelkamper auf die Bedeutung der Bahn. Die Sicherung und Reaktivierung der Bahnstrecke Bielefeld-Rahden-Bassum-Bremen als durchgängige Zugverbindung zwischen den Oberzentren Bielefeld und Bremen würde zu einer deutlichen Verbesserung der verkehrlichen Erschließung im Güter- und Personenverkehr zwischen den angrenzenden Städten und Gemeinden sowohl in Niedersachsen als auch in Ostwestfalen-Lippe führen und einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Wohn- und Lebensverhältnisse der umliegenden Bevölkerung und zur Stärkung der Wirtschaft leisten, heißt es in der Resolution. Achim Post schaltet Konzernbevollmächtigte ein Mit der jetzt geplanten Entwidmung der Strecke von Nienburg nach Sulingen würde die Chance auf eine flexible Führung von Entlastungsstrecken dauerhaft vertan. Der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Achim Post hat sich an die DB-Konzernbevollmächtigte für Niedersachsen gewandt und verweist darauf, dass es für den Abschnitt Rahden-Ströhen (Hann.) einen Trassensicherungsvertrag gibt. Auch Post verweist auf die Bemühungen von vielen Seiten pro Bahn. Die Bahn-Anrainer in NRW hätten großes Interesse an einer Anbindung Richtung Bremen und Hannover. Aktionsbündnis wirbt bei Firmen für die Bahn In einer Stellungnahme an das Eisenbahnbundesamt verweist das Aktionsbündnis Eisenbahnstrecke Bünde-Bassum (AEBB) unter anderen auf eine Firma aus der Transportlogistik für Autos, die an der Strecke ansässig ist und sie nutzt. Laut AEBB wäre die Firma in Rehden bereit, zusätzliche Logistik Richtung Osten über die Schiene abzuwickeln. Das AEBB verweist auf Gespräche mit heimischen Raiffeisen-Gesellschaften, ob Warentransporte auf die Schiene verlagert werden können und nennt als Beispiel für Transporte per Bahn einen bedeutenden Stahlmatten-Hersteller im Lübbecker Land. Das ausgebaute Sulinger Kreuz wäre laut AEBB ein wichtiges Glied, um die bedeutenden Strecken Bremen-Hannover und Bremen-Osnabrück mit deren Nah- und Fernverkehr zu verbinden. Das Sulinger Kreuz sei auch eine Verbindung allerersten Ranges zwischen bedeutenden Wirtschaftsstandorten. Exxon Mobil will am Güterverkehr festhalten Mit Exxon Mobil gibt es derzeit auf dem Sulinger Kreuz einen Güterkunden. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig hatte in einer Stellungnahme gegenüber der NW behauptet, Exxon wolle die Gütertransporte einstellen. Dem aber ist nicht so, Exxon widerspricht dieser Darstellung. „Aus unserem Ölbetrieb in Barenburg fährt pro Woche rund ein Güterzug – aus circa 15 Kesselwagen bestehend – mit Reinöl Richtung Raffinerie in Lingen", teilte Exxon-Sprecher Klaus Torp auf Nachfrage mit. Im vorigen Jahr seien es insgesamt 72 Güterzüge mit 1.116 Kesselwagen gewesen, die rund 59.000 Tonnen Rein-öl abtransportierten. Torp: „Für die nächsten Jahre sind keine Änderungen des Öltransports geplant. Sollte es zu Förderratenerhöhungen im Erdölfeld Barenburg kommen, würden Transportfrequenz und -mengen ansteigen." CDU-Bundespolitiker bleibt Antwort auf Nachfrage schuldig Warum der CDU-Bundestagsabgeordnete aus Kirchdorf  (Kreis Diepholz) dennoch vom Aus für den Güterverkehr sprach? Das sagte er gestern auf Nachfrage nicht. Knoerig zitierte lediglich die Auskunft, die die NW bereits von Exxon erhielt. Auf den Hinweis, die Frage sei nicht beantwortet und auf die   wiederholte Nachfrage, warum er denn vom Aus für den Güterverkehr gesprochen habe, obwohl Exxon das Gegenteil sage, antwortete Knoerig  nicht.  Er behauptete stattdessen, die Frage beantwortet zu haben und sieht nach eigenen Angaben "keinen Anlass für weitere Äußerungen". Der Grund für Knoerigs Aussage zum Güterverkehr bleibt demzufolge  offen. Diepholz setzt auf Sicherung der Strecke Die politischen Gremien des Landkreises Diepholz haben sich in den vorigen Jahren mehrfach mit der Thematik der bestehenden Bahnstrecken im Landkreis befasst und für eine Sicherung bestehender Schienentrassen eingesetzt. Daran erinnerte gestern Jens-Hermann Kleine, Kreisrat im Diepholzer Kreishaus. So werde durch das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) des Landkreises Diepholz etwa die Strecke Bassum-Sulingen-Rahden wie auch die Strecke Diepholz-Sulingen-Nienburg jeweils bis zur Kreisgrenze als „Vorranggebiet sonstige Eisenbahnstrecke" festgelegt. Vorhaben gegen Bestand der Strecke laut Kreis unzulässig Damit setze der Landkreis Diepholz planerisch sein „schärfstes Mittel" ein, um die Trassen langfristig zu sichern. Vorhaben, die der Sicherung dieser Schienenstrecken entgegenstünden, seien damit grundsätzlich planungsrechtlich nicht zulässig. Kleine verwies darauf, dass die Bindungswirkung des RROP unabhängig vom jeweiligen Eigentümer der Strecken beziehungsweise Flurstücke in dem Gebiet bestehe. Daran erinnert auch Achim Post. Darüber hinaus begrüße der Landkreis ausdrücklich die Nutzung der bestehenden Schienentrassen im Güterverkehr. Deutlich wird diese Haltung des Landkreises laut Kleine auch an dem kürzlich im Kreistag am 2. Juli gefassten Beschluss zur Unterstützung einer Zweckvereinbarung zwischen den Landkreisen Diepholz, Heidekreis, Nienburg/Weser und Verden zur Stärkung des Güterumschlages auf der Schiene durch regional tätige Eisenbahnunternehmen. An der Erstellung eines entsprechenden Konzeptentwurfes beteilig sich der Landkreis Diepholz mit bis zu 25.000 Euro.

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