0
Blicken zurück, planen die Zukunft: Die Wissenschaftler Andreas Neuwöhner (Verein für Geschichte und Alterstumskunde Westfalen, v. l.), Marcus Weidner (LWL-Internet-Portal „Westfälische Geschichte"), Malte Thießen (LWL-Insitut für westfälische Regionalgeschichte), Burkhard Beyer (Historische Kommission für Westfalen), Peter Fäßler (Uni Paderborn), Jens Hecker und Oliver Nickel (beide Gedenkstätte Stalag 326). Hecker zeigt ein zukünftiges Ausstellungsstück, einen Handstock, den ein Stalag-Gefangener für einen Schloß Holter als Erinnerungstück geschnitzt hat, der versehrt den Russland-Feldzug überlebt hatte. Er stammt aus der Sammlung von Günter Potthoff. - © 2019 Mike-Dennis Mueller
Blicken zurück, planen die Zukunft: Die Wissenschaftler Andreas Neuwöhner (Verein für Geschichte und Alterstumskunde Westfalen, v. l.), Marcus Weidner (LWL-Internet-Portal „Westfälische Geschichte"), Malte Thießen (LWL-Insitut für westfälische Regionalgeschichte), Burkhard Beyer (Historische Kommission für Westfalen), Peter Fäßler (Uni Paderborn), Jens Hecker und Oliver Nickel (beide Gedenkstätte Stalag 326). Hecker zeigt ein zukünftiges Ausstellungsstück, einen Handstock, den ein Stalag-Gefangener für einen Schloß Holter als Erinnerungstück geschnitzt hat, der versehrt den Russland-Feldzug überlebt hatte. Er stammt aus der Sammlung von Günter Potthoff. | © 2019 Mike-Dennis Mueller

Schloß Holte-Stukenbrock Gedenkstättenarbeit kommt voran

Stalag 326: Sieben Wissenschaftler setzen sich an einen Tisch und planen die Vergrößerung und Neuausrichtung der Dokumentationsstätte in Stukenbrock-Senne. Helfen sollen sechs Workshops

Sabine Kubendorff
06.02.2019 | Stand 05.02.2019, 18:49 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Der Förderverein der Dokumentationsstätte Stalag 326 erfährt nun endgültig die Würdigung seiner Arbeit, um die er lange kämpfen musste. Gestern saßen im ehemaligen Arrestgebäude des Kriegsgefangenenlagers (heute Polizeischule) sieben Wissenschaftler zusammen und waren voll des Lobes über das, was bisher geleistet wurde, und voller Vorfreude auf das, was jetzt erarbeitet wird. Die Dimension des Lagers, das mehr als 300.000 sowjetische Kriegsgefangene durchliefen, soll genauer erfasst werden. Wie bereits berichtet, hatte 2015 der Besuch des damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck mit seinem Besuch in Stukenbrock-Senne das Augenmerk auf die Dokumentationsstätte gelenkt, die nun als (inter)nationale Gedenkstätte ausgerichtet wird. Eine Welle der Unterstützung löste dieser Besuch aus, allen voran hilft der heutige Landtagspräsident André Kuper (CDU). Bei der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Geschehnisse in dem Kriegsgefangenenlager kooperiert nun die Gedenkstätte mit der Historischen Kommission für Westfalen, dem Institut für westfälische Regionalgeschichte des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), dem Verein für Geschichte und Altertumsforschung Westfalen und dem Historischen Institut der Universität Paderborn. Vertreter all dieser Einrichtungen haben gestern beschlossen, gemeinsam in den nächsten zwei bis drei Jahren sechs Workshops auszurichten. Alle sind öffentlich. Das Internet spielt eine wichtige Rolle Zum Auftakt ist für Juni eine Arbeitstagung zum Thema „Archive und Quellen“ im Landesarchiv Detmold geplant. Im zweiten Workshop werden die baulichen Zeugnisse des Lagers auf dem Gelände der Polizeischule dokumentiert und eingestuft. Es gibt neben dem Arrestgebäude zum Beispiel noch die Entlausung. Im Medienzentrum Münster findet ein Seminar über „Audiovisuelle Medien“ im Zusammenhang mit dem Stalag 326 statt. Es geht beispielsweise um Postkarten und Fotos, wie sie erst in der vergangenen Woche Heimatforscher Günter Potthoff der Gedenkstätte geschenkt hat. In den weiteren Workshops werden die Themen „Begegnung“, „Erinnerung“ und die Einbindung des Lagers in das KZ-System besprochen. Eine wichtige Rolle soll auch das Internet spielen. Nutzer werden das Lager und Insassen kennenlernen können.

realisiert durch evolver group