Gelungene Restauration: Alexander Herb (v. l.) von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Rudolf Kropp, Bürgermeister Michael Stickeln, Gotthard Kießling vom Warburger Denkmalamt, Anneli Seulen und Rudolf Bialas. Die "Maria mit der Walnuss" im Bildstock wurde gereinigt, der Farbanstrich gesichert. - © FOTO: DIETER SCHOLZ
Gelungene Restauration: Alexander Herb (v. l.) von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Rudolf Kropp, Bürgermeister Michael Stickeln, Gotthard Kießling vom Warburger Denkmalamt, Anneli Seulen und Rudolf Bialas. Die "Maria mit der Walnuss" im Bildstock wurde gereinigt, der Farbanstrich gesichert. | © FOTO: DIETER SCHOLZ

Warburg Restaurierter Bildstock kehrt nach Warburg zurück

Dieter Scholz

Warburg. In der vergangenen Woche wurden das neue Fundament für den Sockel gegossen, in dieser kehrte der Bildstock aus der Restaurations-Werkstatt in Paderborn zurück. Seit Oktober hatten die Fachleute am Heiligenhäuschen gearbeitet. Jetzt steht es wieder auf seinem angestammten Platz in unmittelbarer Nähe der Flügeler-Kanone am Burgfriedhof. Der Zahn der Zeit hatte mächtig am Sandstein genagt: Für rund 9.000 Euro wurde der Bildstock in Paderborn beim Unternehmen Ars Colendi restauriert. Geplatzte Steine wurden aufgearbeitet, die Oberfläche gereinigt, verrostete Eisenklammern durch Edelstahl ersetzt, zwei im Laufe der Zeitläufte abhanden gekommene Kugeln auf dem Giebel rekonstruiert, ein Betonsockel als neues Fundament am Burgrondell errichtet. Warburger Geburtstagskinder hatten die Restaurierung ermöglicht. Wolfgang Schäfers, Rudolf Kropp und Anneliese Seulen hatten anstelle zugedachter Geschenke um Mithilfe gebeten. Auf Vorschlag von Rudolf Bialas vom Warburger Museumsverein sollte das Geld für das Vorhaben Erasmus-Bildstock verwendet werden. "Wir wollten etwas der Stadt zurückgeben", sagte Anneli Seulen bei der offiziellen Übergabe am Dienstagmorgen. Dazu waren als Vertreter der Stadt Bürgermeister Michael Stickeln und Gotthard Kießling vom Denkmalamt gekommen. Aus Bonn hatte ein Vertreter der Deutschen Stiftung Denkmalschutz den Weg in die Hansestadt an der Diemel gefunden. Alexander Herb zeigte sich von dem mittelalterlichen Ambiente Warburgs begeistert. "Ich bin zum ersten Mal hier", bekannte der Referent. Die Sponsorengelder hatte die Stiftung aus Mitteln der Warburger Denkmalstiftung, deren Kapital und Erträge sie treuhänderisch betreut, aufgestockt. "Wir haben einen langen Atem und möchten in Warburg noch vieles unterstützen", kündigte Herb an. Die Schenkung der drei Warburger Sponsoren nannte er "beispielhaft und nachahmenswert". Als Vorsitzender der Warburger Denkmalstiftung dankte Bürgermeister Michael Stickeln den drei Spendern "für die großzügige Unterstützung. Auch er ermunterte dazu, ihrem Beispiel zu folgen. "Es gibt immer etwas zu tun, um unsere Kulturgüter weiter zu erhalten", sagte Stickeln. Gotthard Kießling von der Unteren Denkmalbehörde in Warburg hatte mit den Paderborner Restauratoren das Konzept der Restaurierung erarbeitet. Die historische Bedeutung des rund eine Tonne schweren Bildstocks unterhalb des Burgfriedhofs sei hoch, bemerkte Kießling. Er verwies auf die Wallfahrten zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Damals erlebte Warburg einen wahren Boom an Pilgern, die zu Ehren des heiligen Erasmus kamen und um seine Hilfe flehten. Kurz zuvor hatte der Paderborner Fürstbischof die Kapelle auf dem Burgfriedhof errichten lassen und sie unter das Patronat des Heiligen, einer der sogenannten 14 Nothelfer der katholischen Kirche, gestellt. Auf der Ostseite des Bildstocks, so Rudolf Bialas, seien die Namen der damaligen Stifter zu lesen. "Dominicus Petrus Mathaeus Cölner, Maria Elisabetha Hageman, Antonius Henricus Royman und Anna Catharina Scheifers", zitierte er die verwitterte Inschrift. Auf der Westseite empfing den Pilger ein Gebet, das die Hilfe des Heiligen erbat. "Dies deutet daraufhin, dass sich einst im Heiligenhäuschen eine Figur des heiligen Erasmus befand", vermutet Bialas. Die heutige Marien-Darstellung entspreche grob einer Abbildung der Madonna aus der Altstadt-Kirche. Ein weiteres Projekt haben die Verantwortlichen der Warburger Denkmalstiftung bereits im Blick: Die Stationen des Kreuzweges von der Altstadt hinauf zum Friedhofsgelände harren seit Langem der restaurierenden Hand. Nach den Ostertage war die sechste der Gebetsstationen aufgebrochen worden. Die Täter hatten die darin aufgestellte Figurengruppe mitgenommen.

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