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Bewegend: Sun-Ah-Kim und ihre elf Sängerinnen und neun Sänger boten in der Friedenskirche ein eindrucksvolles Konzert, das sonst nur in großen Kirchen wie dem Berliner Dom oder der Thomaskirche in Leipzig zu erleben ist. - © Sibylle Kemna
Bewegend: Sun-Ah-Kim und ihre elf Sängerinnen und neun Sänger boten in der Friedenskirche ein eindrucksvolles Konzert, das sonst nur in großen Kirchen wie dem Berliner Dom oder der Thomaskirche in Leipzig zu erleben ist. | © Sibylle Kemna

Schloß Holte-Stukenbrock Koreanischer Chor gastiert in Schloß Holte-Stukenbrock

Gewaltiges Klangvolumen und eindringliche Glaubensbotschaften sorgen für bemerkenswertes Konzert in der Friedenskirche

Sibylle Kemna
08.07.2019 | Stand 08.07.2019, 10:45 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Ein hochkarätiges Konzert bot das Collegium Vocale aus Seoul in der Friedenskirche. Der bekannte Chor setzte höchst eindrucksvoll Klage, Bitte, Lob und Dank, Zorn und Verzweiflung aus den Psalmen in bewegende Musik um. Psalmen sind „Evergreens“, denn ihre Texte haben Menschen über viele Jahrhunderte ergriffen und ihnen aus dem Herzen gesprochen. Sie sind getragen und gehalten vom Vertrauen auf die Größe und Güte Gottes als ansprechbarem Gegenüber. Komponisten vieler Jahrhunderte haben die eindringlich-expressiven Texte in ihren eigenen musikalischen Sprachen und Stilen vertont. Der Chor spannte einen Bogen von der kontrapunktischen Polyphonie Dietrich Buxtehudes aus dem 17. Jahrhundert über den barocken Meister Bach bis zu den Romantikern Josef Gabriel Rheinberger und Felix Mendelssohn mit seinen Psalmen voller musikalischer Kraft und Innerlichkeit. Profisänger Unter der zurückhaltenden, aber präzisen Leitung von Dirigentin Sun-Ah Kim brachten sie die Reinheit und Schönheit der Musik und gleichzeitig die gehaltvollen Texte zur Wirkung. Einfühlsam und zurückhaltend begleitete Hee-Young-Chae den Chor an der Orgel. Sie sind alle Profisänger und selbstbewusste Solisten, doch im Chor sind sie Teil der großen Klangfülle, bieten trotz großer Präzision ein warmes, mitreißendes Klangbild. Obwohl ihnen das Deutsche fremd ist, sind die Koreaner in der Lage, die deutschen Texte verständlich zu artikulieren und die bewegenden Werke der großen Komponisten gefühlvoll auszudrücken. Qualität Seine hohe künstlerische Qualität zeigt das Vokalensemble in musikalischen Akzentuierungen, die die Emotionen der Psalmen klanglich unterstrichen. Unterschiedliche Stimmarien und immer wieder neue Zusammenstellungen und Soloeinlagen sorgten für eine erstaunliche Klangtiefe und eine ästhetische wie mitreißende Aufführung. Höhepunkte des Konzerts waren das bekannte „Lobet den Herrn“ von Bach, das eindringliche „Aus tiefer Not“ von Mendelssohn, sowie das berückende „Sanctus“ von Josef Rheinberger, in der der Chor ein gewaltiges achtstimmiges Klangvolumen entwickelte. Für dieses besondere Kulturereignis dankten Bürgermeister Hubert Erichlandwehr und Martina Bogdan dem Chor, aber auch der neuen Kantorin Youna Park, die durch ihre persönlichen Beziehungen zur Chorleiterin dafür sorgte, dass das bekannte Ensemble hier Zwischenstation einlegte auf dem Weg nach Leipzig. Dort trat der Chor gleich am Sonntagmorgen in der Thomaskirche auf und beendete seine kleine Tournee am Abend im Berliner Dom.

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