Der Ernährungsberater Niko Rittenau räumt rigoros auf mit Ernährungsmythen. - © Pixabay
Der Ernährungsberater Niko Rittenau räumt rigoros auf mit Ernährungsmythen. | © Pixabay

Warburg Experte räumt auf mit Vorurteilen gegen vegane Ernährung

Niko Rittenau Experte erläutert in seinem Buch, wie eine vollwertige vegane Ernährung funktioniert

Warburg. "Eine vollwertige pflanzenbetonte Ernährung kann chronisch-degenerativen Erkrankungen optimal vorbeugen und dabei unsere wachsende Bevölkerung umwelt- und ressourcenschonend ernähren", diese These untermauerte der Ernährungsexperte Niko Rittenau jetzt bei einem Seminar, zu dem Sonja Erler von dem Warburger Unternehmen "Gesundes Miteinander" 60 Gäste in der Diemelhütte begrüßen konnte. Der studierte Ernährungsberater Rittenau räumte rigoros auf mit Ernährungsmythen. Niko Rittenau hat in seinem Buches „Vegan-Klischee ade" mehr als 1.000 Studien analysiert und daraus Empfehlungen entwickelt. Der Buchautor kombiniert dabei seine Fähigkeiten als ausgebildeter Koch mit dem Ernährungswissen seiner akademischen Laufbahn. Nach dem Bachelorstudium der Ernährungsberatung an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement folgt jetzt ein Masterstudium, angestrebt ist die Promotion. "Mehrmals täglich halten wir mit Messer und Gabel unser Wohlergehen, unsere eigene Gesundheit und die Zukunft unseres Planeten sprichwörtlich in den Händen und ich denke, es ist an der Zeit, dass wir uns der damit einhergehenden Verantwortung bewusst werden", erklärt der Österreicher. Er ist vom gesundheitlichen Potential einer pflanzlichen Ernährung überzeugt, auch aus eigener Erfahrung. Der Ernährungsfachmann empfiehlt einen Dreiklang von Ernährung, Bewegung und Entspannung. Diese drei Grundpfeiler seien wichtig, wobei Rittenau klar betont: "Schlechte Ernährung kann man nicht mit Bewegung ausgleichen". Zu viel Salz, zu viel Fett und zu viel Zucker, dies sei im Gegenzug der negative Dreiklang. Algen für den Jodbedarf Im Fokus steht für Rittenau eine vegane Ernährung, die aus Vollkorngetreiden, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen besteht und durch Algen für den Jodbedarf, eine verlässliche Vitamin-D- und eine Vitamin-B12-Quelle ergänzt wird. Nicht jede vegane Ernährung werde den Ansprüchen nach vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln gerecht. "Es gibt auch veganes Junk-Food", so Rittenau, der einen Umstieg auf eine überwiegend pflanzliche Ernährung nahe legte. Als besonders gesundheitsschädlich stellt Rittenau den Konsum von verarbeitetem roten Fleisch heraus. Der Ernährungsexperte zitiert Untersuchungen von erfahrenen Medizinern wie Dr. Caldwell Esselstyn, der in der in der Therapie von Herzerkrankungen mit einer veganen Ernährungsweise in einem Selbstversuch an sich selbst die segensreiche Wirkungen feststellte. Auch bei diversen anderen Untersuchungen habe sich gezeigt, dass eine vegane Ernährung mit vollwertigen Produkten gesundheitsfördernd sei. Herzgesunde Ernährung mit Nüssen Bei einigen Lebensmitteln rät Rittenau zu Verzicht oder sorgsamer Auswahl, beispielsweise bei Milch, "Weidemilch ist ok, ansonsten gibt es bessere Quellen, sich zu versorgen", sagt Rittenau. Einige Lebensmittel wie Brokkoli, Spinat, Grünkohl und Brennnesseln seien ebenfalls besonders reich an Kalzium. Auch viele Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Samen und Nüsse liefern ebenfalls bedeutende Mengen an Kalzium für die Knochen. Klar stellt Niko Rittenau den Wert von Nüssen für eine herzgesunde Ernährung heraus. "Die Nuss, die Ihnen am besten schmeckt, ist die beste", lautet seine Empfehlung, denn nach seiner Ansicht sollte man jeden Tag Nüsse essen. Rittenau kritisiert die Fett-Phobie: "Fette sind großartig, aber eben aus ganzen Lebensmitteln: Walnüsse anstatt Walnussöl, Oliven anstatt Olivenöl und Kokosnuss statt Kokosnussöl. Kleine Mengen an Ölen sind durchaus erlaubt, aber die besten Fettquellen sind Nüsse und Samen", so Rittenaus Empfehlung. "Die Zukunft gehört der künstlichen Fleischproduktion" In den Blickpunkt rückt Niko Rittenau die Produktion tierischer Lebensmittel, die in Bezug auf Wasserverbrauch, Landnutzung und Futtermittelverwertung wenig effizient sei. "Aufgrund der begrenzten Anbauflächen und der steigenden Weltbevölkerung erscheint es als ein sinnvoller Schritt, weiter unten in der Nahrungskette anzusetzen und Getreide, Mais, Soja und andere Futtermittel direkt zu verzehren", erklärt der Ernährungsfachmann. So könnten die so genannten Veredelungsverluste sowie der Wasser- und Landverbrauch gering gehalten werden. In seinen nächsten Veröffentlichungen will sich Rittenau mit dem Thema "sauberes Fleisch" beschäftigen. "Qual-Fleisch aus Massentierhaltung ist passé, die Zukunft gehört der künstlichen Fleischproduktion", prophezeit er.

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