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Der Verkehrsknotenpunkt Lippstädter Weg / Paderborner Straße soll ein Ampelanlage erhalten. - © Jens Reddeker
Der Verkehrsknotenpunkt Lippstädter Weg / Paderborner Straße soll ein Ampelanlage erhalten. | © Jens Reddeker

Schloß Holte-Stukenbrock / Hövelhof / Augustdorf Der Gewerbepark Senne wird abgespeckt

Sigurd Gringel
23.04.2021 | Stand 23.04.2021, 18:36 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Das geplante interkommunale Gewerbe- und Industriegebiet „Gewerbepark Senne" wird kleiner. Die Politik hat jetzt dem CDU-Antrag zugestimmt, den Keil zwischen Paderborner Straße und Lippstädter Weg aus der Planung herauszunehmen. Eine zweite Erschließungszufahrt von der Paderborner Straße zum Gewerbepark ist indes abgelehnt worden. Und ein anderer Wunsch der Christdemokraten, der viele Wohnungssuchende interessiert, ist nicht umsetzbar.

Vor der Abstimmung erläuterte Stadtplaner Roger Loh vom Büro „Tischmann Loh" den aktuellen Verfahrensstand und gab einen Überblick über die zahlreichen Stellungnahmen der betroffenen Behörden, Organisationen und Privatpersonen. 115 sind in der ersten Beteiligung der Öffentlichkeit eingegangen. Beraten wurde über die Einwände, Fragen, Anregungen und Zustimmungen nicht, das wird erst in einer zweiten Sitzung der Fall werden. „Dann geht es um die Details", sagte Roger Loh.

Laute Betriebe und hohe Gebäude sollen an die Autobahn

Die Kritikpunkte der Bürger lagen den Politikern nicht vor, die Stadtplaner haben sie in acht Themen zusammengefasst, da sich einige Aspekte inhaltlich glichen. Das merkte Reinhard Tölke von Bündnis 90 / Die Grünen als Verfahrenskritik an. „Die einzelnen Stellungnahmen hätte ich mir schon als Übersicht gewünscht, auch wenn es so viele sind", sagte er.

Vorbereitend auf den CDU-Antrag, den acht Hektar großen Ostkeil nicht zu bebauen, erklärte Roger Loh noch einmal den groben Ansiedlungsplan. Demnach sollen eher laute Betriebe mit Gebäudehöhen bis maximal 20 Meter im Westen an der Autobahn angesiedelt werden, leisere und niedrigere (bis maximal zehn Meter) sukzessive nach Osten hin. Die CDU will gegenüber der Polizeischule, direkt angrenzend an die bestehenden Wohnhäuser kein Gewerbe. Mit dem Vorschlag kommt sie dem Willen der Anwohner entgegen.

Der Keil zwischen Paderborner Straße und Lippstädter Weg (oberer Bildrand, r.) wird freigelassen. Im kleinen Plan sind mögliche Standorte für Regenwasserrückhaltebecken neben der Autobahn eingezeichnet. - © Tischmann Loh
Der Keil zwischen Paderborner Straße und Lippstädter Weg (oberer Bildrand, r.) wird freigelassen. Im kleinen Plan sind mögliche Standorte für Regenwasserrückhaltebecken neben der Autobahn eingezeichnet. | © Tischmann Loh

Auch gehört der Stadt bisher nur ein kleiner Teil der Fläche, den Großteil besitzt Campingplatzbetreiberin Annette Auster-Müller. Und die hat bislang stets bekräftigt, ihre Flächen nicht für Gewerbe verkaufen zu wollen. Sie war übrigens – wie weitere Bürger aus Stukenbrock-Senne – am Dienstagabend auf der Zuschauerempore. Es soll nur die Fläche überbaut werden, die für den Ausbau des Verkehrsknotenpunktes Paderborner Straße / Lippstädter Weg nötig ist. Dem Antrag stimmten alle Parteien bis auf die Grünen zu. Reinhard Tölke begründete die Enthaltung seiner Fraktion damit, dass die Grünen generell gegen das Gewerbegebiet seien und die jetzige Nichtbebauung eine mögliche spätere Gewerbeansiedlung nicht verhindern würde. Ablehnen könne man den Vorschlag nicht.

Wohnbebauung nicht möglich

Eine Wohnbebauung, die die CDU im Kommunalwahljahr den Bürgern schmackhaft machen wollte, ist ausgeschlossen. Das hatte die CDU nach Recherche der NW schon vor einem Jahr einräumen müssen, jetzt bekräftigte Stadtplaner Roger Loh, dass die Fläche laut Regionalplan ausschließlich für Gewerbe vorgesehen ist. Martin Kalkreuter (SPD) regte an, zu prüfen, ob andere Nutzungen wie zum Beispiel eine Kleingartensiedlung dort möglich seien.

Abgelehnt wurde der FDP-Vorschlag, zwischen Lippstädter Weg und A 33 eine weitere Zufahrt zum Gewerbepark Senne zu schaffen. Die FDP glaubt, eine zweite Zufahrt könne den Verkehr entzerren, der Straßenbaulastträger, in diesem Fall Straßen NRW, lehnt eine zweite Zufahrt ab, sagte Roger Loh.

Eine andere Vorgabe des Landesstraßenbetriebes akzeptierte die Politik zähneknirschend: Straßen NRW will an der Kreuzung Lippstädter Weg eine Ampelanlage installieren. „Ich bin nicht bereit, einfach hinzunehmen, dass eine Ampel die gescheiteste Lösung wäre", sagte Horst Geller (FDP) und gab sich als Kreisverkehrfan zu erkennen. Michael Brechmann (CDU): „Wir sehen das Thema auch anders, werden die Ampelanlage aber notgedrungen mittragen."

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