0
Die Höhenkletterer Arno Weinberger (l.) und Aziz Timilli restaurieren das Mahnmal des EGV am Hirschstein bei Willebadessen. - © Burkhard Battran
Die Höhenkletterer Arno Weinberger (l.) und Aziz Timilli restaurieren das Mahnmal des EGV am Hirschstein bei Willebadessen. | © Burkhard Battran

Willebadessen Höhenretter restaurieren Mahnmal bei Willebadessen

Inschrift an der Hirschsteinwand wird erneuert

Burkhard Battran
22.09.2019 | Stand 22.09.2019, 10:39 Uhr

Willebadessen. Die beiden Kletterer in der Hirschsteinwand bei Willebadessen hängen nicht zum Vergnügen im Fels. Es sind hauptberufliche Industrie- und Fassadenkletterer aus Dortmund. Meistens hängen Arno Weinberger (28) und Aziz Timilli (45) an Autobahnbrücken, Schornsteinen oder großen Industriefassaden, führen Reinigungs- und Sanierungsarbeiten durch oder montieren Blitzschutz- oder Flugbefeuerungsanlagen. „So ein Auftrag in der richtigen Natur ist mal eine schöne Abwechslung, vor allem auch weil es hier so angenehm ruhig ist", sagt Aziz Timilli, gelernter Höhenretter und Chef eines kleinen Industrieklettertechnikbetriebs. „Die besondere Herausforderung bei dieser Arbeit heute ist, dass hier sehr viel lockeres Gestein vorhanden ist, gegen das wir uns absichern müssen", erklärt Kletterchef Timilli. Aktuell restaurieren die beiden Kletterer im Auftrag der Willebadessener Abteilung des Eggegebirgsvereins (EGV) das Ehrenmal am Hirschstein bei Willebadessen. „Die Maßnahme ist bereits seit vielen Jahren geplant, aber jetzt haben wir durch Spenden der Volksbank und der Sparkasse sowie einiger heimischer Unternehmen und durch einen Zuschuss des EGV-Hauptvereins die Finanzierung gesichert", sagt die Willebadessener Abteilungsvorsitzende Sabine Warm. Rund 2.500 Euro kostet die Maßnahme. "Gedenkt der toten Helden" Im Jahr 1926 hat der EGV an einem der imposantesten Orte des Eggegebirges dieses Ehrenmal errichtet. Der Hirschstein ist eine rund 20 Meter hohe, steil abfallende, glatte Sandsteinwand, in die der EGV die Worte „Gedenkt der toten Helden" in den Stein hat meißeln lassen sowie die Daten des Ersten Weltkrieges. Später wurde das Mahnmal um die Zeitspanne des Zweiten Weltkriegs ergänzt. Am Fuße der Felswand war bereits 1926 ein acht Meter hohes Eichenkreuz errichtet worden. „Das ursprüngliche Kreuz ist längst verwittert und ist 1982 durch ein neues Kreuz ersetzt worden", weiß EGV-Hauptvorsitzender Udo Stroop aus Bad Driburg. Um den Witterungseinflüssen besser standhalten zu können wurde es von den Kletterern frisch geölt. Hauptaufgabe ist aber die Erneuerung der Inschrift. Am Montag haben die Kletterer den Schriftbereich gereinigt und am Dienstag neue Farbe aufgetragen, damit die Inschrift wieder lesbar wird. Sabine Warm: „Es ist das erste Mal überhaupt, dass seit 1926 in der Felswand Restaurierungsarbeiten ausgeführt werden." Jedes Jahr eine Gedenkfeier Am 22. August 1926 war das Ehrenmal am Hirschstein feierlich eingeweiht worden. Seither wird dort in jedem Jahr eine Gedenkfeier abgehalten. „Früher haben sich 500 Wanderer aus allen 44 Abteilungen getroffen und auch jetzt kommen noch rund 150 bis 200 Teilnehmer", sagt der Hauptvorsitzende Stroop. In diesem Jahr findet die Gedenkfeier am Sonntag, 13. Oktober, um 15 Uhr statt. Der Weg zum Ehrenmal ist nicht ausgeschildert. Wenn man von Willebadessen zum Fernsehturm hinauffährt, gibt es zwischen den Abzweigungen nach Lichtenau und Kleinenberg einen steilen Fußweg den Berg hoch, der nach etwa 200 Metern zum Ehrenmal führt. „Ich habe mir das damals auch von einem ortskundigen Wanderfreund erklären lassen müssen", sagt Stroop. Infotafeln und Beschilderung geplant Das soll sich aber ändern. Mit Unterstützung des Landschaftsverbandes wird das Natur- und Bodendenkmal der Alten Eisenbahn touristisch besser erschlossen. So soll der bestehende gleichnamige Wanderparkplatz erneuert und mit einer so genannten sprechenden Bank ausgestattet werden. Des Weiteren sollen Infotafeln und Hinweisschilder aufgestellt werden. Im Zuge dieser Maßnahme soll auch das Hirschstein-Ehrenmal eine Beschilderung erhalten.

realisiert durch evolver group