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Für den als Linksverteidiger überforderten Patrick Schikowski und den SC Verl ist der westfälische Pokalwettbewerb mit der Halbfinal-Niederlage in Münster vorzeitig beendet. - © Jens Dünhölter
Für den als Linksverteidiger überforderten Patrick Schikowski und den SC Verl ist der westfälische Pokalwettbewerb mit der Halbfinal-Niederlage in Münster vorzeitig beendet. | © Jens Dünhölter

Verl SC Verl scheitert im Pokal-Halbfinale

Fußball-Drittligist zeigt beim Regionalligisten Preußen Münster eine schwache Leistung und verliert in Unterzahl mit 0:3.

Wolfgang Temme
06.04.2022 | Stand 06.04.2022, 22:12 Uhr

Auf den Mutmacher in der 3. Liga folgte für den SC Verl der Stimmungskiller im Pokal. Vier Tage nach dem 3:1-Sieg über den SC Freiburg II und dem (kurzzeitigen) Verlassen des Abstiegsplatzes blamierten sich die Fußballer des Sportclubs am Mittwochabend mit einer enttäuschend schwachen Leistung im westfälischen Halbfinale beim Regionalligisten Preußen Münster. Das Team von Trainer Mitch Kniat verlor mit 0:3 und verpasste damit den Einzug in das Endspiel am 21. Mai, dessen Sieger sich für den lukrativen DFB-Pokalwettbewerb qualifiziert. Gegner des Titelverteidigers aus Münster, der den SCV schon im letztjährigen Semifinale mit 3:0 aus dem Wettbewerb geworfen hatte, ist der SV Rödinghausen. Der Regionalligist gewann das zeitgleich ausgetragene zweite Halbfinale gegen RW Ahlen mit 2:1.

Kniat, der angekündigt hatte, den Wettbewerb ernst zu nehmen und dies auch mit der Aufstellung zu dokumentieren, schickte eine auf nur drei Positionen veränderte Elf ins Rennen. Serhat Koruk stürmte für Leandro Putaro, Kasim Rabihic besetzte anstelle von Julian Schwermann die Position acht im Mittelfeld, und – Überraschung – Patrick Schikowski agierte für Christopher Lannert als Linksverteidiger.

Folgenschwere Aufstellung

Diese Entscheidung erwies sich als folgenschwer. Der ohne aktuelle Spielpraxis nominierte Angreifer war mit der ungewohnten Aufgabe überfordert. Gleich in der 1. Minute wurde er überspielt, der nach außen geeilte Innenverteidiger Aaron Berzel ließ sich von Alexander Langlitz düpieren und nach 61 Sekunden drückte Münsters Mittelstürmer Fabian Bindemann die Hereingabe zur 1:0-Führung über die Linie. Die 2.311 Zuschauer im Stadion an der Hammer Straße waren sofort „on fire“. Und während ihre Mannschaft auch auf dem Platz den Ton angab, musste die Busladung Verler Fans mitansehen, wie das Sportclub-Team überhaupt nicht ins Spiel fand.

In der 41. Minute dann der nächste Fehler auf dem linken Verteidigungsflügel. Patrick Schikowski stand bei einem Ball hinter die Kette falsch, konnte dem freigepassten Nicolai Remberg nur chancenlos hinterherlaufen und zusehen, wie der Münsteraner den Verler Torhüter Niklas Thiede mit einem Flachschuss ins lange Eck zum 2:0 überwand. Interessant: Im offiziellen Spielberichtsbogen hatte der SC Verl keinen Ersatztorhüter benannt.

Bärendienst von Berzel

Unmittelbar vor der Pause erwies Aaron Berzel seiner Mannschaft dann noch einen Bärendienst. Zehn Minuten nach seiner ersten gelben Karte foulte er an der linken Seitenlinie den davonzuziehen drohenden Bindemann und wurde von Schiedsrichter Leonidas Exuzidis mit Gelbrot vom Platz gestellt.

Kniat versuchte die Unterlegenheit und die Unterzahl mit einem Doppelwechsel zu kaschieren (Petkov und Ezekwem für Schikowski und Grodowski) und reduzierte die Viererabwehr- in eine Dreierkette (Pernot, Sapina, Ezekwem). Die Hoffnung, damit noch die Wende einleiten zu können, war schon nach 51 Minuten Makulatur. Nach einer Ecke von Luke Hemmerich prallte der Ball vom Schienbein Barne Pernots an den Pfosten, und Alexander Langlitz drückte ihn zum 3:0 für Münster über die Linie.

Am Montag in Osnabrück

Der Rest war ein Zu-Ende-Spielen ohne Highlights. Münster hatte mehr Chancen auf das vierte Tor als Verl auf den Ehrentreffer. Kapitän Mael Corboz, der schon in der 42. Minute aus 16 Metern knapp gescheitert war, vergab auch die recht gute Schussgelegenheit in der 82. Minute. Während die Münsteraner im Kreis tanzten („Berlin, Berlin – wir fahren nach Berlin“) schlichen die Verler mit hängenden Köpfen vom Platz. Sie können und müssen sich jetzt ganz auf den Kampf um den Klassenerhalt in der 3. Liga konzentrieren, den sie noch aus eigener Kraft schaffen können. Dazu ist im nächsten Spiel am Montag beim VfL Osnabrück aber ein ganz anderes Auftreten nötig.

Preußen Münster: Schulze-Niehues – Schauerte, Hoffmeier, Scherder, Hemmerich – Kok – Langlitz (74. Thiel), Remberg, Deters (48. Teklab), Schwadorf (46. Ghindovean) – Bindemann (62. Wegkamp).

SC Verl: Thiede – Ochojski, Pernot, Berzel, Schikowski (46. Ezekwem) – Sapina (56. Mirchev) – Rabihic, Corboz – Berlinski (67. Akono), Koruk, Grodowski (46. Petkov). Im Aufgebot: Lach, Schwermann.

Zuschauer: 2.311.

Schiedsrichter: Leonidas Exuzidis (Castrop-Rauxel). Gelbrote Karte: Aaron Berzel (45., wiederholtes Foulspiel). Gelbe Karten: Bindemann, Schwadorf, Teklab – Pernot, Mirchev.

Tore: 1:0 (2.) Bindemann, 2:0 (41.) Remberg, 3:0 (51.) Langlitz.

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