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Der einzige Blitzer im Bünder Land: Die Radarkontrolle an der B239 - unter der Fiemerstraße - in Kirchlengern. - © Niklas Krämer
Der einzige Blitzer im Bünder Land: Die Radarkontrolle an der B239 - unter der Fiemerstraße - in Kirchlengern. | © Niklas Krämer

Bünde/Kirchlengern/Rödinghausen Warum es nur einen einzigen festen Blitzer im Bünder Land gibt

Nur an der B239 in Kirchlengern können die Autofahrer in eine fest installierte Radarfalle tappen. Das hat seine Gründe.

Niklas Krämer
02.08.2019 | Stand 01.08.2019, 20:02 Uhr

Bünde/Kirchlengern/Rödinghausen. Ein Autofahrer drückt auf der B239 in Kirchlengern auf das Tempo. Plötzlich wird es hell und grell. Nur für den Bruchteil einer Sekunde. Der Mann geht prompt in die Eisen - doch es ist schon zu spät: Ein Blitzer wurde ausgelöst. Hierbei handelt es sich um die Radarfalle an der B239 in Kirchlengern - den einzigen stationären Blitzer im Bünder Land. Im gesamten Kreis Herford gibt's 14 weitere dieser stationären Messpunkte - alleine in Enger sind es drei fest installierte Anlagen. Wie kommt es, dass die Blitzer im Bünder Land mit nur einem fest installierten Gerät spärlich gesät sind? "Aktuell wird aus Verkehrssicherheitsgründen an weiteren Stellen kein Bedarf gesehen", teilt Petra Scholz, Sprecherin des Kreises Herford, mit. Und das wird sich wohl erst einmal nicht ändern. "Derzeit besteht keine Notwendigkeit, weitere stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen im Bünder Land zu errichten", erklärt Scholz. Gewisse Toleranz zum Tempolimit Wovon hängt es ab, wo stationäre Radarkontrollen aufgestellt werden? Laut Scholz können die Radarkontrollen nach einer Einzelfallprüfung an Unfallschwerpunkten und Gefahrenstellen errichtet werden. "Die Standorte werden nach längerfristiger Auswertung der gefahrenen Geschwindigkeiten und der bestehenden Unfalllage in Absprache mit der Polizei und unter Beteiligung der Unfallkommission festgelegt", erklärt Scholz weiter. Seit September 2001 nimmt der Starenkasten am Ostring (B239) in Kirchlengern die Autofahrer, die aus Richtung Lübbecke kommen, ins Visier. Dort - kurz vor der Abfahrt zur Fiemerstraße - gilt Tempo 70. "Es gibt eine gewisse Toleranz zur zulässigen Höchstgeschwindigkeit, bevor die Anlage auslöst", teilt Scholz mit. Ab wann der Blitzer genau auslöse, werde aber in Absprache mit der Polizei nicht bekannt gegeben. 2.249 "Erinnerungsfotos" Die feste Radarfalle in Kirchlengern scheint sich offensichtlich zu lohnen: Im Jahr 2018 machte die Blitzkiste 2.249 teure "Erinnerungsfotos" von Rasern. Das ist eine gehörige Steigung zu 2017: Damals waren es nur 1.576 Raser, die zur Kasse gebeten wurden. Wie hoch die Einnahmen einzelner Radarstationen ausfallen, wird vom Kreis Herford jedoch nicht ermittelt. Nur so viel: Die Bußgeldstelle des Kreises Herford nahm aus Ordnungswidrigkeiten im Jahr 2018 knapp 3,2 Millionen Euro ein. 84 Standorte für mobile Blitzer im Bünder Land Der Kreis Herford misst zudem mit mobilen Anlagen die Geschwindigkeit der Autofahrer. Die Neue Westfälische veröffentlicht täglich mehrere Standorte der Radarfallen. Aktuell gebe es im gesamten Kreis Herford 233 festgelegte Messstellen. Wenn ein Punkt in beide Fahrtrichtungen überwacht wird, wird er als zwei Messstellen gezählt. In Bünde sind es 46, in Kirchlengern 18 und in Rödinghausen 20 Standorte, an denen mobile Blitzer aufgestellt werden. Wo werden die mobilen Blitzer aufgebaut? "Das richtet sich nach den Erfahrungen hinsichtlich der bisher gemessenen Geschwindigkeiten beziehungsweise Überschreitungen", erklärt Petra Scholz. Dabei stehe die Verkehrssicherheit im Vordergrund. Es werde jedoch an Stellen mit vermehrten oder gravierenden Geschwindigkeitsüberschreitungen in der Regel häufiger gemessen. "Grundsätzlich ist das Straßenverkehrsamt bestrebt, an jeder Messstelle mindestens einmal im Jahr präsent zu sein", betont Scholz.

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