0
Lebensraum: In Brakel soll auf mehr als 6.000 Quadratmetern Fläche eine Blühwiese entstehen. - © Troels Rasmussen
Lebensraum: In Brakel soll auf mehr als 6.000 Quadratmetern Fläche eine Blühwiese entstehen. | © Troels Rasmussen

Brakel Neuer Lebensraum für tausende Bienen bei Brakel

Naturschutz: In Brakel soll auf einem 6.200 Quadratmeter großen Acker eine Blühwiese entstehen. Interessierte können sich mit einer Patenschaft an dem Projekt beteiligen

Helga Krooß
24.09.2019 | Stand 24.09.2019, 16:25 Uhr

Brakel. Das ist mal eine schöne Idee: In Brakel haben sich Naturfreunde zu einer Interessensgemeinschaft zusammengefunden, um wieder Bienen, Schmetterlinge und viele andere Insekten auf die Felder zu bringen. Ein Brakeler Landwirt stellt dafür einen 6.200 Quadratmeter großen Acker zur Verfügung. Für einen geringen einmaligen Betrag können interessierte Bürger für zwölf Monate eine Patenschaft über eine Parzelle übernehmen und diese zum Blühen bringen. Aus dem Acker soll eine Blühwiese werden, die „Annen-Bienen-Blumenwiese", in der es dann ordentlich summt, brummt, fliegt und kreucht. Initiator des Projekts ist Rudolf Mönikes. Nachahmenswerte Aktion in Bayern Er ist durch einen Artikel in der Zeit auf die nachahmenswerte Aktion aufmerksam geworden. Demzufolge hat ein Landwirt zur Rettung der Bienen einen Feldversuch gestartet und dafür einen 10.000 Quadratmeter großen Acker zur Verfügung gestellt. „Ich fand das sehr interessant und dachte mir, dass das auch in Brakel möglich ist", erzählt Mönikes, der sich bei dem bayerischen Landwirt genauer über das Projekt informierte. Der nächste Schritt war dann, in Brakel Leute zu finden, die die Idee mittragen. Mönikes musste nicht lange suchen. Schnell fanden sich ein paar Naturfreunde zusammen, die die Interessensgemeinschaft „Annenbiene" bildeten. „Dagegen war die Suche nach einem Landwirt, der uns seinen Acker zur Verfügung stellt, schon schwieriger. Aber wir hatten Glück", berichtet Rudolf Mönikes. Landwirt bereitet das Feld vor Für ein Jahr überlässt der Brakeler Landwirt Michael Grawe der Interessengemeinschaft für ihr Bienen-Projekt ein 6.200 Quadratmeter großes Feld. Er wird das Feld entsprechend vorbereiten und das Saatgut einbringen. Damit ist seine Arbeit auch schon getan. Der Rest läuft von selbst. Der Ernteersatz für den Landwirt wird über die Patenschaften der Blühwiese finanziert. „Die Blühwiese setzt sich aus Parzellen zu 50 und 100 Quadratmeter zusammen. Sie sind auf unserer Webseite abgebildet. Man sucht sich eine aus, klickt an und bezahlt", erklärt Ulrike Hogrebe-Oehlschläger von der Interessensgemeinschaft Annenbiene, die Vorgehensweise für eine Patenschaft. Der einmalige Betrag für die kleine Parzelle beträgt 30 Euro, für die große 60 Euro. Für das Projekt wolle man auch Schulen und Kindergärten mit ins Boot holen. Zwei unterschiedliche Mischungen Was das Saatgut betrifft, sollen es mindestens zwei unterschiedliche Mischungen sein. „Wir müssen schauen, was da am besten für den Boden geeignet ist", sagt Initiator Mönikes. Die Einsaat erfolgt, je nach Mischung, jetzt im Herbst oder erst im Frühling. Natürlich wird das Projekt „Annenbiene" auf der Webseite entsprechend dokumentiert. Nach einem Jahr, also im Januar 2021, bekommt der Landwirt sein Feld zurück. „Aber vielleicht können wir ja auch verlängern. Mal sehen, wie sich das alles entwickelt", meint Mönikes. Weitere Infos unter: www.annenbiene.de

realisiert durch evolver group