Vor dem Schulgebäude: Leiter Hans-Ulrich Hartwig wird am heutigen Mittwoch in der Aula den letzten Jahrgang der Rolf-Dircksen-Schule verabschieden. Dazu gehören auch Anna, Stella und Marvin (alle 16 Jahre). - © Ekkehard Wind
Vor dem Schulgebäude: Leiter Hans-Ulrich Hartwig wird am heutigen Mittwoch in der Aula den letzten Jahrgang der Rolf-Dircksen-Schule verabschieden. Dazu gehören auch Anna, Stella und Marvin (alle 16 Jahre). | © Ekkehard Wind

Enger Der letzte Tag der Rolf-Dircksen-Schule

Heute erhalten die letzten 33 Schüler ihr Abschlusszeugnis

Ekkehard Wind

Enger. Es sind die letzten Abschlusszeugnisse, die Schulleiter Hans-Ulrich Hartwig am heutigen Mittwoch überreichen wird. Die Rolf-Dircksen-Hauptschule schließt. "Wir haben uns ja lange darauf einstellen können", sagt Hartwig. Dennoch schwinge natürlich Wehmut mit, bekennt der langjährige Pädagoge. "Am Mittwochabend nach der Feier wird es sicher schwer. Aber die Abschlussfeier soll feierlich ablaufen - ganz normal wie alle anderen zuvor. Das haben die Schülerinnen und Schüler verdient", betont der Schulleiter. 33 Jugendliche bekommen ihr Abschlusszeugnis heute von ihm ausgehändigt. "Sechs verschiedene Abschlüsse haben die 33 gemacht. Das zeigt auch die individuelle Förderung an unserer Schule", sagt Hartwig. Dieser letzte Jahrgang, der die Schule verlässt, wird ihm wohl besonders in Erinnerung bleiben. "Das sind allesamt ganz liebe Menschen." "Es ist schade, dass die Schule schließt", sagt Anna. Die 16-jährige Schülerin will weiter zur Berufsschule gehen und ihr Fach-Abi machen. "Mit den Lehrern sind wir sehr gut klar gekommen. Jeder hatte Zeit für uns und wir sind von unseren Lehrern stark gefördert worden. Das war klasse", sagt die Hauptschülerin. "Es ist ein komisches Gefühl, wenn unsere Schule jetzt nach uns schließt", sagt auch Marvin (16). Schon seine Mutter und sein Onkel seien zur Rolf-Dircksen-Schule gegangen. Er selbst werde jetzt eine Ausbildung zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik beginnen. Unzählige Schüler haben im Laufe der Jahre ihren Abschluss an der Engeraner Hauptschule gemacht, die 1968 aus der damaligen Volksschule hervorging. "In den Anfangsjahren gab es noch eine hohe Übergangsquote von 60 Prozent von der Grund- zur Hauptschule", erinnert sich Hans-Ulrich Hartwig. In Spitzenzeiten besuchten bis zu 900 Schüler die Engeraner Hauptschule. "Als flächendeckend die Gesamtschule eingeführt wurde, sanken die Schülerzahlen", sagt Hartwig. 1989 bot die Hauptschule als erste Einrichtung in Enger den Ganztagsunterricht an. 2002 erhielt sie den Status der selbstständigen Schule. "Die Schule hatte bestimmte Rechte. So konnten wir ab dem Zeitpunkt Lehrer selbst einstellen und sie wurden uns nicht mehr zugewiesen", erklärt der Leiter. Über 40 Lehrerinnen und Lehrer unterrichteten in Spitzenzeiten an der Schule. Im Lauf der vergangenen Jahre ist das Kollegium immer weiter geschrumpft. "Jetzt passen alle an einen Tisch", sagt Hartwig: Neun Lehrer, ein Sozialarbeiter, ein Integrationshelfer und Sekretärin Elektra Brakensiek. Für sie alle heißt es Abschied nehmen von der Rolf-Dircksen-Schule. Eine Lehrerin wechselt zur Gesamtschule Halle, andere zu Hauptschulen in Herford oder Bünde. Zwei Kollegen werden künftig an der Realschule Enger unterrichten, zwei gehen in den Ruhestand - darunter auch Schulleiter Hartwig. "Ich bin mit den Kollegen immer gut klar gekommen", sagt der Schulleiter zurückblickend. Er selbst kam 1977 an die Schule und übernahm 2007 deren Leitung. "Bis zum 31. Juli existiert die Schule. Bis dahin bin ich in Amt und Würden", sagt Hartwig. "Dann werde ich meinen Schulschlüssel abgeben."

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