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Vielen Herfordern dürften seine Bilder auf Stromkästen ein Begriff sein. - © Ralf Bittner
Vielen Herfordern dürften seine Bilder auf Stromkästen ein Begriff sein. | © Ralf Bittner

Herford Graffitikünstler Sponk bringt einen Schriftzug an der Villa Marta an

Der Künstler ist in Herford kein Unbekannter. Er hat bereits im Frühjahr vor dem Marta gesprüht. Warum das neue Werk für den Wandmaler eine Rückkehr zu seinen Wurzeln ist.

Ralf Bittner
10.10.2019 | Stand 10.10.2019, 10:50 Uhr

Sponk ist in Herford kein Unbekannter. Viele Bilder auf Stromkästen stammen von dem Künstler, der als Autodidakt zur Graffiti-Kunst kam, aber auch an der Folkwang Universität der Künste in Essen Industrial Design studiert. Im Frühjahr besprühte er die Säule der Tupac-Statue vor dem Marta, derzeit arbeitet er an einem Schriftzug an der Villa Marta gegenüber. „Durch meine Arbeit am Marta wurde der Hausbesitzer, Wolfgang Ueckermann, auf mich aufmerksam", sagt Sponk, bürgerlich Dan Geffert: „Er bot mir an, die Wand zu bemalen und ließ mir beim Motiv freie Hand." Sponk entschied sich für eine Fläche oben an der Fassade und den Schriftzug „Sponk", der in gelb, schwarz und weiß auf der Mauer zu schweben scheint. Rückkehr zum ursprünglichen Graffiti „Für mich ist das so eine Art Rückkehr zum Ursprung des Graffiti", sagt er: „Schriftzüge und weite ineinanderlaufende Schwünge sind dafür typisch." Das Bild ist das erste seit langem, das er bis auf wenige Feinarbeiten komplett aus der Dose male, quasi aus dem Handgelenk schüttele. „Die Arbeiten auf den Stromkästen waren meistens bildhafter, weniger grafisch und entstanden meistens mit der Airbruch-Pistole", sagt er. Das sei zwar auch schön, aber eben etwas anderes als Graffiti. Obwohl er im April auf dem Marta-Grund arbeitete, kam erst jetzt ein Gespräch mit dessen Direktor Roland Nachtigäller zustande. „Wir tauschten uns über Graffiti und dessen Stellung in der zeitgenössischen Kunst aus", sagt Sponk. Der Wandmaler verdient zwar sein Geld mit Graffiti und Wandbildern als Auftragsarbeiten, arbeitet aber auch frei als Künstler. Diesen Bereich möchte er zukünftig ausbauen. „Die Beteiligung an einer Ausstellung im Marta wäre sicherlich ein Höhepunkt meiner Tätigkeit in Herford", sagt er: „Das wird aber bestimmt noch dauern." Sponk auf dem Weg ins Museum Zunächst führt ihn sein Weg in ein anderes Museum. Sponk ist ab 18. Oktober in der Ausstellung „Das beseelte Ding – Vom Geist der Gestaltung" im Essener Folkwang Museum vertreten. Bis zum 24. November versammelt die Ausstellung Objekte, Visualisierungen und konzeptuelle Arbeiten von Lehrenden und Studierenden der Folkwang Universität der Künste. Sie geht der Frage nach, ob und wie die nach 1918 unter anderem am Bauhaus formulierten Konzepte einer modernen künstlerisch-ästhetischen (Aus-)Bildung für heutige Lehrende und Studierende noch von Bedeutung oder Interesse sind.

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