Das 50-Meter-Becken Im kleinen Felde: Die Abwärme, die bei der Kühlung der Eishalle entsteht, heizt das Wasser im Freibad auf. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Das 50-Meter-Becken Im kleinen Felde: Die Abwärme, die bei der Kühlung der Eishalle entsteht, heizt das Wasser im Freibad auf. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Kühlung der Eishalle erhitzt das Wasser im Freibad

Leserreaktion: Das Wasser im großen Becken Im Kleinen Felde ist auf bis zu 30 Grad Celsius gestiegen. Die Streckenschwimmer sind nicht begeistert. Die Stadtwerke lassen zur Kühlung Frischwasser nachfließen

Corina Lass

Herford. Für den Regionalligisten auf dem Eis, den Herforder Eishockey-Verein, (HEV) rückt die Trainingssaison in der Eishalle näher. Sie beginnt, anders als in den Vorjahren, nicht Mitte Oktober, sondern am 5. September. Das hat Folgen, die jetzt die Freibadbesucher Im Kleinen Felde spüren: Das Wasser im großen Becken heizt sich auf. Den Wunsch nach einer frühen Trainingsmöglichkeit hatten die Ice Dragons: In der Vergangenheit hatten sie häufig ihr erstes Saisonspiel, ohne dass sie zuvor eine Trainingsgelegenheit in der Herforder Eishalle gehabt hätten. Stattdessen waren sie mit der Mannschaft nach Hannover oder Paderborn gefahren. Dadurch entstanden neben den Fahrtkosten auch solche für die Miete der Eisfläche. Zu wenig Trainingszeiten gab es zudem für die Jugendmannschaften. Der Stadtrat entsprach dem Wunsch des Vereins. Schon seit Anfang August kühlen die Stadtwerke deshalb die Halle herunter. Der lange Vorlauf ist nötig, weil sie dabei Grad für Grad vorgehen müssen, erklärt Bäderbetriebsleiter Markus Diering. Denn sonst würde sich Kondenswasser bilden. Wie teuer das Ganze wird, ist noch nicht abzusehen Das Problem: Die Kühlung der Halle und die dabei entstehende Abwärme bilden mit den Anlagen im Freibad ein geschlossenes System. Dadurch wird das Freibadwasser im Schwimmerbecken nun immer wärmer. Inzwischen liege es bei 30 Grad Celsius, wie ein Leser am NW-Lesertelefon berichtet. Diering spricht von 29 Grad Celsius am Nachmittag und 27 Grad Celsius am Morgen. Letzteres sei „fast im normalen Bereich." In heißen Sommern habe es schon früher Probleme mit zu hohen Wassertemperaturen gegeben, sagt der Leser. Bei den Bäderbetrieben ist der Unmut der Schwimmer bekannt. Sie ließen kräftig Frischwasser nachfließen, sagt Diering. Er bittet aber auch um Verständnis: Eishalle und Freibad hätten sie noch nie parallel in Betrieb gehabt: „Wir müssen sehen, wie wir das hinbekommen." Mehr Chlor für sauberes Wasser Zu den Kosten kann der Bäderbetriebsleiter nichts sagen. Neben dem Frischwasser und der frühen Kühlung der Eishalle würden wohl auch die gegenwärtig hohen Außentemperaturen zu Buche schlagen, mutmaßt er. Genaueres wisse er aber erst, wenn die Eisaufbereitung abgeschlossen sei. Aber am Sonntag kühle es dem Wetterbericht zufolge ja schon wieder ab, so Diering. Übrigens wird in diesen Tagen auch mehr gechlort. Das liegt aber nicht an den erhöhten Wassertemperaturen, sondern daran, dass mehr Badegäste im Becken sind. Chlor reagiert auf Verunreinigungen, etwa auf die Sonnenschutzcreme der Badegäste, erklärt Diering. Und je mehr Badegäste im Wasser sind, desto größer ist die Verunreinigung.

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