0
Übergabe: Falk Wennemann (v. l.), Thomas Schöning und Ulrike Drees vom LGS-Förderverein und Claudia Koch von der LGS-Durchführungsgesellschaft. - © Simone Flörke
Übergabe: Falk Wennemann (v. l.), Thomas Schöning und Ulrike Drees vom LGS-Förderverein und Claudia Koch von der LGS-Durchführungsgesellschaft. | © Simone Flörke

Höxter 700 Unterschriften gegen Parkplätze auf Grünflächen für LGS in Höxter

Unterzeichner formulieren ihre Sorgen und die Bitte an die Planer, dass nirgendwo im Stadtgebiet Grünflächen für Parkplätze oder andere Bebauung geopfert werden dürfen

Simone Flörke
09.11.2019 | Stand 10.11.2019, 10:52 Uhr

Höxter. Falk Wennemann hat die rund 700 Unterschriften, die in den vergangenen dreieinhalb Wochen von der Initiative „Kein Grün für Grau" an Vertreter des Fördervereins und der Durchführungsgesellschaft der Landesgartenschau 2023 in Höxter überreicht. Damit formulieren die Unterzeichner ihre Sorgen und die Bitte an die Planer, dass nirgendwo im Stadtgebiet Grünflächen für Parkplätze oder andere Bebauung geopfert werden dürfen. Hintergrund der Unterschriftenaktion war die Angst von fünf Kleingärtnern, dass ihre Gartengrundstücke an der Weser von der Stadt Höxter gekauft würden, um sie in Parkplätze für die Landesgartenschau umzuwandeln. „Keine Grünflächen für Autos, um Blumen anzusehen", so fasst es Wennemann bei der Übergabe kurz zusammen. Diese Angst wolle sie den Menschen nehmen, erklärte Baudezernentin Claudia Koch. Diese Fläche sei „weder Bestandteil der Machbarkeitsstudie noch aktuell vorgesehen", sagte sie und verwies auf das grundsätzliche Thema der Stadtentwicklung. „Ohne Grund und Boden keine Stadtentwicklung" Die Stadt sei bereits im Besitz der Grundstücke drumherum – habe aber insgesamt viel zu wenige Grundstücke im Besitz, um langfristig Stadtentwicklung betreiben zu können. Sie sprach von einem Gebot der Stunde und einem „städtebaulichen Grundsatz", dass die Stadt versuche, das Areal dieser Insellage zu erwerben. „Ohne Grund und Boden keine Stadtentwicklung", sagte sie und nannte das Areal wertvoll, weil zentrennah. Was damit in Zukunft geschehen werde, das könne niemand auf Jahre oder Jahrzehnte voraussagen. Die Stadt werde nicht die Kleingärtner gegen ihren Willen vom Grundstück verbannen, denn Kauf breche kein Miet- oder Pachtrecht. Dieses gehe beim Kauf an den neuen Eigentümer über, der dann Gespräche führe. Derzeit sei man in einem so frühen Stadium, dass man erst das Okay der Politik für Verhandlungen habe. Darüber hinaus habe es aber weder einen Vertrag noch eine Unterschrift gebe. "Diese Aktion richtet sich nicht gegen die LGS" Für Wennemann ist wichtig zu betonen, dass sich diese Aktion nicht gegen die LGS richte. Man wünsche sich ein erfolgreiches Großprojekt, aber mit einem „größt- und bestmöglichen Kompromiss" aller Beteiligten. Deshalb sei das Miteinander wichtig, deshalb wollten auch Kritiker mit dieser Unterschrift ihre Stimme bekommen. Das sei richtig und wichtig, betonte Thomas Schöning vom Förderverein. Man sei „kein reiner Jubelverein" für die LGS, sondern nehme die Kritik und die Sorgen der Bürger sehr ernst: „Kritik ist uns wichtig. Die LGS kann nur ein Erfolg werden, wenn sich auch die kritischen Stimmen zu Wort melden." Deshalb suche man den Dialog, wo immer möglich – beispielsweise auch bei den regelmäßig Anfang des Monats stattfindenden Infomärkten an verschiedenen Orten im Stadtgebiet. Sein Appell: Sorgen und Kritik melden, Ansprechmöglichkeiten persönlich, per E-Mail oder über soziale Netzwerke nutzen.

realisiert durch evolver group