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Das Modell von oben: Gut 850 Quadratmeter Wasserfläche weisen Nichtschwimmer- und Schwimmer?becken zusammen auf. Sie sind durch eine Halbinsel voneinander getrennt. Foto: Stadtwerke espelkamp - © Karsten Schulz
Das Modell von oben: Gut 850 Quadratmeter Wasserfläche weisen Nichtschwimmer- und Schwimmer?becken zusammen auf. Sie sind durch eine Halbinsel voneinander getrennt. Foto: Stadtwerke espelkamp | © Karsten Schulz

Espelkamp Waldfreibad in Espelkamp soll bald neu gebaut werden

Politik macht den Weg frei für die komplette Sanierung des Beckens. Wasserfläche über 800 Quadratmeter

Karsten Schulz
17.02.2019 | Stand 17.02.2019, 17:38 Uhr

Espelkamp. Weder die anwesenden Politiker noch die Vertreter des Trägers vom ProWaldfreibad-Verein hatten damit gerechnet, dass jetzt plötzlich alles so schnell geht: Einstimmig votierte das Entscheidungsgremium der Stadtwerke Espelkamp, der Verwaltungsrat, Donnerstagnachmittag für das vom Vorstand Klaus Hagemeier vorgestellte Konzept zum Neubau des Waldfreibades. Wenn jetzt alles so klappt wie vorgesehen, könnte ein ehrgeiziger Zeitplan umgesetzt werden. Wenn die Fördermittel zum Sommer dieses Jahres genehmigt werden, könnte die Detailplanung fürs neue Waldfreibad folgen. Ist dies abgeschlossen, müssten alle Gewerke ausgeschrieben werden. Die Ergebnisse lägen im kommenden Jahr vor, sodass es eine verkürzte Badesaison geben würde. Im Spätsommer/Herbst 2020 könnten die Arbeiten für den Umbau starten und im darauf folgenden Jahr würde man die Saison verspätet mit einer riesigen Party zur Neueröffnung starten. „Dann wäre es möglich, dass wir die Arbeiten abschließen könnten, ohne dass eine einzige Saison ausfallen müsste", blickt Pro-Waldfreibad-Vereinsvorsitzender Horst Radtke in die Zukunft. Hier haben wir etwas sehr Gutes auf den Weg gebracht Nach der entscheidenden Sitzung des Verwaltungsrates zeigte er sich erleichtert. Alle Beteiligten hätten damit die „Grenze des finanziell Machbaren erreicht" und einen „für alle Seiten tragbaren Kompromiss gefunden", freute sich Radtke. „Hier haben wir etwas sehr Gutes gemeinsam mit den Stadtwerken auf den Weg gebracht." Auch wenn es im Vorfeld „so manch zähe Verhandlung" gegeben habe, freue er sich jetzt, den Bürgern „ein für die Zukunft gut gerüstetes und sehr schönes Bad präsentieren zu können". Gerne setze er „jetzt seine Unterschrift unter einen neuen Betreibervertrag". Doch dazu muss am Mittwoch, 20. Februar, snahmsweise bereits ab 15.30 Uhr, noch einmal der Rat zusammentreten und die vorliegende Rahmenplanung unter Dach und Fach bringen. Bis zum 28. Februar muss der Förderantrag auf dem Weg sein, denn schließlich möchte man noch in diesem Jahr aus dem aktuellen Bund-Länder-Programm „Soziale Integration im Quartier" eine Förderung erhalten. Hier sind 55 Millionen Euro eingestellt und eine 80-prozentige Förderung signalisiert worden (die NW berichtete bereits ausführlich). Den Beteiligten sei klar, so Klaus Hagemeier in seinem Vortrag, dass ein Neubau mit Mitteln aus diesem Programm möglich sei. Klaus Hagemeier freute sich, den Politikern ein attraktives neues Freibad für Espelkamp präsentieren zu können. So soll der gesamte Neubau im Großen und Ganzen auf der Fläche des vorhandenen Beckens ausgeführt werden. Allerdings wird es ein Edelstahlbecken geben und die Wasserfläche wird sich auf insgesamt 864 Quadratmeter verkleinern. Das sind jedoch bereits 50 Quadratmeter mehr als ursprünglich vorgesehen war. Hagemeier gab bekannt, dass der Nichtschwimmerbereich um insgesamt zwei Meter breiter geworden sei. Mehr als 501 Quadratmeter groß wird sich zukünftig der Nichtschwimmerbereich präsentieren. Die Schwimmer tummeln sich auf knapp 300 Quadratmetern. Hinzu kommen noch 70 Quadratmeter für einen Kleinkinderbereich sowie 62 Quadratmeter für einen Wasserspielplatz. Man darf sich auf einladende Sonnendecks freuen Insgesamt befinden sich in allen Becken zusammen 1.400 Kubikmeter Wasser, die aufbereitet und ständig gereinigt werden müssen. Das wird in einem extra zu bauenden Technikgebäude geschehen, das in „einfacher Industriearchitektur" auf dem Waldfreibadgelände gebaut werden soll. Die zunächst vom Waldfreibadverein gewünschten 50-Meter-Bahnen sind nicht vorgesehen. Auch die bei vielen Espelkampern so beliebte Badeinsel wird es so nicht mehr geben. Sie wird jedoch als Halbinsel erkennbar bleiben und zukünftig den Nichtschwimmer- vom Schwimmerbereich trennen. Bis zu sieben 25-Meter-Bahnen können zukünftig genutzt werden, es wird eine attraktive Sprunganlage geben, die in ein 3,80 Meter tiefes Becken mündet. Freuen darf man sich auf einladende Sonnendecks am Beckenrand, der Nichtschwimmerbereich wird weiter aufgewertet und mit Gegenstromkanal, Schaukelgrotte, Massagedüsen, Breitrutsche, Brodelbereich, Sprudelliegen und Nackenschwall ausgestattet. Der getrennte Kleinkinderbereich soll ein Sonnensegel erhalten. Auch ein Wasserspielplatz sowie verschiedene kleine Spielmöglichkeiten sollen angeboten werden. Stauden-Rabatten sollen die eintönige Heckenoptik vermeiden. Eine einheitliche Pflasterung durchzieht das gesamte Gelände. Auch in den Umkleidekabinen und im Sanitärbereich muss einiges erneuert werden. Investitionskosten von 3,7 Millionen Euro vorgesehen Für das Aufsichtsgebäude sowie den Kiosk gebe es keine Fördergelder. Insgesamt geht man von Gesamtinvestitionskosten in Höhe von 3,7 Millionen Euro aus. Das sind etwa 320.000 Euro mehr als beim ersten Entwurf. Aktuell entstehen jährliche Verluste für den Teilbetrieb Waldfreibad in Höhe von 175.000 Euro. Zusammen mit dem Kapitaldienst und den zu erwarteten weiteren Kosten wird mit Verlusten in Höhe von knapp 260.000 Euro jährlich gerechnet. Jeder Eintrittskarte wird mit 12,50 Euro von der Stadt subventioniert. Ziel ist es, diesen Zuschuss in Zukunft deutlich zu verringern.

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