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Modell: So könnte die neue Gedenkstätte Stalag 326 aussehen. - © Birgit Guhlke
Modell: So könnte die neue Gedenkstätte Stalag 326 aussehen. | © Birgit Guhlke

Schloß Holte-Stukenbrock Förderverein der Gedenkstätte in Existenznöten

Der Förderverein der Gedenkstätte braucht mehr Geld, um die Übergangsphase bis zum Bau einer neuen Gedenkstätte zu überstehen

Sabine Kubendorff
12.09.2019 | Stand 12.09.2019, 18:18 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Der Förderverein der Gedenkstätte Stalag 326 schwimmt. Einerseits auf der Welle einer gewissen Euphorie, weil sich plötzlich so viele wichtige Politiker und Historiker für seine Aufarbeitung und Dokumentation der Geschehnisse in einem der größten Kriegsgefangenenlager für (überwiegend) sowjetische Soldaten interessieren. Andererseits, weil der Förderverein nicht weiß, wie es mit ihm weitergehen soll, wenn zum Beispiel der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) der Träger der beschlossenen neuen Gedenkstätte werden sollte. Und der Förderverein schwimmt, weil er dringend mehr Geld braucht, um all das leisten zu können, was von ihm erwartet wird. Eine vertrackte Situation. Darüber haben jetzt Mitglieder des Fördervereins während einer Versammlung gesprochen. Basis war ein neunseitiges Positionspapier, das der neugewählte zweite Vorsitzende hinter Manfred Büngener, Burghard Poste, im Wesentlichen erarbeitet hat. Der pensionierte Lehrer und Historiker ist Gründungsmitglied des Fördervereins und kann jetzt im Ruhestand wieder voll mitarbeiten. „Ich wünsche mir“, sagte er während der Diskussion um das Positionspapier, „dass der Förderverein mit all seinen Stärken wahrgenommen und geschätzt wird.“ »Geld wird ein Dauerthema bleiben« Um das zu befeuern, wird das Positionspapier den Mitgliedern des Kreistages und des Stadtrates zugeschickt. Denn die müssen darüber entscheiden, ob der Förderverein mehr Geld bekommt. „Letztes Jahr standen wir vor dem Ende“, sagte Vorsitzender Manfred Büngener in aller Offenheit. Gerettet haben den Förderverein zwei große Spenden, und dank einer weiteren Zuwendung hat Geschäftsführer Oliver Nickel seit kurzem zum ersten Mal eine volle Stelle. Fest steht für Büngener: „Geld wird ein Dauerthema bleiben.“ Übrigens: Um die Finanzen des Fördervereins kümmert sich jetzt Steuerberaterin und stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Karin Rüterbories. Das Positionspapier beschreibt die Ausgangsposition, die Geschichte des Fördervereins und sein Selbstverständnis, die Bedeutung des Fördervereins und der Gedenkstätte für die Region und darüber hinaus sowie das Tätigkeitsspektrum. Letzteres beansprucht alleine mehr als zwei engbedruckte Seiten, so vielseitig ist der Förderverein unterwegs – überwiegend mit Ehrenamtlichen. Dieses Kapitel zeige in beeindruckender Weise, wie viele Themenfelder bearbeitet werden, sagte Thorsten Baumgart, Mitglied des Fördervereins und FDP-Ratsherr. Positionspapier wird überarbeitet Baumgart forderte aber auch ein, dass in dem Positionspapier noch viel deutliche herausgestellt werden müsse, wie vage aktuell die Situation des Fördervereins sei. „Trotz der großen Aufmerksamkeit ist noch nicht alles gesichert.“ Das müsse gerade im letzten Kapitel des Positionspapiers („Nachhaltige Finanzierung des Fördervereins“) deutlich gemacht werden. Das Papier, das noch Kooperationen und Bildungspartner, Beteiligungen an Projekten und das Personalkonzept auflistet und erklärt, wird in einigen Punkten überarbeitet. Unter anderem soll auf Hinweis von Friedrich Dransfeld mehr auf die positive Rolle des ehemaligen NRW-Ministerpräsidenten Johannes Rau und der Ehefrau des früheren sowjetischen Staatspräsidenten Michail Gorbatschow eingegangen werden. Auch die wissenschaftliche Abhandlung von Karl Hüser und Reinhard Otto, im Jahr 1992 von der Stadt als Buch herausgegeben, fehlt noch.

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