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Höxter Details und Zahlen zur Landesgartenschau 2023 in Höxter

Bürgermeister Alexander Fischer stellt der Werbegemeinschaft Höxter weitere Details zur Planung

Simone Flörke
19.04.2018 | Stand 19.04.2018, 15:21 Uhr

Höxter. Die pessimistische Prognose geht von 340.000 Besuchern aus, die realistische von 410.000 und die optimistische von 500.000: Diese Zahlen aus der Machbarkeitsstudie für die Ausrichtung der Landesgartenschau 2023 in Höxter stellte Bürgermeister Alexander Fischer den Mitgliedern der Werbegemeinschaft bei deren Jahresversammlung vor. Dort warb er auch für die vier- bis fünfstündige Begehung der zwölfköpfigen Bewertungskommission aus Düsseldorf am Mittwoch, 2. Mai. Ebenso wie für die geplante Verbindungsachse für das LGS-Gelände mit den drei Komponenten Weser – historische Altstadt – Weltkulturerbe: „Wir haben das einzige Welterbe in Westfalen." Und es habe noch keine LGS mit Welterbe gegeben, so der Bürgermeister. Für ihn ein echtes Pfund. Und diese Geschichte könne man noch mit Leben füllen, sagte er mit Blick auf Corvey und seinen ehemaligen Bibliothekar Hoffmann von Fallersleben. Für Mehrwert seien Umwege und Eintritt gerechtfertigt Aber er machte auch deutlich: Mit den geplanten Aktivitäten wäre die Wallanlage als festes Element der Planung während der LGS-Monate eintrittspflichtig. Ebenso die Weserpromenade vom R 1 über den Weserbogen bis nach Corvey als ein Bestandteil des kostenpflichtigen LGS-Geländes. Noch gebe es kein gemeinsames Verkehrskonzept für die Innenstadt während dieser Zeit. Auf der anderen Seite böten sich Möglichkeiten, die Radler, die auf dem Weserradweg unterwegs seien (100.000 pro Saison) damit in die Innenstadt zu holen. Die Höxteraner bekämen einen Mehrwert für ihre Stadt, der bleibe: Dafür seien Umwege wie Eintritt gerechtfertigt. Parkplätze sollen erweitert werden Während man im Bereich Wall über einen Generationenpark und an der Weserpromenade über steinerne Ufer sowie vertikale Gärten als dauerhafte Elemente nachdenkt, sollen weiter in Richtung Hafen aufgrund der Hochwassergefahr temporäre Angebote entstehen wie beispielsweise schwimmende Gärten. Am Weserbogen könnte der im Managementplan fürs Welterbe eingefasste Archäologiepark entstehen. „Um die versunkene Stadt sichtbar zu machen. Aber nicht mit Grabungen oder Fenstern im Boden, sondern visuell", so Fischer mit Blick auf technische Möglichkeiten, das Welterbe „aus dem Dornröschenschlaf" zu wecken: Es würden bereits Gespräche mit dem herzoglichen Haus stattfinden, in denen man Verantwortlichkeiten und Finanzielles fair festzurren wolle. Im Konventgarten – derzeit Tannenbaumplantage – könnten Ideen von essbaren oder ökumenischen Gärten umgesetzt werden. Rund 75 Prozent der LGS-Gäste würden mit dem Auto anreisen, der Großteil über die Bundesstraße 64 von Norden (53 Prozent) und Süden (35 Prozent). Zwischen 3.000 und 9.000 Besucher täglich würden erwartet. Dafür sollen sowohl am Floßplatz wie auch in Corvey die Parkplätze erweitert werden. Ein Busparkplatz könnte am alten Güterbahnhof entstehen. Und sogenannte Überlaufparkplätze für Spitzenzeiten im Bereich Berliner Platz und den Schulen. Rund 34 Euro lassen Besucher über Eintritt hinaus in der Stadt Fischer nannte weitere Zahlen: So geht man von einer Investition in Baumaßnahmen in Höhe von 10,4 Millionen Euro aus. Die Stadt würde rund sechs Millionen Euro vom Land bekommen, weitere 800.000 Euro aus anderen Fördertöpfen. Sogenannte „flankierende Maßnahmen" wie die Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes, die Aufwertung der Ortseingänge und des Stadteingangs ab Weserbrücke sowie des Zugangs von der Weser zur Innenstadt schlagen mit 1,2 Millionen Euro zu Buche. Der Durchführungshaushalt für April bis Oktober 2023 umfasst eine Größenordnung von 7,1 Millionen Euro, wovon die Personalkosten mit 1,6 Millionen Euro der größte Batzen wären. 700.000 Euro sind fürs Marketing veranschlagt. Denn, so Fischer, im Dreiländereck NRW – Niedersachsen – Hessen und fernab der Autobahn müsse Höxter mehr Geld in Öffentlichkeitsarbeit stecken als andere Ausrichter. 17,50 Euro für ein Tagesticket Der Ticketverkauf – der Preis von 17,50 Euro für ein Tagesticket für Erwachsenen liegt wie in Bad Lippspringe 2017 – würde bei rund 400.000 Besuchern 4,3 Millionen Euro in die Kasse zurück spülen. Dazu käme Geld von Sponsoren, Spendern oder über Konzessionen, so dass die Stadt zwei Millionen Euro zusteuern müsste, erklärte er. Kommen – wie in Bad Lippspringe – rund 590.000 Besucher nach Höxter, könnte man die LGS 2023 plus minus Null abschließen. Hinzu komme die Wertschöpfung in der Stadt: Durchschnittlich 34 Euro lasse ein LGS-Besucher laut IHK über den Eintritt hinaus in der Kommune. Und dazu komme das positive Image für die Stadt selbst.

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