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Eine Premiere: Erstmals war der Abschnitt von Oldendorf nach Offelten wieder Teil der Tour. In Offelten liegen schon Gleisjoche parat für die Sanierung des nächsten Streckenabschnitts. - © Joern Spreen-Ledebur
Eine Premiere: Erstmals war der Abschnitt von Oldendorf nach Offelten wieder Teil der Tour. In Offelten liegen schon Gleisjoche parat für die Sanierung des nächsten Streckenabschnitts. | © Joern Spreen-Ledebur

Pr. Oldendorf Museumsbahn fährt wieder

Die Museumsbahn rollt wieder: Der altgediente Buffetwagen hat seine Farbe gewechselt. Nächster Gleisabschnitt wird in Kürze saniert

Joern Spreen-Ledebur
13.05.2018 | Stand 11.05.2018, 18:49 Uhr

Pr. Oldendorf. Es war ein ordentlicher Start in die neue Saison. Die Mitglieder der Museumseisenbahn Minden (MEM) hatten an ihrem Standort in Pr. Oldendorf alles gut organisiert und im Griff. So ganz war es aber kein Saisonstart wie immer, denn es gab Neues. Gleich vier Mal rollte der Zug mit Wagen aus Zeiten der Länderbahnen und der Deutschen Reichsbahn über die Gleise der alten Wittlager Kreisbahn, der heutigen Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück (VLO). Die von der Maschinenfabrik Kiel gebaute rote Diesellok wird in diesem Jahr 60 Jahre jung. Sie führte an Himmelfahrt den einst für Klein- und Nebenbahnen typischen Zug. Bahn startete dieses Mal nicht in Pr. Oldendorf In dessen Look im alten "Reichsbahn-Grün" reihte sich nun auch der MEM-Buffetwagen ein. Sein rotes Farbkleid hat der Waggon nach gut 40 Jahren verloren. Das sei auch nicht wirklich eine passende Farbe gewesen, meinte Harald Uhle von der Museumsbahn an. Die Farbgebung des Buffetwagens war damit eine der Neuerungen. Erstmals seit vielen, vielen Jahren startete der historische Zug auch nicht erst in Pr. Oldendorf, sondern schon in Offelten. Voriges Jahr war dieser Streckenabschnitt saniert worden. Und es geht noch weiter - in den kommenden Monaten soll der Abschnitt in Offelten bis östlich der Bundesstraße 65 aufgearbeitet werden. Die Gleisjoche liegen schon parat. Der Bahnübergang selbst soll dann erneuert werden, wenn auch die B 65 in diesem Abschnitt saniert wird, merkte Harald Uhle im Gespräch mit der Neuen Westfälischen an. Dann wird auch die Sicherungstechnik modernisiert. Noch offen ist, wann die Strecke wieder bis Bad Holzhausen befahrbar ist und damit wieder Anschluss gegeben ist an die Bahnstrecke Bielefeld-Rahden(-Bassum). Das hänge auch von Zuschüssen ab, sagte Uhle. Die komplette Sanierung der VLO-Bahnlinie bis Bad Holzhausen aber sei das Ziel. Noch bis Juni werden zwischen Wehrendorf und Bohmte die Brücken der Bahn über die Hunte und über den Mittellandkanal saniert. Die Huntebrücke stammt teilweise noch aus der Bauzeit der Strecke vor mehr als 100 Jahren. Daher endeten die Züge am ersten Fahrtag des Jahres in Wehrendorf. Eisenbahnfreunde konnten zuschauen, wie in Bad Essen rangiert wurde - schließlich setzten die Museumsbahner auch den 1935 in Bautzen für die Deutsche Reichsbahn gebauten Triebwagen als Steuerwagen ein. Auch das war neu und ist nicht alle Tage zu sehen. Langfristiges Ziel ist es, dass auf der alten WKB-Strecke wieder unter Dampf gefahren wird. Dafür möchten die Museumsbahner eine Dampflok des preußischen Typs T 3 (später Baureihe 89) aufarbeiten. Ein Zuschussantrag ist gestellt, die MEM wartet auf eine Entscheidung. Rund zwei, drei Jahre werde es dann dauern, bis die Lok dann aufgearbeitet sei, meinte Uhle. Das sei ja auch nicht das einzige, was gemacht werden müsse. Auch an den Waggons sei immer was zu tun. Durchschnittlich ein Waggon pro Jahr stehe zur Hauptuntersuchung an und das sei mit viel Arbeit verbunden. Einige reguläre Fahrtage stehen nun noch bevor. Standbein der MEM in Pr. Oldendorf sind aber Sonderfahrten oder Eventfahrten - etwa die Touren an Heiligabend oder zum Eiersuchen an Ostern.

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