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Wird aus dem Dornröschenschlaf gerissen: Annette Auster-Müller hat das repräsentative Haus am Eingang des Campingplatzes Am Furlbach innen ausgebaut. - © Gunter Held
Wird aus dem Dornröschenschlaf gerissen: Annette Auster-Müller hat das repräsentative Haus am Eingang des Campingplatzes Am Furlbach innen ausgebaut. | © Gunter Held

Schloß Holte-Stukenbrock Raus aus dem Dornröschenschlaf

Annette Auster-Müller erweitert den Campingplatz „Am Furlbach“ um weitere drei Ferien- und eine Betriebsleiterwohnung. Am 7. September veranstaltet sie einen Tag der offenen Türen

Gunter Held
14.08.2019 | Stand 14.08.2019, 18:32 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Rechts runter von der Paderborner Straße und dann gleich links ins Wäldchen. Ein selbstgefertigtes Straßenschild fällt auf: Roswitha-Auster-Weg. Rechts säumen hohe Bäume die Straße, links steht Mais. Idylle pur. Dann kommt ein großes Herrenhaus in den Blick. Weiß mit einem hohen Eingangsgiebel. Ganz oben ein kreisrundes Fenster. Das Haus hat ein rotes Krüppelwalmdach. Toll, denkt man unwillkürlich. Da würde ich auch gern wohnen. Nur: In dem Haus wohnt niemand. Bis vor kurzem gab es nur die schöne Außenansicht. Innen war das Haus ein Rohbau. Nur hinten links, von vorn nicht zu sehen, liegen ein paar Verwaltungsräume des Campingplatzes. Der kleine Kaufladen schließt sich an. Anfang des Jahres beschloss Annette Auster-Müller, die Betreiberin des Campingplatzes „Am Furlbach“, das Haus aus seinem Dornröschenschlaf zu reißen. „Mietwohnungen durfte ich nicht daraus machen“, sagt Auster-Müller, „weil das Haus im Außenbereich steht. Aber ein Industriegebiet – das darf hierher. Das verstehe, wer will.“ Also sind drei Ferienwohnungen und eine Betriebsleiterwohnung entstanden. Seit Februar sind die Handwerker aktiv. Das eigentliche Gebäude wurde 1907 erbaut. Vier Zimmer unten, vier Zimmer in der ersten Etage. Dann, als Auster-Müllers Schwester Roswitha den Campingplatz übernahm, ließ sie das Haus 1987 zum ersten Mal umbauen. Sechs Jahre später kam die zweite Erweiterung hinzu. Aus Krankheitsgründen konnte Roswitha Auster das Haus aber nicht fertigbauen. So fiel es in den Dornröschenschlaf. Aus dem soll es nun am Samstag, 7. September, aufgeweckt werden. Dann veranstaltet Annette Auster-Müller einen Tag der offenen Türen. „Das Problem war“, erzählt sie im Gespräch mit der Neuen Westfälischen, „dass die Treppe das Haus praktisch zerschneidet.“ Jetzt sind in der oberen Etage drei Ferienwohnungen für zwei bis vier Personen entstanden. Bei der Benennung stand die Natur Pate. Es gibt die Wiese-, die Wald- und die Heidewohnung. Und der Betriebsleiter im Erdgeschoss wohnt dann in der Sennewohnung. Bunt geht es zu in den Wohnungen. Die Schlafzimmer sind in kräftigen Farben gehalten, reines Weiß findet man kaum. In einer Wohnküche fällt eine knallbunte Blumentapete auf. Dort soll später die Essecke platziert werden. Noch ist viel zu tun. Die Böden sind mit dicker Pappe geschützt, Türzargen müssen noch eingebaut werden, ebenso die Sanitärmöbel in den Badezimmern. Weil es Handwerker gab, die zu viel zu tun hatten, ist Auster-Müller im Zeitplan zwei Wochen hinterher. Aber sie bleibt optimistisch: „Zum Tag der offenen Türen ist (fast) alles fertig.“

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