Abriss beantragt: Ein Investor möchte das Fachwerkhaus Marktstraße 18 abreißen, um an dieser Stelle ein Mehrfamilienhaus mit zehn Wohnungen zu errichten. Die Fachwerkoptik soll wieder hergestellt werden. - © Hermann Ludwig
Abriss beantragt: Ein Investor möchte das Fachwerkhaus Marktstraße 18 abreißen, um an dieser Stelle ein Mehrfamilienhaus mit zehn Wohnungen zu errichten. Die Fachwerkoptik soll wieder hergestellt werden. | © Hermann Ludwig

Warburg Investor besteht auf Wohnhaus-Abriss in Warburger Innenstadt

Diskussion um Unterschutzstellung des Hauses Marktstraße 18

Hermann Ludwig

Warburg. Die Zukunft des Fachwerkhauses in der Marktstraße 18 ist weiter offen. Nach wie vor hat der Investor Ewald Peters aus Salzkotten großes Interesse, dort ein Wohnhaus zu errichten. „Das ist aber nicht zu realisieren, wenn das Haus in die Denkmalliste eingetragen wird", sagt Peters unmissverständlich. Das Immobilienbüro ICP habe das Haus seinerzeit erworben, ohne dass der Denkmalschutz ein Thema war, wie Ewald Peters betont. Nach dem Umzug des Schuhhauses Sprenger in die Untere Hauptstraße wurde 2016 die erste Planung vorgestellt. „Hier entstehen sechs Luxuswohnungen", hieß es damals auf einer Werbung an dem Haus. Sechs barrierefreie Luxus-Eigentumswohnungen, zwischen 80 und 135 Quadratmeter groß, hatte der damalige Planer Lothar Beltz konzipiert. Hinzu sollten 200 Quadratmeter Geschäftsfläche kommen. Die Immobilien Center Peters GmbH (ICP) wollte das Wohn- und Geschäftshaus zudem mit einem Auto-Aufzug aufwerten. Obere Denkmalbehörde muss Stellung beziehen Im weiteren Planungsverlauf sah der Investor dieses Projekt aber nicht mehr als wirtschaftlich an. Er bezeichnet die Bausubstanz als marode, so dass er mit einem neuen Architekten an die Stadtverwaltung mit einem Abrissantrag herantrat, um auf dem etwa 400 Quadratmeter großen Gelände dann zehn Wohnungen bauen zu können. Im Planungsausschuss votierten die Mitglieder einstimmig für den Abriss und gegen eine Unterschutzstellung als Denkmal. „Ich habe bewusst die Kommunalpolitik mit ins Boot genommen, das wollte die Verwaltung als untere Denkmalbehörde nicht allein entscheiden", sagte Bürgermeister Michael Stickeln, der im Ausschuss äußerte, dass er das Haus nicht als denkmalwürdig betrachte. Offen sei nun, wie die Obere Denkmalbehörde beim Kreis das Verfahren bewerte. Aber selbst bei einer Unterschutzstellung sei ein Abriss nicht unmöglich, die Anforderungen für eine Abrissbewilligung seien jedoch hoch, so Stickeln. Die Denkmalschützer vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Inventarisation und Bauforschung, haben in dem Verfahren deutlich gemacht, dass es sich bei dem Fachwerkhaus sehr wohl um ein Denkmal handele und daher in die Denkmalliste einzutragen sei. Besitzer warnt vor Bauruine „Jeder Investor verliert viel Geld, wenn ein Objekt in die Denkmalliste eingetragen wird", sagt Peters, der jetzt erst einmal das weitere Verfahren abwarten wird. Die steuerlichen Vorteile seien für ihn nicht bedeutsam, so der 67-Jährige. Sollte eine Unterschutzstellung erfolgen, werde er das Gebäude in dem derzeitigen Zustand belassen. „Ich glaube aber nicht, dass die Warburger an dieser Stelle eine Bauruine haben wollen", so Peters, der die Verwaltung auf seiner Seite sieht. Zugleich warne er davor, dass von dem maroden Gebäude auch eine Gefahr ausgehen könne, wenn es in dem jetzigen Zustand verbleibe, darauf habe er den Bürgermeister schon aufmerksam gemacht. In jedem Fall will Investor Ewald Peters bei einer Projektverwirklichung darauf achten, dass an dem möglichen neuen Gebäude eine Fachwerkansicht hergestellt werde. „Das soll sich optisch an der Stelle wieder einfügen, nur im Inneren will ich den Spielraum für die Wohnungen haben", so Peters, der ein großes Interesse an den Wohnungen registriert. Wohnungsgrößen von 45 bis 80 Quadratmetern sind vorgesehen, einige Wohnungen werden mit Balkon ausgestattet. Unsicherheit bei weiteren Investoren „Durch den Personen-Aufzug ist der Zugang zu den Etagen barrierefrei. Gerade in der Innenstadt sind Parkplätze oft Mangelware. Wir bieten Ihnen einen Autoaufzug und Stellplätze an. Jeder Eigentümer kann also mit seinem PKW in der unmittelbaren Nähe parken", skizziert der ICP-Geschäftsführer. Um die Finanzierung macht sich Peters keine Sorgen. Allerdings seien die Investoren durch das Thema Denkmalschutz aufgeschreckt. Auf der Internetseite seines Unternehmens wirbt Ewald Peters bei Bareinlagen mit Renditen: „Ab 200.000 Euro geben wir 8,0 Prozent Zinsen bei zweijähriger Festschreibung", heißt es da.

realisiert durch evolver group