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Die Deutsche Bahn will mit einer digitalen Version des Anrufsammeltaxis der Mobilitätsmarke ioki ihren Kunden eine besser vernetzte Mobilität bieten. - © IOKI
Die Deutsche Bahn will mit einer digitalen Version des Anrufsammeltaxis der Mobilitätsmarke ioki ihren Kunden eine besser vernetzte Mobilität bieten. | © IOKI

Steinheim Experte referiert in Steinheim über den Verkehr der Zukunft

Dabei müssen sehr verschiedene Ansprüche vereint werden.

Josef Köhne
03.12.2019 | Stand 02.12.2019, 20:59 Uhr

Steinheim. Jährlich findet es statt, das Treffen der Ehemaligen des Städtischen Gymnasiums Steinheim (SGS). Und jedes Mal gelingt es den Organisatoren um den Vorsitzenden des Ehemaligenvereins Josef Schuler, eine erfolgreiche Persönlichkeit für ein Referat zu gewinnen, die ihr Abi am SGS gemacht hat. Beim diesjährigen Tag der offenen Tür war mit Michael Barillère-Scholz ein ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der zukunftsweisenden Individual- und öffentlichen Verkehre in seine ehemalige „Lernwerkstatt" zurückgekehrt.

Steinheim. Jährlich findet es statt, das Treffen der Ehemaligen des Städtischen Gymnasiums Steinheim (SGS). Und jedes Mal gelingt es den Organisatoren um den Vorsitzenden des Ehemaligenvereins Josef Schuler, eine erfolgreiche Persönlichkeit für ein Referat zu gewinnen, die ihr Abi am SGS gemacht hat. Beim diesjährigen Tag der offenen Tür war mit Michael Barillère-Scholz ein ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der zukunftsweisenden Individual- und öffentlichen Verkehre in seine ehemalige „Lernwerkstatt" zurückgekehrt. Erste autonome Buslinie In seinem rund 90-minütigen Vortrag berichtete der Managing Direktor der in Frankfurt ansässigen IOKI GmbH von den Fortschritten bei der Suche nach einer bedarfsgerechten Automobilität, die die Städte entlastet, das Klima schont, Unfälle vermeiden hilft und den Ansprüchen der Menschen gerecht wird. Dabei setzen die Zukunftsplaner auf eine künstliche Intelligenz, die letztlich das autonome Fahren im Blick hat. Vielversprechende Versuche laufen, Barillère-Scholz zufolge, bereits in Hamburg und Bad Birnbach. Dabei gilt die erste autonome Buslinie in Bad Birnbach als Pionierleistung für neue Verkehrskonzepte. Auf großes Interesse stießen beim heimischen Landtagsabgeordneten Matthias Goeken die Ausführungen zu dem in Hamburg erprobten On-Demand-Angebot. Goekens Einschätzung nach könnte das „Abholen auf Anforderung" ein umsetzbares Angebot und eine spürbare Entlastung für den ländlichen Raum sein. Auf die Frage, wann die Technik für das autonome Fahren voll ausgereift und alltagstauglich ist, antwortete Barillère-Scholz eher ausweichend. In Expertenkreisen sei die Rede vom Jahr 2028. Umweltereignisse als Herausforderung für die Technik Allerdings müssten bis dahin noch viele Barrieren überwunden werden. Hohe Anforderungen würden beispielsweise sich verändernde Umweltereignisse an die ausgefeilte Technik stellen. So könnten nachwachsende Grasstreifen und Büsche an den Fahrbahnrändern, aber auch dampfende Gullys, für Störungen sorgen. In Bad Birnbach habe man auf der Buslinie die Infrastruktur insofern verändert, als jetzt Kameras an den Kreuzungen die Kennzeichen der Autonomen scannen. Per Verkehrsrechner werde anschließend die erlaubte Geschwindigkeit in dem vom Bus befahrenen Bereich von 50 auf 30 km/h herabgesetzt. Nach dem Verlassen der Zone gelte wieder die 50 km/h Regelung. Michael Barillère-Scholz belegte am SGS die Leistungskurse Physik und Englisch. Nach dem Abitur studierte er an der Fachhochschule Lippe Wirtschaftsingenieurwesen und ging für ein Jahr nach Großbritannien. Nach der dort verfassten Diplomarbeit kam er zurück nach Deutschland und gründete zunächst in Berlin einige Start up Unternehmen. Es folgte ein Informatikstudium an der Uni Paderborn mit der anschließenden Promotion. Nach einer Zeit als Unternehmensberater und mehreren Auslandsaufenthalten kam er zu IOKI, einem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn in Frankfurt. Eine Erfahrung, die der brillant vortragende Managing Direktor während seines exzellenten Vortrags weitergab, dürfte auch seine ehemaligen Lehrer nachdenklich gestimmt haben. „Die Halbwertzeit unseres Wissens ist etwa zwei bis drei Jahre. Danach muss alles wieder aufgefrischt werden." Sein Fazit: „Das Leben ist ein andauernder Lernprozess." Spannendes Thema für den Kreis Höxter Seine Freude über den beruflichen Erfolg des ehemaligen SGS Schülers brachte Schulleiter Marko Harazim zum Ausdruck. Solche Karrieren seien eine Bestätigung für die Qualität der Schule und Ermutigung für Lehrer und Schüler. Die vielen technischen Wettbewerbe, an denen sich bereits Fünft- und Sechsklässler beteiligten, ließen gut in die Zukunft blicken. Als er durch Zufall davon erfahren habe, dass Michael Barillère-Scholz in Steinheim sei, habe er sich sofort auf den Weg gemacht, um ihn persönlich kennenzulernen, sagte der Landtagsabgeordnete Matthias Goeken. Das Thema sei für den Kreis Höxter so spannend, dass er weiterhin in Kontakt bleiben werde.

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