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Informieren über die Kampagne: Sultan Ahmad Tahir, Gemeindevorsitzender Herford (v. l.), Imam Mustansar Ahmad und Kampagnensprecher Talhah Ahmad. - © Natalie Gottwald
Informieren über die Kampagne: Sultan Ahmad Tahir, Gemeindevorsitzender Herford (v. l.), Imam Mustansar Ahmad und Kampagnensprecher Talhah Ahmad. | © Natalie Gottwald

Kreis Herford Ahmadi-Muslime betonen Loyalität zu Deutschland

Kampagne: Jetzt startet die sich selbst als Reformbewegung innerhalb des Islam verstehende Ahmadiyya auch im Kreis Herford die Initiative „Wir alle sind Deutschland“

Natalie Gottwald
06.11.2018 | Stand 06.11.2018, 09:36 Uhr

Kreis Herford. Ahmadi-Muslime glauben an die Liebe zu dem Land, in dem sie leben. Das sei Teil ihres Glaubens, erklärt Imam Mustandar Ahmad, der zur Pressekonferenz in den Stadtpark Schützenhof in Herford gekommen ist. Hier informiert er über die bundesweite Kampagne „Wir sind alle Deutschland", die jetzt auch im Kreis Herford startet. „Durch die Kampagne erhoffen wir uns, dass die Bürger von der klaren Differenzierung zwischen Muslimen und fanatischen Extremisten erfahren", sagt Kampagnensprecher Talhah Ahmad. Die Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) ist eine von 73 besonderen Glaubensrichtungen innerhalb des Islam. „Gegründet wurde sie 1889 in Indien", erklärt der Imam. In Gründer Mirza Ghulam Ahmad sehen die Mitglieder den verheißenen Messias, einen Mohammed nachgeordneten Propheten. „Wir sind die einzige Glaubensrichtung im Islam, die daran glaubt, dass der Messias schon da war." Inzwischen in fünfter Generation sei ein Nachfahre des Gründers, Mirza Masrur Ahmad, heute das spirituelle Oberhaupt der Religionsgemeinschaft mit Sitz in London. "Unser Motto lautet ,Liebe für alle – Hass für keinen’" „Unser Motto lautet ,Liebe für alle – Hass für keinen’", sagt Talhah Ahmad. Außerdem sei eine Maßgabe der AMJ, dass es keinen Zwang im Glauben gebe. Außerdem halte man sowohl die Trennung von Staat und Religion als auch die Gleichberechtigung von Mann und Frau für wichtige Grundsätze. „Da die Loyalität zu dem Land in dem wir leben auch ein fester Teil unseres Glaubens ist, haben wir die Kampagne bundesweit gestartet. Jetzt geht es auch im Kreis Herford los", so Talhah Ahmad. Am Samstag, 24. November, wird es Flyer-Aktionen in allen sechs Städten und drei Gemeinden des Kreises Herford geben. Zusätzlich seien Infostände in den Innenstädten, Veranstaltungen und das Pflanzen von Friedensbäumen geplant. „Wir werden in die Orte gehen und versuchen, mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen, um Ängste und Vorurteile abzubauen", so Mustansar Ahmad. Außerdem haben Bürger die Möglichkeit, bei einer speziellen Hotline, Tel. (08 00) 2 10 77 58 anzurufen, um auf religiöse Fragen rund im den Islam Antworten zu bekommen. „Wenn wir entsprechende Räume bekommen, werden auch noch Info- und Diskussionsveranstaltungen folgen", sagt Talhah Ahmad. Die Termine würden zeitnah auf der Website bekannt gegeben. In Deutschland hat die AMJ rund 45.000 Mitglieder, 220 Lokalgemeinden, und 55 eigene Moscheen. In Herford hat die Gemeinde rund 150 Mitglieder. „Wir sind immer noch auf der Suche nach einem Grundstück, auf dem wir eine Moschee bauen können", sagt Sultan Ahmad Tahir, Gemeindevorsitzender der AMJ in Herford. Pläne für einen Grundstückserwerb 2013 an der Maschstraße und 2015 an der Waltgeristraße hatten sich zerschlagen. Die Herforder Gemeinde gibt es seit 1987. Derzeit ist eine Halle an der Werrestraße 53 ihr Versammlungsort. www.ahmadiyya.de

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