Viele Einsatzkräfte: Feuerwehrleute aus Beverungen, Wehrden, Herstelle, Würgassen und Dalhausen waren vor Ort, dazu ein Großaufgebot des Rettungsdienstes, die Polizei und das Ordnungsamt. - © Feuerwehr Beverungen
Viele Einsatzkräfte: Feuerwehrleute aus Beverungen, Wehrden, Herstelle, Würgassen und Dalhausen waren vor Ort, dazu ein Großaufgebot des Rettungsdienstes, die Polizei und das Ordnungsamt. | © Feuerwehr Beverungen

Beverungen Wohnungsbrand: Lange Suche nach Vermisster in Beverungen

110 Einsatzkräfte bei nächtlichem Feuer

David Schellenberg
14.07.2019 | Stand 14.07.2019, 16:35 Uhr

Beverungen. Schon wieder ein Wohnhausbrand in der Großgemeinde Beverungen, schon wieder sind Menschenleben in Gefahr: Bei einem Feuer in einem Mehrfamilienhaus in der Beverunger Innenstadt in der Nacht zu Samstag wurden drei Menschen verletzt. Eine Mieterin wurde erst zwei Stunden später entdeckt. Die Alarmierung von der Kreisleitstelle der Feuerwehr in Brakel kam mitten in der Nacht um 2.33 Uhr, als die letzten Beverunger noch kräftig den Auftakt des Schützenfestes feierten. Eine unklare Rauchentwicklung im Wohnhaus in der Weserstraße 25 in Beverungen wurde gemeldet. Schnell sind erste Kräfte des Löschzuges Beverungen der Freiwilligen Feuerwehrkräfte vor Ort und bemerkten einen Brand in der Erdgeschosswohnung des Mehrfamilienhauses Weserstraße 25. Es stellten sich gleich mehrere Probleme: Offenbar hatte bis auf einen Bewohner noch niemand mitbekommen, dass es brennt und für die Einsatzkräfte war unklar, wie viele Menschen sich in dem Gebäude befanden. „Alle waren durch die Rausgasentwicklung akut gefährdet", erklärt Sebastian Ewen, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Beverungen, im NW-Gespräch. Insgesamt rettet die Feuerwehr acht Menschen aus dem Haus. Für einen medizinischen Check und die Erstversorgung wurde auf dem Kellerplatz eine sogenannte Patientenablage aufgebaut, ein aufblasbares Zelt, das Witterungsschutz und Wärme bietet. Für die Erstversorgung waren vom Rettungsdienst vier Notarzteinsatzfahrzeuge, sechs Rettungstransport- und vier Krankentransportwagen sowie eine Sanitätsgruppe der ehrenamtlichen Einsatzeinheit 04 des Kreises unter Führung des organisatorischen Leiters Rettungsdienst sowie des Leitenden Notarztes im Einsatz. Insgesamt wurden in der Nacht rund 110 Einsatzkräfte gezählt. Wohnung brannte komplett aus Das Feuer in der Erdgeschoss-Wohnung selbst konnte durch Feuerwehrkräfte aus Beverungen, Herstelle, Würgassen, Dalhausen und Wehrden schnell auf die Erdgeschosswohnung begrenzt und gelöscht werden. Dazu wurde ein Löschangriff vom Hintereingang aus gestartet. Die Wohnung brannte jedoch komplett aus. Zugute kam den Löschkräften, dass das Feuer trotz nächtlicher Stunde relativ zügig entdeckt wurde und sich in dem alten Fachwerkhaus nicht auf andere Etagen ausbreiten konnte. Vermisst wurde nur noch die 56-jährige Mieterin der betroffenen Wohnung. „Niemand hatte sie gesehen und konnte sagen, ob sie nach dem Brandausbruch aus dem Gebäude geflüchtet war", berichtet Ewen. Schon kurz nach dem Eintreffen begann die Polizei mit der Suche nach der Frau im Umfeld um den Brandort. später unterstützten Feuerkräfte die Beamten. Erst gegen Ende des Einsatzes gegen 4,30 Uhr wurde die 56-Jährige im verwirrten Zustand und mit erheblichen Brandverletzungen in der Nähe gefunden. Und „unverzüglich notärztlich behandelt", wie die Polizei am Samstag berichtet. Die Frau wurde schwerverletzt in ein Krankenhaus gebracht – ebenso wie ein 80-jähriger Mieter und ein Feuerwehrmann, bei denen der Verdacht auf Rauchvergiftung bestand. Durch die starke Rauchentwicklung im gesamten Haus konnten auch die anderen Mieter nicht mehr in ihre Wohnungen. Sie wurden durch das Ordnungsamt der Stadt in anderen Räumlichkeiten untergebracht. Ermittlungen dauern noch an Die Brandursache ist bislang nicht bekannt. Ersten Schätzungen zu Folge liegt der Sachschaden bei etwa 40.000 Euro. Die Brandstelle wurde beschlagnahmt, die kriminalpolizeilichen Ermittlungen dauern noch an. Der Wohnhausbrand ist der dritte Großeinsatz der Feuerwehr Beverungen in nur einem Monat. Erst vor einer Woche hatte in Herstelle ein Haus gebrannt. Am 15. Juni war bei einem Großbrand in einem Entsorgungsunternehmen ein Millionenschaden entstanden. Insgesamt mussten die Einheiten aus Beverungen und den Ortschaften in diesem Jahr bereits 79 Einsätze bewältigen. Davon allein 11 im bisherigen Juli.

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