Glücklich in der Heimat: Mit viel Erfahrung im Gepäck ist Dominique Kirchhoff nach Amelunxen zurückgekehrt und hat die „Heimatliebe" eröffnet. - © Irina Jansen
Glücklich in der Heimat: Mit viel Erfahrung im Gepäck ist Dominique Kirchhoff nach Amelunxen zurückgekehrt und hat die „Heimatliebe" eröffnet. | © Irina Jansen

Beverungen Dominique Kirchhoff setzt im Restaurant "Heimatliebe" auf viel Kreativität

Jung und selbstständig (10): Er hat die traditionsreiche Gaststätte vor einem Jahr übernommen und führt sie nun mit moderner und bodenständiger Küche

Beverungen-Amelunxen. Was ihn antreibt? „Das Feedback der Gäste, wenn sie das Essen loben und zufrieden rausgehen. Das ist größte Motivation für mich", sagt Dominique Kirchhoff. Regionale Küche mit Zutaten aus der näheren Umgebung stehen ganz im Fokus bei ihm und seinem Restaurant „Heimatliebe" in Amelunxen. Mit dem anspruchsvollen regionalen Konzept passt Dominique Kirchhoff ins Kulturland Kreis Höxter. Seit kurzem ist die „Heimatliebe" zudem neuer Partnerbetrieb in dem Regionalzusammenschluss. „Der Name Heimatliebe ist durchaus Programm bei Kirchhoffs. Allerdings auf erfrischende und authentische Art", freut sich auch Heiko Böddeker von der Regionalmarke über den neuen Partner. Das Herzstück im bislang rustikalen Gasthof: ein behagliches und stilvolles, mit warmen Hölzern sowie in frischen Weiß- und Grün-Tönen ausgestattetes A-la-carte-Restaurant. Vor genau einem Jahr das Gasthaus übernommmen 45 Plätze hat es, berichtet Kirchhoff. Und dazu einen Saal mit Platz bis zu 120 Gästen. „So kann ich meinen Gästen Frische, Qualität und Nachhaltigkeit im passenden Rahmen bieten", betont der junge Küchenchef aus Amelunxen, der vor genau einem Jahr mit seiner Ehefrau Sabrina das traditionsreiche Dorfgasthaus an der Drenker Straße – erbaut schon 1854 – übernommen hat. „Ich wollte immer Koch werden", sagt er. Das sei keine Last, sondern eine Lust und Freude, ein Interesse und eine Leidenschaft. „Und es hat einfach gepasst", sagt er. Die ersten drei, vier Monate seien geprägt gewesen durch Planungen und Umbauten – so entstand auch das Restaurant, das es vorher nicht gab. Er schätzt das Weserbergland und seinen Freundeskreis Der Name „Heimatliebe" spiegele gleich mehrere Inhalte wider: die Verbundenheit zur Region und zu ihren Produkten, aber auch sein Bekenntnis zum Leben auf dem Dorfe. „Bodenständig mit Akzenten hier und da", so beschreibt Dominique Kirchhoff seine Küche. Darauf müsse man sich einlassen wollen. „Aber die Resonanz ist super." Andere Zeiten sind für den jungen Mann angebrochen. Nach Stationen im saarländischen Zweibrücken, im Vier-Sterne-Romantik-Hotel Landschloss Fasanerie, bei Drei-Sterne-Koch Joachim Wissler auf Schloss Bensberg und nicht zuletzt im „Caspar’s" und „Pferdestall" des Gräflichen Park Resorts in Bad Driburg, in dem Dominique Kirchhoff zuletzt als Bankett-Küchenchef engagiert war, kehrte er ins heimatliche Amelunxen zurück. „Für mich kein Problem", sagt der Koch und gelernte Betriebswirt. „Das Familienunternehmen zu übernehmen, war immer schon geplant, und nun kann ich mich voll und ganz auf meine neue Aufgabe konzentrieren." Er selbst sei ein eher leiser Koch, antwortet er schmunzelnd auf die Frage nach seinem Charakter: „In der Küche ist keine Zeit für Danke und Bitte. Da braucht es klare Ansagen, damit jeder weiß, was er zu tun hat. Aber die Zeiten der Rumschreierei in unserem Beruf sind zum Glück vorbei." Mit dem Dorfleben habe er kein Problem, denn er sei er überhaupt kein Stadtmensch, sondern schätze das Weserbergland und seinen Freundeskreis, betont der Vater eines 14 Monate alten Sohnes. Neben der Gastronomie kümmert sich Familie Kirchhoff nun in der fünften Generation noch um Pensionsgäste in zehn Zimmern und in einer Ferienwohnung. Zu wenig Mitarbeiter Insgesamt elf Mitarbeiter beschäftigt er im gesamten Haus – „zu wenige", erklärt er. Und dass man immer auf der Suche nach guten Kräften fürs Team sei. Wann immer es auch möglich ist, setzt Kirchhoff in seiner Küche auf regionale Produkte. So stammt beispielsweise das Schweinefleisch vom Regionalpartner Uwe Klare aus Borgentreich, Brot und Brötchen bekommt er direkt um die Ecke, das Wild liefern heimische Jäger. Der Koch und Gastronom will sich weiter für frische regionale Produkte und heimische Hersteller stark machen. „Da gibt es gar nichts anderes, wenn man in dieser Region lebt und arbeitet", ist Kirchhoff überzeugt. Apropos Rindfleisch: Da hat Dominique Kirchhoff den vertrauenswürdigsten Lieferanten überhaupt. Denn es stammt vom Bruder Tim Tigges, der eine Limousin-Rinderzucht betreibt. Äußerst beliebt bei den Gästen ist so auch der trendige „Amelunxer Heimatburger" im Vollkornbrötchen, immer neu und anders kombiniert. „Ich möchte Gerichte anbieten, bei denen jeder etwas findet, was ihm schmeckt", so der Kirchhoff. Diese Ansicht zeigt sich auch an seinem Engagement für die Broschüre „18 Lieblingsrezepte aus dem Kulturland" in Zusammenarbeit mit dem Kreislandfrauen-Verband Höxter-Warburg. Dafür hat Kirchhoff ein zartes „Rumpsteak mit Blutwurstkruste" kreiert und als würzig-pikantes, modern interpretiertes Lieblingsrezept beigesteuert.

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