0
Stefan Schmidt vom Landwirtschaftlichen Kreisverband (v. l.), Ernst Flömer, Dirk Langelahn vom Landwirtschaftlichen Kreisverband, ?Rainer Meyer, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, Bianca Winkelmann, Anne Flömer, Cord und Miriam Peitsmeyer sahen sich den neuen Boxenlaufstall an. . Eine Wellnessanlage mit Bürsten und riesige Ventilatoren sind in dem neuen Stall auch vorhanden. 
?Fotos: Karsten Schulz - © Karsten Schulz
Stefan Schmidt vom Landwirtschaftlichen Kreisverband (v. l.), Ernst Flömer, Dirk Langelahn vom Landwirtschaftlichen Kreisverband, ?Rainer Meyer, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, Bianca Winkelmann, Anne Flömer, Cord und Miriam Peitsmeyer sahen sich den neuen Boxenlaufstall an. . Eine Wellnessanlage mit Bürsten und riesige Ventilatoren sind in dem neuen Stall auch vorhanden.
?Fotos: Karsten Schulz | © Karsten Schulz

Espelkamp-Gestringen Erntebilanz 2019: Hier fühlen sich die Espelkamper Kühe wohl

Der Landwirtschaftliche Kreisverband und Bianca Winkelmann (MdL, CDU) sprachen auf dem Hof Flömer-Peitsmeyer über den bisherigen Ertrag. Das Fazit fällt sehr durchwachsen aus.

Karsten Schulz
23.08.2019 | Stand 22.08.2019, 19:47 Uhr

Espelkamp. Für viele Landwirte ist 2019 das zweite Dürrejahr in Folge. Entsprechend Sorgen machen sie sich bei der Erntebilanz. Das machte Rainer Meyer, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Kreisverbandes Minden-Lübbecke, gestern Morgen im Gespräch mit der CDU-Landtagsabgeordneten Bianca Winkelmann deutlich. Gemeinsam hatte man den Hof Flömer-Peitsmeyer in Gestringen besucht, der besonders betroffen ist vom 2. Dürrejahr in Folge. Vor allem ist das Grünland betroffen Dies betrifft zwar nicht so sehr die Getreideernte, die durch die Niederschläge im Frühjahr und Frühsommer noch relativ gut ausgefallen ist, sondern vielmehr die Grünlandbewirtschaftung, wie Cord und Miriam Peitsmeyer und Anne und Ernst Flömer deutlich machten. „Wir haben zwar die beiden ersten Mahden gut reingebracht, aber schon bei der dritten kommt kaum etwas herum, und zur vierten kommen wir erst gar nicht", so die Landwirte. Gerade die beiden letzten sind wichtig für die Futtermittelversorgung der 270 Kühe,die sich in den Ställen befinden. „Flömer-Peitsmeyer sind deshalb besonders betroffen, weil sie dann im Winter teuer dazukaufen müssen und noch zusätzlich ihren gerade neu gebauten Stall, der nach neuesten Vorgaben errichtet worden ist, finanzieren müssen", so Meyer. „Das Tierwohl steht bei uns immer im Vordergrund", sagt Cord Peitsmeyer, der sich aufgrund der anhaltend trockenen Witterung in der heimischen Region Sorgen macht. „Auf keinen Fall kommt es in Frage, dass wir unseren Tierbestand deshalb verkleinern." Im Nordgürtel des Kreises gibt es viele Sandböden Meyer ergänzt, dass insbesondere der „Nordgürtel" des Kreises Minden-Lübbecke von extremer Trockenheit im zweiten Jahr hintereinander betroffen sei. Damit gemeint sind vor allem das Gemeindegebiet Stemwedes, die Stadt Rahden, Teile Petershagens und auch die nördlichen Dörfer Espelkamps. Hier seien die Böden in der Regel sandiger. Sie könnten jetzt so gut wie überhaupt kein Wasser mehr halten. Man will in diesem Jahr nicht noch einmal um Dürrehilfen bitten, so der Landwirtschaftsverband. Diese Nachricht konnte Bianca Winkelmann mit nach Düsseldorf nehmen. Sie soll aber der dortigen Politik und dem Ministerium auch mitteilen warum: „Für die meisten Betriebe haben die Dürrehilfen 2018 einfach nicht gegriffen. Im Kreisgebiet waren es nur sieben Betreibe, die überhaupt in den Genuss von Zahlungen kommen. "Die Hürden waren einfach zu hoch" "Die Hürden waren einfach zu hoch", sagt Meyer im Gespräch mit der NW. „Außerdem hat es das Image der Landwirtschaft geschadet", so Miriam Peitsmeyer. Die Landwirte müssten inzwischen an vielen Fronten gleichzeitig kämpfen. Nicht nur der Klimawandel sei schuld daran, dass immer mehr Kollegen aufgeben müssten. „Da ist das schlechte Image in den Medien, immer neue Gesetze und Restriktionen aus Berlin und Brüssel und viele Fehlinformationen sorgen für immer mehr Probleme", sind sich die beiden Landwirtsfamilien einig. Die Landwirtschaft versorge die Gesellschaft mit hochwertigen Lebensmitteln, die „vor allem in Deutschland oft nur noch verramscht werden". "Schließlich geht es um unser täglich Brot" In kaum einem anderen Land der EU seien die Lebensmittel so günstig wie in Deutschland. Man sollte einmal darüber nachdenken, woran das wohl liege. Dem stimmte auch Bianca Winkelmann zu. „Vor allem die Gesetzeslage ist viel zu kompliziert. Das, was sie produzieren hat eine besondere Stellung in unserer Gesellschaft. Schließlich geht es um unser täglich Brot",so die Politikerin. Die Landwirte wünschen sich – neben dem notwendigen Regen natürlich – vor allem „stabile und faire Preise" sowie klarere Gesetze, die nicht immer wieder verändert würden. Außerdem sollten Politiker, Erzeuger und Verbraucher zusammenarbeiten, um die Probleme gemeinsam zu meistern.

realisiert durch evolver group