Der Campingplatz "Eichwald" in Lügde-Elbrinxen soll der Tatort von 31 Fällen sexuellen Missbrauchs gewesen sein.  - © Vera Gerstendorf-Welle
Der Campingplatz "Eichwald" in Lügde-Elbrinxen soll der Tatort von 31 Fällen sexuellen Missbrauchs gewesen sein.  | © Vera Gerstendorf-Welle

Lügde Missbrauchsskandal auf Campingplatz: Zahl der Opfer steigt auf 31

Die Kinder waren zur jeweiligen Tatzeit zwischen vier und 13 Jahren alt.

Janet König
11.02.2019 | Stand 11.02.2019, 19:21 Uhr

Lügde/Bielefeld. Im Fall um den Missbrauchsskandal auf dem Campingplatz "Eichwald" in Elbrinxen sind inzwischen 31 minderjährige Opfer identifiziert worden, das teilen die Ermittlungskommission "Eichwald" und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Dabei handelt es sich um 27 Mädchen und vier Jungen, heißt es weiter. Die meisten Opfer waren zur jeweiligen Tatzeit zwischen vier und 13 Jahren alt. Insgesamt sind bis vergangenen Freitag 63 weitere Hinweise über die Hotline der Polizei eingegangen. Die Untersuchungen dazu dauern an. Neben der Opferzahlen ist auch die Zahl der Ermittler gestiegen. Inzwischen sind 51 Beamte Teil der Ermittlungskommission "Eichwald", vergangene Woche waren es noch um die 20 Beamte. Dazu zählen auch Polizeibeamte anderer Behörden aus dem Regierungsbezirk Detmold sowie aus ganz NRW, heißt es weiter. Die IT-Auswertung findet dabei auch teilweise dezentral und nicht im Polizeipräsidium Bielefeld statt. Neben den Ermittlungen initiiert die Polizei Bielefeld Opferschutzmaßnahmen für die Geschädigten und bietet psychosoziale Unterstützung für eingesetzte Polizeibeamte an, heißt es weiter. Ermittlungen auch wegen Strafvereitelung im Amt Vorrangige Ziele der Ermittlungskommission sind eine beweiskräftige Sicherung des Strafverfahrens und die Identifizierung von möglichen weiteren Opfern und Tatverdächtigen sowie die Verhinderung von möglichem weiterem Missbrauch. Dazu finden aktuell IT-Auswertungen, Vernehmungen, Durchsuchungen und sonstige weitere Ermittlungen statt. Außerdem ermittelt das Polizeipräsidium Bielefeld wegen des Verdachts der Strafvereitelung im Amt gegen Polizeibeamte und wegen des Verdachts der Verletzung der Fürsorgepflicht gegen Mitarbeiter von Jugendämtern. Nach den Ermittlungen der lippischen Polizei befinden sich drei Männer - ein 56-Jähriger aus Lügde, ein 48-Jähriger aus Stade und ein 33-Jähriger aus Steinheim - in Untersuchungshaft, weil sie im Verdacht stehen, in einer Vielzahl von Fällen Kinder sexuell missbraucht zu haben. Durchsuchungen der Polizei Lippe hatten zur Auffindung von zahlreichen Beweismitteln, darunter verschiedene Datenträger und Speichermedien, geführt. Die Polizei muss insgesamt 14 Terabyte Material sichten. Für den 48-Jährigen aus Stade hat das Amtsgericht Detmold am Dienstag eine Haftprüfung angesetzt. Rechtsanwalt Jann Popkes aus Schlangen hat sie für seinen Mandanten beantragt, der 2010 und 2011 per Videochat dem Missbrauch auf dem Campingplatz in Lügde zugesehen haben soll. Popkes: „Er räumt die beiden Taten und den Besitz von Kinderpornos ein. Ich werde die Aufhebung des Haftbefehls beantragen." Sein Mandant habe niemanden zum Missbrauch angestiftet. „Das haben die Haupttäter von sich aus getan", so Popkes. Er hoffe, dass sich der Haftrichter dem öffentlichen Druck nicht beuge. „Ohne die Taten der beiden Hauptverdächtigen wäre mein Mandant schon längst in Freiheit", meint Popkes. Die Verteidiger der anderen beiden Beschuldigten, Johannes Salmen und Jürgen Bogner, haben keine Haftprüfung beantragt. „Die hätte gegenwärtig auch gar keinen Erfolg", sagt Johannes Salmen aus Lage, der den Hauptbeschuldigten Andreas V. vertritt. Das Hinweistelefon beim Polizeipräsidium Bielefeld ist unter Telefon 0521-545-4215 zu erreichen.

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