0
Auf den Weg gemacht: 35 Interessenten lauschen den Ausführungen des Museumsleiters Karl Banghard (mit Strohhut) auf der neun Kilometer langen „Ochsentour“. - © Knut Dinter
Auf den Weg gemacht: 35 Interessenten lauschen den Ausführungen des Museumsleiters Karl Banghard (mit Strohhut) auf der neun Kilometer langen „Ochsentour“. | © Knut Dinter

Oerlinghausen Wanderer erleben Natur in großartiger Vielfalt

Der Leiter des Archäologischen Freilichtmuseums, Karl Banghard, führt eine Gruppe über die sogenannte Ochsentour und stellt die Vision des Klimaturmes am Museum vor

Knut Dinter
13.08.2019 | Stand 12.08.2019, 17:49 Uhr

Oerlinghausen. Die „Ochsentour“ durch das Naturschutzgroßprojekt Senne führt durch eine Landschaft voller Gegensätze. 35 Teilnehmer einer geführten Wanderung begaben sich jetzt auf die neun Kilometer lange Strecke. Eingeladen hatten der Lippische Heimatbund und das Archäologische Freilichtmuseum (AFM) Oerlinghausen. Unterwegs wurden zudem die Ausbaupläne für das Projekt „UrLand“ erläutert. Bei einem Zwischenstopp oberhalb der Sandgrube Hassler bot sich den Wanderern ein Ausblick über weite Fläche mit blühender Besenheide. Museumschef Karl Banghard erläuterte, dass die Natur dort „einen der krassesten Übergänge in Nordwestdeutschland“ aufweist. Der Teutoburger Wald ist mit Perlgrasbuchen bewachsen, an seinem Westhang erstreckt sich die sandige Sennelandschaft. Für die Jäger und Sammler der Frühzeit habe dies hervorragende Lebensbedingungen geboten, erklärte der Archäologe Banghard. „Je vielfältiger die Natur, desto reichhaltiger und sicherer war das Nahrungsangebot.“ Günstige Bedingungen Insofern sei es nicht überraschend, dass es hier landesweit die meisten frühzeitlichen Funde gebe. „Das liegt nicht etwa an der Anzahl der Archäologen, sondern an den günstigen Bedingungen“, sagte Banghard. „Es gab einerseits Wasser und andererseits trockene, sonnige Stellen.“ Aus Untersuchungen wisse man, dass die Region ein vielfältiges Angebot an Fleisch und Fisch bereit hielt. Adolf Nagel und Klaus Biere von der Fachstelle „Wandern“ des Lippischen Heimatbundes freuten sich, dass die „Ochsentour“ inzwischen sehr gut angenommen werde. Vor einem Jahr hat der Deutsche Wanderverband die Strecke als Qualitätswanderweg anerkannt. Auch Banghard sprach von einem wahren „Renner, das merken wir im Museum sehr deutlich an der Besucherzahl“. An den guten Zuspruch soll das Projekt „UrLand“ anknüpfen. Damit möchten das Naturschutz-Großprojekt Senne und das Archäologische Freilichtmuseum gemeinsam noch mehr Besucher ansprechen. "Wir wollen organisch wachsen" Während der Wanderung fielen der Gruppe die pinkfarbenen Vermessungspunkte ins Auge, mit denen der neue Museumseingang markiert wurde. Er soll auf der Westseite des Barkhauser Berges entstehen. Wie Banghard mitteilte, soll hier ein Klimaturm entstehen – ein barrierefreies Informationszentrum mit Aussichtsplattform. Der gewählte Standort böte mehrere Vorteile, erklärte der Museumsleiter. Einerseits könnte auch das Freibad davon profitieren, andererseits wäre ein genügend großer Parkplatz möglich. Für eine solche Lösung gebe es Vorbilder. In Hoffenheim in Baden-Württemberg sowie im niederländischen Eindhoven können die dortigen Museen und Sportstätten ebenfalls über eine gemeinsame Zufahrt erreicht werden. Wann aus der Vision Wirklichkeit werde, ließ Banghard noch offen. „Wir wollen organisch wachsen“, sagte er. Auf ihrem weiteren Weg konnte die Gruppe in der Wistinghauser Senne halbwilde Exmoor-Ponys und Schottische Hochlandrinder beobachten, die Rundtour führte auch an Hünengräbern und am Flugplatz vorbei. Nach dreieinhalb Stunden freuten sich die Wanderer auf den Kaffee und den Kuchen, der für sie im Freilichtmuseum bereitstand.

realisiert durch evolver group