Blühende Landschaften: Eine Blumenwiese wie diese in Hardehausen zieht seltener gewordene Insekten an. - © Troels Rasmussen
Blühende Landschaften: Eine Blumenwiese wie diese in Hardehausen zieht seltener gewordene Insekten an. | © Troels Rasmussen

Kreis Höxter Kreis Höxter soll zum Blumenparadies für Bienen und Insekten werden

Die Verteilung kostenloser Samentütchen soll helfen, um das Bienensterben aufzuhalten.

Katharina Thiel
27.04.2019 | Stand 27.04.2019, 11:39 Uhr

Brakel. Auch in diesem Jahr soll der Kreis Höxter wieder bienenfreundlich blühen. Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr fiel jetzt der Startschuss für die Aktion "Blühende Landschaften". Ziel ist es, möglichst viele Blumen auszusäen, um dem Bienen- und Insektensterben entgegenzuwirken. 150.000 Samentüten werden dafür kostenlos an die Bürger der teilnehmenden Städte verteilt. 10.000 davon sind gefördert durch das Energieunternehmen Innogy. "Es ist eine Aktion, die bis über die Grenzen des Kreises hinausreicht", sagt Brakels Bürgermeister Hermann Temme. Gemeinsam mit dem Klimaschutzbeauftragten Hendrik Rottländer konnte er zehn Kommunen für die Idee gewinnen. Neben Brakel nehmen Höxter, Warburg, Steinheim, Willebadessen, Bad Driburg, Marienmünster, Nieheim, Altenbeken aus dem Kreis Paderborn und - in diesem Jahr erstmalig - Beverungen teil. "Wir freuen uns, dass wir in diesem Jahr dabei sind", sagt Uwe Lippenmeyer aus Beverungen. Die Stadt sei in der Vergangenheit aber nicht untätig gewesen. Es finde ein "Umdenken bei der Pflege der städtischen Flächen" statt. Samentütchen nach kurzer Zeit vergriffen "Im vergangenen Jahr waren die Samentütchen schon nach kurzer Zeit vergriffen", sagt Temme. Dem stimmen die Zuständigen der anderen Städte zu: "Die Tüten sind uns aus den Händen gerissen worden", sagt Ansgar Grawe aus Willebadessen. Auch in der Hansestadt Warburg haben die Bürger fleißig gesät. "Bei uns ist das Projekt gut angekommen", sagt Mirjam Altemeier. Dazu kommen bis zu 17 Blühflächen, die die Stadt in eigener Initiative anlegt. "Wir haben eher das Problem, dass zu viele Flächen vorgeschlagen werden", sagt Altemeier, die sich über so viel Engagement freut. Die Stadt Höxter richtet im Jahr 2023 die Landesgartenschau aus. "Das eine passt zum anderen", sagt Ulrich Kurze, zuständig für den Umweltschutz in Höxter. Es gehe bei der Ausgabe der Samentüten darum, "das Bewusstsein für das Problem des Insektensterbens zu schärfen. Was kann ich persönlich unternehmen, um dem entgegenzuwirken." Kurze selbst bemerke vor allem beim Autofahren, dass deutlich weniger Insekten an der Windschutzscheibe kleben. "Man kommt da schon ins Grübeln", sagt er. Bürger fragen nach der Aktion Olaf Klahold aus Nieheim berichtet, dass die Bürger schon seit längerer Zeit immer wieder vorbeikommen und nach den Tüten fragen. Doch nicht nur sie sind aktiv, die Stadt plant auch eigene Aktionen: Im Februar 2017 war der Westfälische Hof abgebrannt - auf dem Gelände soll eine Blumenwiese entstehen. Auch im Kurparkbereich wird eine große Fläche als wilde Blumenwiese genutzt. Steingärten seien aktuell in Bad Driburg ein Thema, sagt Martin Kölczer. "Welchen Wert ein blühender Vorgarten hat", sei nur zu sehen, wenn Blumen statt Steine das Bild bestimmen. Ein paar Tüten gehen in der Stadt an Kindergärten und Schulen, um auch die Kleinen mit in die Aktion einzubeziehen. Die Sammeltütchen können unter anderem in den Bürger- und Touristenbüros der Kommunen abgeholt werden. Darin befindet sich eine Mischung aus Blumensamen: Ringelblumen, Kornblumen, Buschwicken, Goldmohn, Schleierkraut, Mohn und anderen. So entsteht ein buntes Bild, das bis zum Herbst bleibt. "Die ein oder andere Blume aus dem letzten Jahr kommt auch wieder", sagt Manfred Rickhoff, Kommunalmanager bei Innogy. "Als die Stadt Brakel uns nach einer Fortführung des Projektes gefragt hat, haben wir nicht lange gezögert. Wir freuen uns sehr, auch in diesem Jahr wieder dazu beitragen zu können, die Region zum Blühen zu bringen."

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