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Völlig zerstört: Am Morgen danach geht der Blick in die ausbrannte Lagerhalle, wo neben Autos auch Schmierstoffe und ähnliches gelagert waren. - © Burkhard Battran
Völlig zerstört: Am Morgen danach geht der Blick in die ausbrannte Lagerhalle, wo neben Autos auch Schmierstoffe und ähnliches gelagert waren. | © Burkhard Battran

Brakel Technischer Defekt als Brandursache in Brakel

Die Polizei beziffert nach dem Großbrand den Schaden in und an der Lagerhalle am Bahnhof auf 150.000 bis 200.000 Euro

Simone Flörke
15.10.2019 | Stand 15.10.2019, 20:10 Uhr

Brakel. Auf 150.000 bis 200.000 Euro Schaden hat die Polizei den Schaden bei dem Großbrand in der Nähe des Brakeler Bahnhofs am Montagmorgen korrigiert. Zunächst war man von 250.000 Euro ausgegangen. Auch die Brandursache ist nach Angaben der Ermittler vom Dienstagnachmittag mittlerweile offenbar geklärt: Der Brand sei „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit durch einen technischen Defekt verursacht worden", heißt es vonseiten der Polizei. Die Ermittler hatten noch in der Nacht ihre Arbeit aufgenommen. Messungen der Unteren Wasserbehörde ergaben im Umfeld des Brandortes keine Auffälligkeiten im Grundwasser, heiß es am Dienstag aus der Stadtverwaltung. Mitarbeiter der örtlichen Kläranlage waren in Bereitschaft gesetzt worden. An der Straße Am Güterbahnhof war am Montagabend eine 225 Quadratmeter große Halle eines Schrotthändlers mit Autoverwertung samt Inhalt zerstört worden. 90 Feuerwehrleute von allen vier Brakeler Löschzügen kämpften gegen die Flammen und die Hitze an, einer von ihnen kam mit einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus. Einsatzleiter spricht von Temperaturen um die 800 Grad Der nahe Brakeler Bahnhof musste ebenso wie ein Wohnhaus geräumt werden, erklärte die Polizei am Dienstag. „Da eine Explosionsgefahr aufgrund der gelagerten Materialien nicht ausgeschlossen werden konnte", heißt es im Bericht der Beamten. Der Zugverkehr wurde zwischen Altenbeken und Ottbergen von 20.30 bis 23 Uhr gestoppt. Es handelte sich um jeweils eine Zugverbindung in jede Richtung, erklärt ein Sprecher der Nordwestbahn im Gespräch mit der NW, die mit ihren Fahrzeugen die Strecke der Eggebahn (RB 84) befährt. Zwischen den beiden Endpunkten gab es für die Zugpassagiere Taxipendelverkehr bis oder ab Ottbergen. Bis etwa gegen Mitternacht war die Feuerwehr an der Einsatzstelle, erklärte Stadtbrandinspektor und Einsatzleiter Sven Heinemann am Dienstagmittag. Danach habe man noch rund zwei Stunden aufräumen müssen. Der Eigentümer habe sich die Nacht über weiterhin um die Brandstelle gekümmert. Ungewöhnlich sei die Brandintensität gewesen Ungewöhnlich sei bei diesem Feuer die Brandintensität gewesen, berichtete Heinemann. Die Hitzeabstrahlung der brennenden Wellblechhalle – er spricht von Temperaturen um die 800 Grad – und der Flammen aus dem Gebäude sei groß und „recht heftig" gewesen, weshalb man sich für die Evakuierungen und den Stopp des Zugverkehrs entschieden habe. „Wir wollten auf Nummer sicher gehen – nicht dass noch ein Zug reinfährt und in der abstrahlenden Hitze stehenbleibt." Die Fassade der Halle, von der ebenso wie dem Inhalt nur noch ein Gerippe übrig ist, sei zeitweise rotglühend gewesen. Gleich zu Beginn des Einsatzes ab 20.30 Uhr habe das Feuer im Inneren das Tor geradezu nach außen herausgesprengt. Die Flammen seien bis zu drei Meter Höhe aus der Lagerhalle geschlagen. Darin gelagert waren neben Autos auch Betriebsstoffe von Fahrzeugen, Altöle, Kraftstoffe und Reinigungsmittel für Fahrzeuge, erklärt der Einsatzleiter. Deshalb die „enorme Brandausbreitung". Die Flüssiggastanks neben den Gleisen, deren Inhalt zum Beheizen von Gebäuden diene, seien für die Feuerwehr „nicht das Problem gewesen", sagt Heinemann. Sie wurden mit Wasser kühl gehalten. Feuerschein und Rauchsäule von der B 64 aus zu sehen Der helle Lichtschein des Feuers und die beleuchtete Einsatzstelle waren am Montagabend am dunklen Nachthimmel schon von der Bundesstraße 64 aus zu sehen gewesen. Ebenso die hohe Rauchsäule, die im Bereich des Brakeler Bahnhofs über der Stadt stand. Zuckende Blaulichter überall rund um den Bahnhof. Polizei, Rettungswagen, Feuerwehrfahrzeuge, abgesperrte Straßenzüge. Hinter der Absperrung zahlreiche Passanten und Schaulustige: Weniger als eine Stunde nach der Alarmierung hatte das Großaufgebot der Feuerwehr den Brand unter Kontrolle. Unter schwerem Atemschutz hatten sie zunächst von außen am Boden und über die Drehleiter gearbeitet. Anschließend öffnete die Feuerwehr mit einem Bagger von oben die Außenhaut der rund 12 mal 18,5 Meter großen Halle, so dass mittels eines starken Lüfters der Rauch aus dem Inneren geblasen werden konnte. Dann ging die Feuerwehr unter Atemschutz ins Innere und suchte weitere Brandherde und Glutnester.

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