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In Lenzinghausen: Links der Bielefelder Straße - dort, wo jetzt noch der Mais steht - sollen bald neue Häuser hochgezogen werden. - © Mareike Patock
In Lenzinghausen: Links der Bielefelder Straße - dort, wo jetzt noch der Mais steht - sollen bald neue Häuser hochgezogen werden. | © Mareike Patock

Spenge Neues Baugebiet: Spenger Politik sieht Zufahrt über Grünen Weg kritisch

Auf der Ackerfläche gegenüber der Konditorei Wefing sollen neue Grundstücke entstehen. Die geplante Erschließung des Areals sorgt allerdings für Zündstoff.

Mareike Patock
18.09.2019 | Stand 17.09.2019, 20:41 Uhr

Spenge-Lenzinghausen. Auf der landwirtschaftlichen Fläche gegenüber der Konditorei Wefing - zwischen Bielefelder und Herforder Straße in Lenzinghausen - soll ein neues Baugebiet entstehen (nw.de berichtete). Zur Bielefelder Straße hin sollen Mehrfamilienhäuser errichtet, dahinter Doppel- und Einfamilienhäuser gebaut werden. "Insgesamt werden zwischen 40 und 50 Wohneinheiten entstehen", sagte Detlev Winkler vom Planungsbüro Enderweit und Partner im Ausschuss für Stadtentwicklung. Die Politiker beschäftigte bei der erneuten Diskussion über das Projekt aber vor allem die Frage, wie das neue Wohngebiet erschlossen werden soll. Geplant ist, den zusätzlichen Verkehr über den Grünen Weg auf die Bielefelder Straße zu leiten. Eine direkte Anbindung des Wohngebiets an die angrenzende Bielefelder oder die Herforder Straße, die beide Landesstraßen sind, ist bislang nicht vorgesehen. Anwohner befürchten ein Verkehrschaos und auch die Politiker sind skeptisch. "Ein Reizthema für die Anwohner" "Die Erschließung über den Grünen Weg ist für die Anwohner ein Reizthema", betonte Lars Hartwig (CDU). Es sei heute schon kompliziert, vom Grünen Weg links in die Bielefelder Straße abzubiegen. "Wir sollten daher eine Lösung haben, wie man den Verkehr vernünftig auf die Bielefelder und die Herforder Straße bekommen kann." "Man kann relativ leicht hochrechnen, was hier an Fahrzeugen anfallen wird", sagte Ralf Kinnius (UWG). Bei 40 bis 50 Wohneinheiten gehe er von rund 100 zusätzlichen Autos aus. "Davon werden 70 morgens fahren und etwa 70 Prozent Richtung Bielefeld - also etwa 50 Fahrzeuge. Da ist klar abzusehen, wo sich das Problem hier entwickeln wird." Die Ansicht von Straßen NRW "Die Erschließung des Gebiets über den Grünen Weg ist ein Knackpunkt", unterstrich auch Hans-Jürgen Fischer (SPD) und stellte die Frage, ob es denn unbedingt dabei bleiben müsse, keine Erschließung über die Herforder Straße zu machen. Bernd Pellmann, zuständiger Fachbereichsleiter bei der Stadt Spenge betonte, es gebe deutliche Aussagen seitens des zuständigen Landesbetriebs Straßen NRW, dass zusätzliche Ein- oder Ausfahrten zur Herforder oder Bielefelder Straße zu unterbinden seien. Kritik am Planungsbüro Ralf Sieker (UWG) übte auch Kritik am Planungsbüro: Er habe sich "ein bisschen mehr erwartet" als den gleichen Entwurf, der schon im Winter vorgestellt und nur um ein blaues Quadrat für die Entwässerung ergänzt worden sei. Zum Beispiel hätte er erwartet, dass geprüft worden sei, ob zum Beispiel eine Teilerschließung über die Herforder Straße möglich sei. "Ich hätte mir gewünscht, dass man das ernsthaft untersucht hätte." Denn es könne nicht Ziel von Straßen NRW sein, einen Rückstau im morgendlichen Berufsverkehr zu haben. Und spätestens bei der geplanten Bürgerbeteiligung müssten diese Fragen ohnehin geklärt sein. Planungsvorgabe sei für das Büro gewesen, keine zusätzlichen Zufahrten zur Bielefelder oder Herforder Straße anzulegen, sondern den Verkehr über die bestehenden Zufahrten abzuwickeln, sagte Planer Detlev Winkler. Der Ausschuss gab dem Büro mit auf den Weg, das Gespräch mit Straßen NRW zu suchen und zu klären, ob eine Erschließung des neuen Wohngebiets über die Hauptstraßen möglich sei.

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