Bereit für was Neues: Sternekoch Christian Lohse, der gebürtig aus Bad Oeynhausen stammt, verlässt das Nobel-Restaurant Fischers Fritze in Berlin. - © Bodo Marks/DPA
Bereit für was Neues: Sternekoch Christian Lohse, der gebürtig aus Bad Oeynhausen stammt, verlässt das Nobel-Restaurant Fischers Fritze in Berlin. | © Bodo Marks/DPA

Bad Oeynhausen Christian Lohse verlässt das Regent-Hotel

Sterneküche: Der gebürtige Bad Oeynhausener Christian Lohse verlässt das Fischers Fritze im Berliner Regent-Hotel. Für die Zeit danach muss sich der 50-Jährige noch zwischen Fisch und Fleisch entscheiden

Nicole Sielermann
26.11.2017 | Stand 27.11.2017, 07:16 Uhr

Bad Oeynhausen/Berlin. Noch weiß er nicht so ganz, wo der Weg hingehen soll. Ob es Fisch oder Fleisch wird. Fest steht aber, dass Sternekoch Christian Lohse das Restaurant „Fischers Fritz" im Hotel „Regent Berlin" am Gendarmenmarkt verlässt. Das teilte das Hotel mit. Der gebürtige Bad Oeynhausener Lohse solle aber bis Ende des Jahres weiterarbeiten und auch für die Festmenüs an den Weihnachtstagen verantwortlich sein. Mit Lohse verliert Berlin zwei Sterne – gut zehn Jahre, nachdem der Koch erstmals diese hohe Auszeichnung erhalten hatte. „13 Jahre tolle Arbeit in einem super Restaurant liegen hinter mir", lobt Christian Lohse. „Aber das reicht jetzt", winkt er ab. Nun sei es Zeit für was Neues. „Christian Lohse hat sich um das Restaurant und das Hotel sehr verdient gemacht. Mit seiner Kreativität und seinem Einsatz hat er die Zwei-Sterne-Küche wieder nach Berlin geholt und das Fischers Fritz zu einem Treffpunkt für Genießer gemacht. Damit war er ein Wegbereiter und hat der kulinarischen Szene der Stadt einen großen Dienst erwiesen", so General Manager Stefan Athmann in der Pressemitteilung des Hotels. Der Traum vom Restaurant im Berliner Westen Im Frühjahr 2018 präsentiere sich das Restaurant „Fischers Fritz" mit neuem Konzept. „Wir verraten noch nichts, aber so viel doch: Für unsere Gäste stecken wir 1,5 Millionen Euro in den Umbau der Hauptküche und in die Modernisierung des Restaurants", heißt es weiter. Und genau diese Ungewissheit ist es, die Christian Lohse seine Entscheidung hat fällen lassen: „Das Hotel hat neue Gedanken, wie es weitergehen soll – aber wie genau das neue Konzept aussieht, ist nicht bekannt." Da sei es Zeit für einen Schlussstrich gewesen. Nun möchte der 50-Jährige, der vielen Bad Oeynhausenern auch aus diversen Fernseh-Kochshows bekannt ist, populärer werden, wie er es nennt. „Ich möchte im kommenden Jahr einen Laden in West-Berlin eröffnen", erzählt Christian Lohse im Gespräch mit der NW und meint damit ein kleines Restaurant, für das er derzeit einen Investor sucht. Auch in Bad Oeynhausen hat der Sternkoch seine Fühler ausgestreckt – und bei der jüngsten Charity-Night des Business-Clubs den ein oder anderen potenziellen Geschäftspartner direkt angesprochen. „Die denken jetzt nach", sagt er lachend. Aber auch in Berlin führt Lohse Gespräche. Pizza oder Fisch Vorstellen kann sich der Sternekoch, für die breite Masse zu kochen und trotzdem nicht an der Qualität zu drehen, wie er es beschreibt. „Vielleicht was mit Fisch. Wie in Marseille. Schicke Läden, die aber auch Backfisch anbieten. Und einmal im Monat Steinbutt." Oder aber eine Pizza- und Steakbude mit Holzkohlegrill. Und das in der Nähe vom Kudamm. „Das ist eine tolle Ecke, die stark im Kommen ist", weiß der Berliner Lohse. Der sich auch vorstellen kann, in sein neues Restaurant einen Kochsalon (eine Art Kochschule, die Red.) zu integrieren. „Im Rentenalter mache ich dann nur noch den Salon", sagt er lachend. Doch erst einmal muss der Rubel rollen. „Sie kennen doch meine Vorgeschichte", sagt er Augen zwinkernd und erinnert damit an seine große Pleite, die er mit der Bad Oeynhausener Windmühle vor vielen, vielen Jahren hingelegt hat. "Nie nach Sternen gestrebt" Sollen es dann im möglichen neuen Restaurant wieder Sterne sein? „Ich habe nie nach den Sternen gestrebt", sagt Christian Lohse. Die Entscheidung darüber falle in Karlsruhe – nicht in seinem Restaurant. „Es soll bodenständig werden, mit einer guten Qualität – das geht auch ohne Sterne", betont der 50-Jährige. Zumal auch Eintöpfe eine Rolle spielen sollen. Lohses Steckenpferd. Nicht ohne Grund widmet sich auch sein erstes Kochbuch (Lohses Mundwerk) diesem Schmaus. „Aber schon mit ein bisschen Schnickschnack – nicht der ordinäre Steckrübeneintopf."

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