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Der Beckerkrug bleibt geöffnet. Die Gerüchte stimmen nicht, sagen die Inhaber Una und Klaus Margenberg. - © Susanne Barth
Der Beckerkrug bleibt geöffnet. Die Gerüchte stimmen nicht, sagen die Inhaber Una und Klaus Margenberg. | © Susanne Barth

Löhne Die Gerüchteküche brodelt: Der Beckerkrug in Löhne bleibt geöffnet

Seit mehreren Wochen häufen sich die Gerüchte, dass die Gaststätte verkauft werden soll. Daran ist nichts dran, sagen die Inhaber Una und Klaus Margenberg.

Susanne Barth
15.08.2019 | Stand 14.08.2019, 18:45 Uhr

Löhne. Das Gerücht hält sich hartnäckig. Jeder will gehört haben, dass der Beckerkrug schließt. "Seit drei Wochen verdichten sich die Aussagen", sagt Inhaber Klaus Margenberg. Seine Frau Una ist um jeden Gast froh, der sie darauf anspricht. "Nur so kann ich die Rederei aus der Welt schaffen", sagt sie. Denn an dem Gerücht ist nichts dran. "Wir haben Spaß an unserer Arbeit, wir hören nicht auf." Die Familie Margenberg und der Beckerkrug sind seit Jahrzehnten eng miteinander verbunden. Seit 1922 wird die historische Gaststätte von den Margenbergs bewirtschaftet. "Ich bin die dritte Generation", sagt der gelernte Koch Klaus Margenberg. Die Geschichte um den Beckerkrug reicht aber noch viel weiter zurück. Früher war hier die Nahversorgung für das Haus Beck, es war einst Poststation und die Kleinbahn "Wallücker Willem" hielt davor. Über die Grenzen Löhnes bekannt Heute ist die Gastronomie über die Ortsgrenzen Löhnes bekannt. An der Lübbecker Straße, Ecke Werster Straße steigt nicht nur jedes Jahr das berühmte Pfingstfest. Die Margenbergs richten Geburtstags-, Tauf- und Konfirmationsessen aus, ganze Hochzeitsgesellschaften feiern im Saal, es gibt ein edel eingerichtetes Restaurant, eine rustikale Bierstube und ein Kaminzimmer. "Wir investieren, haben eine neue regenfeste Markise für den Außenbereich, die Toiletten sind schick. Warum sollten wir das alles machen, wenn wir aufhören würden?", fragt Una Margenberg. Sie ist das Gesicht des Beckerkrugs. Die gebürtige Fränkin ist für ihren Ehemann Klaus nach Löhne gekommen und will bleiben. "Wir haben uns hier was aufgebaut, das soll weiter leben." Doch was jetzt passiert, mache sie sprachlos. "Mal heißt es, wir sollen verkauft werden, mal hören wir, wir würden aufgeben. Das ist wie stille Post, am Ende ist nichts Wahres mehr dran." "Wir stehen im Tal und sehen, wie die Lawine auf uns zurollt" Von allen Seiten bekommen die Inhaber zu hören, sie würden bald schließen. Mal soll das Areal abgerissen wird, andere wollen gehört haben, dass hier ein Schnellimbiss eröffnet. "Da fällt dir der Teller aus der Hand", sagt Klaus Margenberg auf die Häufung der Aussagen. "Das ist ein Schneeballeffekt. Wir stehen im Tal und sehen, wie die Lawine auf uns zurollt", beschreibt der Koch und studierte Betriebswirt das Gefühl. Zerstörend und auch zermürbend sei das Gerücht. "Das ist Rufmord", sagt Una Margenberg. Gäste, die hier in Zukunft eine Feier ausrichten wollten, melden sich besorgt. Doch die Margenbergs können beruhigen. Sie bleiben. "Es wird hier in den nächsten Jahren keine Veränderung geben", sagen die Gastronomen, die beide die 60 überschritten haben, aber noch lange nichts ans Aufhören denken. Der Beckerkrug ist ihre Leidenschaft: "Der Betrieb läuft weiter." Neu sind zwei Ruhetage in der Woche Una und Klaus Margenberg beschäftigen acht feste Mitarbeiter und 20 Teilzeitkräfte. Auch die müssen sich selbstverständlich keine Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen. "Wir haben über das Gerücht im Mitarbeiterkreis gesprochen und auch unsere Mitarbeiter geben an die Gäste weiter, dass wir bleiben." Seit dem 15. Juli hat der Beckerkrug nur noch fünf Tage die Woche geöffnet. Montag und Dienstag ist Ruhetag. Ob diese Veränderung den Klatsch befeuert hat, lässt sich nicht rekonstruieren. Auch ist nicht klar, woher das Gerücht stammt. Auf Geburtstagsfeiern sei darüber gesprochen worden, vorwiegend ältere Menschen hätten die Margenbergs dann direkt angesprochen. Von Mittwoch bis Sonntag ist die Gastronomie geöffnet. Werktags ab 16.30 Uhr und sonntags bereits ab 11 Uhr.

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